miniatur|August Klages August 1911 miniatur|Wohnhaus in Salbke, Aufnahme aus dem Jahr 2008, kurz vor dem Abriss des Gebäudes miniatur|Grabstätte der Familie Klages auf dem Göttinger Stadtfriedhof
Wilhelm August Hermann Klages (* 19. Juni 1871 in Hannover; † 27. Dezember 1957 in Göttingen) war ein deutscher Chemiker und Hochschullehrer.
Leben Als Sohn eines Bäckermeisters absolvierte Klages nach dem Besuch des Leibniz-Gymnasiums in Hannover zunächst eine kaufmännische Ausbildung und studierte ab 1893 an der Universität Heidelberg Chemie, Botanik und Mineralogie. Er war Schüler und ab 1895 Assistent des Chemikers Victor Meyer. 1896 promovierte er über hydrierte Benzole und war danach Vorlesungsassistent bei Meyers Nachfolger Theodor Curtius, bis er sich 1900 für organische Chemie habilitierte. Danach arbeitete er als Privatdozent und ab 1904 als außerordentlicher Professor.
1906 ließ er sich beurlauben, um in der chemischen Industrie, zunächst bei der BASF, zu arbeiten. Im folgenden Jahr übernahm er als Nachfolger des erkrankten Constantin Fahlberg die Leitung der Saccharinfabrik AG in Salbke bei Magdeburg. Unter seiner Führung wurde die Produktpalette des Unternehmens deutlich ausgebaut. Den durch das Saccharingesetz stark eingeschränkten Umsatz ersetzte er durch die Produktion von Schwefelsäure. Hinzu kam eine Schwerpunktsetzung auf Pflanzenschutzmittel. 1912 entdeckte er den Bitterstoff bei der Oxidation von o-Toluensulfamid mit Kaliumpermanganat. Im Jahr 1920 entwickelte er Germisan, ein Mittel zur Beizung von Saatgut, welches in der Praxis der Landwirtschaft erhebliche Bedeutung erlangte. Klages, der als führender Fachmann auf den Gebieten Süßstoff-, Schwefel-, Salzsäure- und Pflanzenschutzmittelproduktion galt, erwarb diverse Patente.
In seiner Salbker Zeit lebte er im zuvor von Constantin Fahlberg bewohnten Haus Alt Salbke 49.Magdeburger Adreßbuch 1916, I. Teil, Seite 167. Das sanierte historische Gebäude wurde 2008 abgerissen, um eine bessere Sichtbarkeit für einen Einkaufsmarkt zu erreichen.
Klages amtierte ab 1927 als geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Vereins deutscher Chemiker in Berlin. 1928 wurde er Honorarprofessor für Stoffwirtschaft an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg. Er war Ausschussmitglied des Vereins zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands, Vorstandsmitglied im Deutschen Normenausschuss, im Verband technisch-wissenschaftlicher Vereine, im Reichsausschuss für Metallschutz und in der Deutschen Chemischen Gesellschaft.
1933 zog er sich aus dem Berufsleben zurück und lebte weiter in Berlin. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verzog er nach Göttingen.
Werke Ueber einige Derivate des m-Xylols, 1896 Studien in der Reihe hydrirter Benzole, 1897 Über das Pulegon und das Methylhexanon, 1899 Über das Nitrit der Aminoessigsäure, 1902 Zur Kenntnis der Amylbenzole, 1903 Über das optische Verhalten einiger Styrolene, 1907 Bekämpfung der Getreidekrankheiten, 1925 Schädlingsbekämpfung durch chemische Mittel. In: Franz Peters, Hermann Großmann (Hrsg.): Chemische Technologie der Neuzeit, Bd. 4, 1932, 1124–1154.
Literatur Guido Heinrich: Klages, Wilhelm August Hermann. In: Guido Heinrich, Gunter Schandera (Hrsg.): Magdeburger Biographisches Lexikon 19. und 20. Jahrhundert. Biographisches Lexikon für die Landeshauptstadt Magdeburg und die Landkreise Bördekreis, Jerichower Land, Ohrekreis und Schönebeck. Scriptum, Magdeburg 2002, ISBN 3-933046-49-1, S. 354. Robert Volz: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 1: A–K. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, , S. 932 f.
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Einzelnachweise
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