Die T-Klasse war eine Klasse von Hochsee-U-Booten der britischen Royal Navy im Zweiten Weltkrieg und später. Boote der T-Klasse wurden auch von der niederländischen, australischen und israelischen Marine genutzt.

Die erste Einheit wurde 1938 in Dienst gestellt. Das letzte seegängige U-Boot der Klasse wurde 1975 in Israel stillgelegt.

Entwicklung und Bau Zu Beginn der 1930er-Jahre wünschte die Royal Navy den Bau einer neuen Hochsee-Unterseeboot-Klasse. Die projektierte Schiffsklasse sollte die störanfälligen U-Boote der O-, P- und R-Klasse ersetzen.

Die Admiralität forderte eine Seeausdauer von mindestens 42 Tagen und eine starke Bewaffnung. Infolge der Londoner Flottenkonferenz von 1930 standen Großbritannien noch 16.500 ts an Tonnage für Neubauten von U-Booten zur Verfügung. Um mit der erlaubten Tonnage möglichst viele Boote bauen zu können, wurden die Boote kleiner als ihre Vorgänger gestaltet.

Der Bau eines Prototyps wurde mit dem Marinebauprogramm von 1935 bei Vickers-Armstrong beauftragt. Die TritonHMS ist die Abkürzung für His/Her Majesty’s Ship und der Namenspräfix britischer Kriegsschiffe. HMS bedeutet Seiner/Ihrer Majestät Schiff. wurde im folgenden Jahr aufgelegt, lief 1937 vom Stapel und wurde am 9. November 1938 in Dienst gestellt. Die Neuentwicklung war den Vorgängern in Bewaffnung, Tauchtiefe, Sicherheit und Beweglichkeit überlegen. Aufgrund der geringeren Tonnage war der Dieselantrieb allerdings weniger leistungsfähig, was zu einer niedrigeren Überwassergeschwindigkeit führte.

Dem Prototyp folgten 14 weitere leicht modifizierte und etwas kleinere Einheiten des ersten Bauloses, die bis 1942 in Dienst gestellt wurden.

In der Erprobungsphase sank die Thetis am 1. Juni 1939 bei einer Testfahrt im River Mersey. Der Unfall kostete 99 Menschenleben. Das Wrack wurde später gehoben, repariert und 1940 mit dem Namen Thunderbolt in Dienst gestellt.

Kurz nach Beginn des Kriegs wurde das zweite Baulos in Auftrag gegeben. Zwischen 1939 und 1942 wurden sieben weitere zum ersten Baulos nahezu baugleiche U-Boote gebaut und in Dienst gestellt.

Zwischen 1941 und 1945 wurden 31 leistungsgesteigerte Boote des dritten Bauloses gebaut. Der Bau zweier weiterer Einheiten wurde 1945 unterbrochen, obwohl diese schon vom Stapel gelaufen waren. Neun weitere Bauaufträge wurden noch vor dem Kriegsende storniert, da inzwischen die ersten U-Boote der weiterentwickelten A-Klasse beauftragt waren.

Bauwerften Die U-Boote wurden auf sechs Werften in England und Schottland gebaut.Betrachtet werden nur die 53 fertiggestellten und in Dienst gestellten U-Boote. Zwei Boote wurden nicht mehr zu Ende gebaut. (Portsmouth Dockyard) Drei Bauaufträge wurden annulliert. (Vickers-Armstrong und Scott’s Shipbuilding) Ein weiteres Boot war lediglich geplant. Bauwerft Baulos 1 Baulos 2 Baulos 3 GesamtCammell Laird in Birkenhead (England) 4 3 7Chatham Dockyard (Marinewerft Chatham) in Chatham (England)Das uboat.net und Bagnasco geben als Bauwerft der HMS Turpin (3. Baugruppe) die Marinewerft Chatham an. Hutchinson gibt als Bauwerft die Marinewerft Portsmouth an. Nach Hutchinsons Angaben würde die Anzahl der gebauten Boote bei der Marinewerft Chatham auf drei sinken und die Anzahl der bei der Marinewerft Portsmouth gebauten Einheiten auf drei ansteigen. 2 4 6Devonport Dockyard (Marinewerft Devonport) in Plymouth (England) 4 4Portsmouth Dockyard (Marinewerft Portsmouth) in Portsmouth (England)    2 2Scott’s Shipbuilding & Engineering Co. in Greenock (Schottland) 3 2 1 6Vickers-Armstrong in Barrow-in-Furness (England) 6 2 20 281573153

Aktive Einheiten Bei Kriegsbeginn standen der Royal Navy lediglich drei Einheiten der T-Klasse zur Verfügung. Es wurden aber kontinuierlich neue Einheiten zugeführt, so dass der Bestand bis zu den Kämpfen in Norwegen auf zehn U-Boote anstieg.

Bis zum Sommer 1941 hielten sich Zuläufe und Verluste die Waage, so dass die Anzahl der U-Boote bei zehn bis zwölf Einheiten stagnierte. Ab 1942 wurden die ersten in Kriegszeiten bestellten U-Boote in Dienst gestellt und die Anzahl der Einheiten stieg trotz der Verluste im Mittelmeer langsam an. 1942 wurden sieben U-Boote in Dienst gestellt, während fünf verloren gingen. 1943 war das Verhältnis ebenfalls sieben zu fünf.

Nach den alliierten Siegen im Mittelmeerraum sank die Verlustquote signifikant, so dass die Anzahl der aktiven Einheiten bis zum Kriegsende stetig anstieg. 1944 wurden zehn U-Boote in Dienst gestellt und kein einziges verloren. 1945 gab es lediglich einen Kampfverlust. Zwischen 1945 und Sommer 1947 wurden alle verbliebenen Boote der ersten beiden Baugruppen verschrottet und gleichzeitig die letzten Einheiten der dritten Baugruppe in Dienst gestellt. Die Boote der dritten Baugruppe blieben weiter im aktiven Dienst. Mit Beginn der 1960er-Jahre wurde begonnen, die inzwischen veraltete Klasse auszumustern.Die Übersicht stellt lediglich das Verhältnis zwischen Abgängen durch Unfall, Feindeinwirkung oder Verschrottung und den Zugängen durch Neubauten dar. Werftaufenthalte zur Überholung oder Modernisierung werden nicht betrachtet. Demzufolge war die Anzahl der real einsatzfähigen U-Booten geringer.

links|390px 1. Januar 1939 1 1. Juli 1939 2 1. September 1939 3 1. Januar 1940 7 9. April 1940 10 1. Juli 1940 10 1. Januar 1941 10 22. Juni 1941 12 1. Juli 1941 12 7. Dezember 1941 15 1. Januar 1942 15 1. Juli 1942 15 8. November 1942 16 1. Januar 1943 17 1. Juli 1943 16 10. Juli 1943 16 1. Januar 1944 19 6. Juni 1944 24 1. Juli 1944 25 1. Januar 1945 29 8. Mai 1945 32 1. Juli 1945 32 15. August 1945 33 1. Januar 1946 32 1. Januar 1947 31 1. Januar 1948 29 1. Januar 1952 26 1. Januar 1957 24 1. Januar 1961 23 1. Januar 1962 21 1. Januar 1963 18 1. Januar 1964 15 1. Januar 1965 14 1. Januar 1966 13

Konstruktive Merkmale Die Satteltank-Boote besaßen einen klassischen diesel-elektrischen Antrieb aus zwei Dieselmotoren für die Überwasserfahrt und zwei Elektromotoren für den Tauchbetrieb. Die U-Boote der ersten beiden Baugruppen führten eine Brennstoffmenge von 130 ts Diesel mit. Bei vielen Booten der dritten Baugruppe diente ein Teil der Tauchzellen als zusätzlicher Treibstoffbunker, so dass der Vorrat auf 230 ts gesteigert werden konnte. Diese für den Einsatz in Asien konzipierten U-Boote konnten aufgetaucht bis zu 11.000 Seemeilen weit fahren und hatten eine erhöhte Seeausdauer. Den Einsatzrekord stellte die HMS Tantalus mit einer autonomen Feindfahrt von 56 Tagen auf.

Da die Konstrukteure einen negativen Einfluss auf den Magnetkompass befürchteten, wurden der komplette Kommandoturm und die Periskope britischer U-Boote dieser Zeit aus Bronze gefertigt. Dadurch waren die Sehrohre drei bis fünf Meter kürzer als die stählernen Konstruktionen der anderen großen Marinen, die auf Kreiselkompasse vertrauten. Durch die geringere Periskoptiefe lagen die U-Boote beim Einsatz des Sehrohres höher als deutsche, japanische oder amerikanische Boote. Sie waren dadurch schwerer zu manövrieren und es bestand ein höheres Risiko, dass sie ungewollt durch die Oberfläche brachen. Darüber hinaus ging die amagnetische Konstruktion auf Kosten der Tauchtiefe, denn das höhere Gewicht der Zentrale musste durch einen leichteren Druckkörper ausgeglichen werden.Peter Padfield: Der U-Boot-Krieg 1939–1945, S. 39.

Während die ersten Einheiten noch einen vernieteten Druckkörper besaßen, wurde der Großteil des dritten Bauloses komplett elektrisch verschweißt, wodurch die maximale Tauchtiefe von 90 m auf 110 m gesteigert werden konnte, aber trotzdem hinter den Tauchleistungen vergleichbarer deutscher U-Boote weit zurückblieb. Zum Vergleich hatten die nie fertiggestellten deutschen Typ VII C/42-Boote eine von der Werft garantierte Tauchtiefe von 200 m und eine errechnete theoretische Zerstörungstiefe von 400 m.

Alle Boote waren von Anfang an mit aktiven und passiven akustischen Aufklärungsmitteln wie beispielsweise dem ASDIC-Gerät ausgestattet. Ab 1941 wurden die ersten Radar-Geräte zur See- und Luftraumüberwachung montiert. Die Radargeräte stellten einen enormen Vorteil dar, nachdem auch die britischen U-Boote die deutsche Taktik des aufgetauchten Nachtangriffes übernahmen, da zumindest die italienischen und japanischen Geleitschiffe wesentlich schlechtere oder gar keine elektronischen Aufklärungsmittel besaßen und auch die deutsche Radartechnik den britischen Entwicklungen hinterherhinkte.

Genauso wie auf deutschen und japanischen U-Booten dieser Zeit waren die Lebensumstände der Besatzung im Vergleich zu denen auf den modernen US-amerikanischen U-Booten der Gato- und Balao-Klasse sehr schlecht. Mehrere Seeleute mussten sich eine Hängematte teilen. Die sanitären Einrichtungen waren auf das absolut notwendige beschränkt. Da anfangs auch keine Klimaanlagen eingebaut waren, mussten die Männer in wärmeren Gewässern oftmals Temperaturen über 50 °C ertragen. Um die immer umfangreicher werdende empfindliche Elektronik zu schonen, wurden im Laufe des Krieges zumindest Klimaanlagen nachgerüstet. Die US-amerikanischen U-Boote besaßen von Anfang an Klimaanlagen und sogar Duschzellen.

Die Torpedobewaffnung war ungewöhnlich stark. Die Boote der ersten beiden Baulose waren im Bug mit sechs internen und zwei externen Torpedorohren bewaffnet. Die beiden externen Bugrohre befanden sich in einem Wulst, der bei Fahrt in Sehrohrtiefe eine deutlich sichtbare Bugwelle erzeugte und außerdem Sicht, Trimmung und Manövrierbarkeit einschränkte. Mittschiffs befanden sich vor dem Kommandoturm zwei weitere nach vorne ausgerichtete externe Rohre. Die mittleren externen Rohre befanden sich in einer ebenfalls sehr strömungsungünstigen Ausbuchtung. Die Boote der dritten Baugruppe besaßen eine leicht geänderte Bugform, wodurch die bisherigen Probleme zwar nicht beseitigt, aber gemildert werden konnten. Die mittleren Torpedorohre wurden hinter den Turm verlegt und abgewinkelt nach hinten ausgerichtet. Als weitere Neuerung wurde ab 1942 ein externes Hecktorpedorohr eingeführt, wodurch die Feuerkraft auf beachtliche elf Rohre anstieg. Die Torpedobewaffnung mehrerer Boote der älteren Baugruppen wurden später entsprechend umgebaut. Die Feuerleittechnik der Torpedowaffe war der Ausstattung deutscher und auch US-amerikanischer U-Boote weit unterlegen. Anfangs existierten nicht einmal optische Nachtzielgeräte. Dieser Nachteil wurde später durch den Einsatz von Radar teilweise ausgeglichen. Die Geräte zur Ermittlung der Feuerlösung waren verglichen mit den ausgefeilten deutschen Zielrechnern primitiv und unzuverlässig. Auch die Steuerung der Torpedos selber war schlechter als die der anderen Marinen. Deshalb mussten britische U-Boote häufig mit dem gesamten Rumpf zielen und den Bootskörper direkt auf das Ziel ausrichten. Allerdings waren die britischen Aufschlagzünder und die Tiefensteuerung der Torpedos von Anfang an wesentlich zuverlässiger als die Konstruktionen der Kriegsmarine und der US-Navy. Die britischen U-Boote blieben von Problemen wie der deutschen Torpedokrise oder dem US-amerikanischen Torpedoskandal verschont.

Alle U-Boote waren mit einem 4-Zoll/L40-Deckgeschütz bewaffnet. Zur Flugabwehr wurden auf den ersten beiden Baugruppen bis zu drei Lewis-MG im Kaliber .303″ (7,7 mm) eingesetzt. Bei Modernisierungen wurden die Maschinengewehre später durch ein 20-mm-Luftabwehrgeschütz ersetzt oder ergänzt. Die Einheiten des dritten Bauloses besaßen von Anfang an die Flak.

Super T Nach dem Kriegsende wurden fünf Boote der dritten Baugruppe, die einen vernieteten Rumpf besaßen, ähnlich dem US-amerikanischen Greater Underwater Propulsion Power Program modernisiert. Der Bootskörper wurde stromlinienförmiger gestaltet, mit Schnorchel ausgestattet, der Turm ersetzt und auf das Deckgeschütz sowie die Flak verzichtet. Die beiden externen Bugtorpedorohre und das achtere externe Torpedorohrpaar wurden demontiert. Die modernisierten Einheiten waren: Teredo, Tapir, Tireless, Talent (III) und Token.