Düdingen (französisch Guin, Freiburger Patois ) ist eine politische Gemeinde im Sensebezirk des Kantons Freiburg in der Schweiz. Die Gemeinde liegt östlich vom Schiffenensee ziemlich in der Mitte des deutschfreiburgischen Mittellandes. Mit fast 9000 Einwohnern ist sie eine der grossen Gemeinden der Agglomeration (Ballungsgebiet) der Stadt Freiburg.

Geographie mini| Historisches Luftbild (16. Juli 1964) von Werner Friedli Als westlichste Gemeinde des unteren Sensebezirkes neigt sich das Gemeindegebiet gegen Westen und Südwesten zur Saane. Die Saane bildet hier den Schiffenensee und bildet zugleich die Bezirksgrenze. Der Düdingerbach (am Oberlauf auch Horiabach genannt) teilt die Gemeinde in zwei ähnlich grosse Gebiete auf.

Der tiefste Punkt befindet sich mit 498 m über Meer unterhalb der Staumauer des Schiffenensees; der höchste Punkt ist beim Dählhölzli auf 708 m zu finden.

Flächenmäßig ist Düdingen mit 3076 Hektaren die sechstgrösste Gemeinde des Kantons und die zweitgrösste des Sensebezirks, nach Plaffeien.

Düdingen besteht im Wesentlichen aus einem Dorf mit Kern und angrenzenden Quartieren und aus einer Vielzahl (etwa 20) kleiner Weiler.

Neun Gemeinden und zwei Bezirke grenzen an Düdingen: die Sensebezirk-Gemeinden Tafers, Schmitten und Bösingen; die Seebezirk-Gemeinden Kleinbösingen, Gurmels und Courtepin; die Saanebezirk-Gemeinden La Sonnaz, Granges-Paccot und Freiburg.

Bevölkerung Mit (Stand ) Einwohnern ist Düdingen nach Freiburg, Bulle, Villars-sur-Glâne, Estavayer, Murten und Marly die siebtgrösste Gemeinde des Kantons Freiburg.

Im Jahre 1995 besassen 13,8 % der Bevölkerung das Düdinger Bürgerrecht, 51,7 % waren Bürger aus anderen Gemeinden des Kantons, 28,2 % hatten das Bürgerrecht in anderen Kantonen, und die restlichen 6,3 % waren Ausländer.

Eine Bevölkerungszählung aus dem Jahre 1447 ergab 629 Einwohner einschliesslich des Gebiets, das heute zur Gemeinde Schmitten gehört. Einige Weiler (Bundtels mit 60 und Jetschwil mit 55 Einwohnern) waren bevölkerungsreicher als das Dorf Düdingen mit 51 Einwohnern. Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten Seit Anfang des 19. Jahrhunderts hat die Bevölkerung stetig zugenommen. Im Jahre 2005 erreichte sie mehr als 7000 Einwohner. Einzig im Jahre 1922 ist ein Knick zu verzeichnen, der darauf zurückzuführen ist, dass sich Schmitten als selbständige Gemeinde von Düdingen trennte (siehe auch Geschichte).

Sprachen Düdingen ist eine deutschsprachige Gemeinde. Wegen der Nähe zur Stadt Freiburg gab es schon immer eine kleine Minderheit französischsprachiger Einwohner.

Muttersprache Anteil (1990) Anteil (2000) Deutsch 91,9 % 89,7 % Französisch 4,3 % 4,5 % Andere 3,8 % 5,8 %

Religionen – Konfessionen mini|Röm.-kath. Kirche In Düdingen bestehen als öffentlich-rechtlich anerkannte Kirchen die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Kirche. Weiter gibt es die Freie Evangelische Gemeinde als privatrechtlich organisierte konfessionelle Gemeinschaft. Das Verhältnis der Konfessionen hat sich seit 1860 nur wenig verändert.

Religion Anteil (1860) Anteil (1900) Anteil (1950) Anteil (2000) Römisch-katholisch 88,1 % 83,8 % 86,5 % 72,4 % Evangelisch-reformiert 11,9 % 16,2 % 13,1 % 16,1 % Andere inkl. Konfessionslose 0 % 0 % 0,4 % 11,5 %

Politik Legislative

Ab 1873 während einigen Jahren und von 1982 bis 1991 gab es in Düdingen ein Gemeindeparlament mit 50 Mitgliedern (Generalrat). Durch eine im Jahr 1990 durchgeführte Volksabstimmung wurde es wieder abgeschafft. Stattdessen war die oberste Behörde die Gemeindeversammlung, die jährlich mindestens zweimal stattfand. Die Gemeindeversammlung befand über den Voranschlag und die Rechnung sowie über alle weiteren wichtigen Geschäfte der Gemeinde. Am 1. Mai 2016 wurde in der Gemeinde erneut ein Gemeindeparlament (Generalrat) mit 50 Mitgliedern und einer fünfjährigen Amtszeit eingeführt. Die Grafik rechts zeigt die Zusammensetzung des Generalrats nach den Wahlen vom 7. März 2021.

Exekutive Die ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Er besteht aus 7 Mitgliedern und wird an der Urne auf 5 Jahre gewählt. Der Gemeinderat wählt selber die Gemeindepräsidentin oder den Gemeindepräsidenten (auch Ammann oder Syndic genannt) aus den eigenen Reihen.

Sitzverteilung im Gemeinderat nach Partei (Legislatur 2021 bis 2026): +BezeichnungAnzahl SitzeChristlichdemokratische Partei2Sozialdemokratische Partei1Freisinnig-Demokratische Partei1Schweizerische Volkspartei1Junge Liste Düdingen1gemeinsam vorwärts (ML-CSP. FWD, GLP, GP)1

Judikative Düdingen gehört zum 3. Friedensgerichtskreis des Sensebezirkes mit Sitz in Schmitten. Strafgerichtsfälle und grössere Zivilgerichtsfälle werden vom Bezirksgericht in Tafers behandelt.

Wirtschaft Wirtschaftlich hat, wie überall in der Schweiz, eine Verschiebung der Beschäftigung der Bevölkerung vom Primärsektor (Landwirtschaft) zugunsten der Sektoren 2 (Industrie und Gewerbe) und 3 (Dienstleistungen) stattgefunden. Anteilsmässig ging der Landwirtschaftssektor von 46,5 % im Jahre 1930 auf 7,9 % 1990 zurück, während dessen der Industriesektor von 29,7 % auf 33,7 % und der Dienstleistungssektor von 23,8 % auf 57,7 % zunahmen.

Im Jahr 2000 standen 1353 Arbeitsplätze für gesamthaft 3675 Arbeitnehmer in Düdingen zur Verfügung. Die restlichen 2427 Arbeitnehmer waren ausserhalb der Gemeinde tätig.

Landwirtschaft Mit 2000 Hektaren, was 70 % der Gesamtfläche ausmacht, weist Düdingen die grösste landwirtschaftliche Nutzfläche des Kantons aus. Seit Anfang letztes Jahrhundert ist die Anzahl der Landwirtschaftsbetriebe ständig gesunken: von 245 Betrieben im Jahr 1929 auf 97 im Jahr 2001.

Die Milchwirtschaft ist von grosser Bedeutung. Drei Käsereien (Bundtels, Mariahilf und Düdingen) verarbeiten eine der grössten Milchmengen der Schweiz in Käse. mini|Saatzucht Düdingen Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war vor allem der Getreideanbau vorherrschend. Durch das Aufkommen von Transporten per Schiff und Eisenbahn sanken die Getreidepreise sehr stark, so dass eine rasche Umstellung auf Viehzucht stattfand. Noch heute ist die Viehzucht eine wichtige Einnahmequelle der Bauernschaft, wie es die Zahlen aus dem Jahr 1993 ausdrücken:

Bienenvölker: 403 Hühner: 71'841 Kaninchen: 601 Pferde: 62 Ponys/Esel: 12 Rindvieh: 3126, davon 1233 Kühe Schafe: 610 Schweine: 3310 Ziegen: 18

Weitere landwirtschaftliche Zweige in Düdingen sind Obstanbau, Obstverwertung, Kartoffelanbau, Saatzucht, Forstwirtschaft, mehrere Baumschulen und Gärtnereien.

Industrie und Gewerbe In mehreren Schüben haben sich in Düdingen die verschiedensten Betriebe niedergelassen. Ende des 19. Jahrhunderts bis 1905 wurden vor allem Produkte der Landwirtschaft und des Bodens verwertet (Gründung der Milchsiederei, der Mosterei und der Ziegelei). Eine Ausweitung der Produkte wurde während der zwanziger und dreissiger Jahre erreicht durch eine Zündholzfabrik (1947 wieder geschlossen) und durch die Zementwarenfabrik. Ab 1952, mit der Niederlassung einer Diamantschleiferei, folgten bis heute alle weiteren Betriebe in den verschiedensten Bereichen (Maschinenfabriken, Pharmazeutik, Leichtmetall-Giesserei, Kunststoffe, Farbbindemittel usw.). Das Bereitstellen von Industriezonen, eine entgegenkommende Steuerpolitik und vorhandene Arbeitskräfte begünstigten die Niederlassung der Betriebe.

Das Gewerbe ist seit 1905 auf Bezirksebene organisiert. Ein Gewerbeverein ist in Düdingen vorhanden. Die wichtigsten Gewerbebetriebe stellen Nahrungsmittel her und verarbeiten verschiedene Materialien. Weiter sind Bauunternehmen und Auto-Reparaturwerkstätten stark vertreten.

Dienstleistungssektor Der dritte Sektor hat sich seit etwa 50 Jahren kontinuierlich ausgebaut und verfügt über ein sehr diversifiziertes Angebot. Von privater Seite her werden viele Dienstleistungsgeschäfte geführt: Garagen, Fahrschulen, Radio-, Fernseh- und Computergeschäfte, Architektur-, Treuhand- und Ingenieurbüros, Versicherungsagenturen und Getränkehandlungen. Weitere Dienstleistungen werden auch von Vereinen getragen: der Kindergarten, die Erwachsenenbildung, Turnen und Sport. Auch Genossenschaften und Aktiengesellschaften sind in diesem Sektor vertreten.

Tourismus Düdingen gehört zu den über 60 vom Kanton anerkannten Tourismus-Gemeinden. Zur Infrastruktur gehören mehrere Hotels mit gesamthaft etwa 70 Betten, verschiedene Restaurants und Landgasthöfe, ein Dancing und ein Campingplatz direkt an der Staumauer des Schiffenensees mit Minigolf, Tennisplatz, Bocciabahn und am Seeufer mehr als 60 Bootsplätze.

Wander- und Radwege erleichtern den Zugang zu den Naturschönheiten und Kulturobjekten (siehe Sehenswürdigkeiten).

Verkehr mini|Bahnhof Düdingen (2001) Verkehrstechnisch ist Düdingen sehr gut erschlossen. Drei Hauptverkehrsträger durchqueren die Gemeinde von Südwest nach Nordost: die Eisenbahnlinie Freiburg–Bern, die Autobahn A12 und die Kantonsstrasse Freiburg-Bern. Von Süden her treffen sich zwei Kantonsstrassen aus Freiburg und Tafers, um sich nördlich wieder Richtung Murten und Laupen zu teilen. Dadurch ist Düdingen ein regionaler Knotenpunkt.

Mitunter führt der Autobahnanschluss besonders beim morgendlichen Arbeitsbeginn und beim abendlichen Arbeitsschluss zu chronischen Staus bei der Autobahnausfahrt und durch das Dorf. Täglich fahren 15'000 Fahrzeuge durch die Hauptstrasse (1994). Studien für eine Umfahrungsstrasse bestehen.

Düdingen weist ein gut ausgebautes Angebot des öffentlichen Verkehrs auf. Eisenbahnverbindungen im 15-Minuten-Takt verbinden Düdingen mit dem Kantonshauptort, und zahlreiche Postautokurse führen von und nach Düdingen.

Geschichte Namen Der deutsche Name Düdingen und der französische Name Guin gehen beide auf die Grundform Tudingun zurück. Tudingun kommt vom Personennamen Dodo oder Dudo und dem alemannischen -ingun-Suffix. Vermutete Bedeutung: bei den Leuten des Dudo. Aus dem alemannischen -ingun (ingen) hat sich das romanische -ens entwickelt, wodurch Duens entstand. Duens wird erstmals 1182 in einer lateinischen Urkunde aus dem Kloster Hauterive erwähnt.

Im Patois wurde Duens Dyäng ausgesprochen und später im Französischen auf Guin umgesetzt. Guin ist erstmals 1755 bezeugt.

In Mundart wird Düdingen Tüdinge ausgesprochen. Seltener ist auch Tidinge zu hören.

Über die Jahrhunderte ist der Name in Urkunden oder in Kartenwerken verschieden belegt: 1182 Duens, 1258 Tiudingen, 1287 Tudingen, 1414 Duyng, 1578 Tüdingen, 1668 Didingen.

Von der Steinzeit zur römischen Herrschaft Die ältesten Spuren menschlichen Lebens in der Gemeinde stammen aus der mittleren Steinzeit (40'000 bis 8000 v. Chr.). Am Saaneufer wurden Teile von Jagdwerkzeugen aus dieser Zeit gefunden. In der jüngeren Steinzeit (5000 bis 1800 v. Chr.) haben sich die ersten Bauern angesiedelt. Eine Siedlungsstelle am Schiffenensee mit einer Steinbeilklingen-Werkstatt wurde nachgewiesen. Eine Spinnwirtel (Flur Einschlag) und Keramikscherben (Flur Zelg) zeugen von der Bronzezeit (1800 bis 750 v. Chr.). Aus der Hallstattzeit sind verschiedene Grabbeigaben wie Arm- und Halsreifen und Fibeln überliefert. Es sind auch mehrere Tumuli (Tumulus sind mehr oder weniger runde Grabhügel) aus dieser Zeit bekannt (Bundtels, Chiemiwald, Birchholz, Klempa). Die Besiedlung nahm in der Latènezeit (450 v. Chr. bis 0) zu. Aus dieser Zeit der Helvetier wurde beim Bau der Eisenbahnlinie zwischen Garmiswil und Balliswil ein Frauengrab entdeckt. Ab dem Zeitpunkt der Niederlage der Helvetier gegen die Römer bei Bibracte im Jahre 58 v. Chr. sind auch römische Spuren vorhanden. An drei Orten (Chiemiwald, Ottisberg und Balliswil) wurden Ruinen entdeckt. Mehrere weitere Funde (Silbermünze und Mühlrad) erfolgten ebenfalls.

Entstehung der Gemeinde