Kossenblatt ()Eintrag „Kósomłot“ in der niedersorbischen Ortsnamendatenbank auf dolnoserbski.de ist ein Ortsteil der Gemeinde Tauche im Landkreis Oder-Spree des Landes Brandenburg.

Geografie Kossenblatt liegt an der L443 im Südwesten von Tauche auf dem Südrand der Beeskower Platte. In der Nähe befinden sich der kleine und der große Kossenblatter See. Über den Wasserweg ist von Kossenblatt ausgehend der Schwielochsee, sowie der im Unterspreewald gelegene Neuendorfer See zu erreichen.

Geschichte Kossenblatt wurde 1208 als Coscenblot zum ersten Mal erwähnt. In den nächsten Jahrhunderten wird der Ortsname, darunter im Jahr 1307 in den Schreibweisen Kozzenblot, Kossinblot um 1440/41 und Cossenblad 1724 wiedergegeben. Über den Namen des Ortes gibt es mehrere Theorien. Während man sich über die Bedeutung des ersten Namensteils nicht einig ist, ist die Ableitung des „-blatt“ aus dem sorbischen Wort błoto für „Sumpf“ unstrittig. Sorbisch wurde in der Umgebung von Kossenblatt noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts gesprochen.Arnošt Muka: Pućowanja po Serbach. Nakład Domowiny, Budyšin 1957, S. 99

Spätestens seit 1541 und bis 1736 gehörten die Nachbardörfer Werder und Briescht zum Rittergut Kossenblatt. Auf der Spreeinsel neben dem vor 1581 erbauten Herrenhaus wurde zwischen 1705 und 1712 das Schloss Kossenblatt errichtet. 1736 wurde das Schloss von König Friedrich Wilhelm I. erworben, der es seinem Sohn August Wilhelm als Sommerresidenz überließ. Am 5. Juli 2008 wurde das 800-jährige Bestehen des Ortes mit einem Festumzug gefeiert.

Tourismus Die Schleuse Kossenblatt wurde 2007 wiedereröffnet und bildet damit aus östlicher Richtung einen Wasserweg zum Spreewald oder nach Berlin. Für Wasserwanderer wurde der Biwakplatz Kossenblatt eingerichtet. Der Spreeradweg führt durch den Ort. Das alte Rittergut Kossenblatt beherbergt im Herrenhaus ein Landhotel und ein Restaurant.

Sehenswürdigkeiten Kossenblatt besitzt mehrere Baudenkmale, darunter: Schloss Kossenblatt Rittergut Kossenblatt die Wehranlage und die Schleuse Kossenblatt Spätgotische Dorfkirche KossenblattGeorg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, Berlin, 2000, S. 535 Zweistöckiges Fachwerkhaus mit Oberlaube, 18. Jh. (An der Zollbrücke 17)

Literatur Monographie Günter de Bruyn: Kossenblatt. Das vergessene Königsschloss. Fischer, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-596-19832-0. Aufsätze

Stefanie Leibetseder: Das Herrenhaus von Kossenblatt – ein französisches ,hôtel particulier‘ in der Mark Brandenburg?, in: Insitu, Worms 2019, S. 229–237.

Weblinks

Kossenblatt auf der Seite der Gemeinde Tauche

Einzelnachweise

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