Das Ministry of Supply (Abk.: MoS) war ein 1939 gegründetes Ministerium der britischen Regierung mit der Aufgabe, sämtliche Beschaffungsvorgänge der britischen Streitkräfte durchzuführen und zu koordinieren. Davon ausgenommen waren bis 1946 die Flugzeugproduktion und ein Teil der Beschaffung für die Royal Navy. Sitz des Ministeriums war das Shell Mex House in London.

Bei der Auflösung des Ministry of Aircraft Production übernahm das MoS jedoch dessen Zuständigkeiten für Flugzeuge und damit zusammenhängender Forschung sowie für Atomwaffen.", Forman, Paul; Sánchez-Ron, José Manuel (editors), Springer Science & Business Media 1996, ISBN 978-1-4020-0250-2. Auch das Forschungsinstitut Royal Aircraft Establishment unterstand dem MoS.

Das Ministerium wurde 1959 aufgelöst und seine luftfahrtbezogenen Aufgaben vom Air Ministry sowie vom neu gegründeten Ministry of Aviation übernommen.

Zwischenfälle Bei der vom Ministry of Supply geleiteten Erprobung von Verkehrsflugzeugen kam es zu mindestens 6 Totalverlusten. Bei zwei davon kamen 19 Menschen ums Leben.Unfallstatistik UK Ministry of Supply, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Februar 2020. Auszüge:

Am 23. August 1947 stürzte eine Avro Tudor 2 des Ministry of Supply (Luftfahrzeugkennzeichen G-AGSU) nahe dem Werksflugplatz Woodford bei einem Testflug unmittelbar nach dem Start ab. Alle 6 Insassen, 4 Besatzungsmitglieder und 2 Passagiere, wurden getötet. Zu den Todesopfern gehörte Avros Chefkonstrukteur Roy Chadwick. Unglücksursache war ein Fehler bei der Montage der Querruder des Prototyps.Unfallbericht Tudor 2 G-AGSU, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Januar 2016.

Am 10. April 1951 wurde mit einer Handley Page Hermes V des Ministry of Supply (G-ALEU) ein Testflug durchgeführt, auf dem nacheinander drei der vier Triebwerke versagten. Eine Notlandung erfolgte auf einem durchnässten Feld nahe Chilbolton. Alle fünf Insassen überlebten.Unfallbericht HP Hermes V G-ALEU, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Januar 2018.

Am 27. August 1952 verunglückte der erste Prototyp der Vickers Viscount 630 des Ministry of Supply (G-AHRF) bei Landetests auf dem Flughafen Khartum (Sudan). Durch den Bruch eines Bolzens brach das rechte Hauptfahrwerk zusammen und die Maschine geriet seitlich der Landebahn in weichen Boden. Alle fünf Besatzungsmitglieder überlebten ohne schwere Verletzungen. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt.Rayner G. C. Kittle: The Vickers Viscount. Air-Britain (Historians), Staplefield 2008, ISBN 978-0-85130-401-4, S. 158.

Am 4. Februar 1954 musste bei einer Bristol Britannia 101 des Ministry of Supply (G-ALRX) sieben Minuten nach dem Start vom Flughafen Bristol-Filton (Großbritannien) das Triebwerk 3 (rechts innen) abgestellt werden und fing später Feuer. Als Vorsichtsmaßnahme wurde auch das benachbarte Triebwerk 4 abgestellt. Im Anflug auf Filton fielen die beiden verbliebenen Triebwerke 1 und 2 (links) aus. Sie konnten zwar schnell wieder gestartet werden, aber eine Notlandung im Marschland des Flusses Severn wurde unvermeidlich. Alle 13 Insassen, 7 Besatzungsmitglieder und 6 Passagiere, überlebten den Totalschaden der Maschine.Unfallbericht Bristol Britannia 101 G-ALRX, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Februar 2020.

Am 6. November 1957 stürzte eine Bristol Britannia 301 des Ministry of Supply (G-ANCA) auf einem Testflug bei Downend (Großbritannien) in einen Wald, 7 Kilometer ostsüdöstlich des Start- und Zielflugplatzes Bristol-Filton. Während des Anflugs ging in 1500 Fuß (etwa 460 Meter) Höhe die Kontrolle verloren. Alle 15 Insassen, 4 Besatzungsmitglieder und 11 Passagiere, kamen ums Leben.Unfallbericht Bristol Britannia 301 G-ANCA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 15. Februar 2020.

An einem unbekannten Tag des Jahres 1958 brannte einer der Prototypen der Vickers Viscount 663 des Ministry of Supply (VX217) auf dem ehemaligen Militärflugplatz RAF Seighford, (Staffordshire, Vereinigtes Königreich) aus. Ein Hydraulikleck im Fahrwerkschacht hatte ein Feuer ausgelöst, das auch den Hauptholm zerstörte. Es befanden sich keine Personen an Bord.Rayner G. C. Kittle: The Vickers Viscount. Air-Britain (Historians), Staplefield 2008, ISBN 978-0-85130-401-4, S. 158.

Einzelnachweise

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