mini|hochkant=2|Selbstgebautes Kubb-Spiel in der Ausgangsstellung mini|Kubb-Spiel-Phasen, grafische Anleitung
Kubb ist ein Geschicklichkeitsspiel, das auf Rasen gespielt wird. In der heutigen Form wird es seit circa 1990 gespielt und ist vor allem in Schweden, Belgien, Deutschland, den USA und der Schweiz beliebt. Es ist aber auch in vielen anderen europäischen Ländern und auf dem asiatischen und australischen Kontinent nicht mehr selten. Im deutschsprachigen Raum wird es teilweise unter dem Titel „Wikingerschach“ vermarktet oder gespielt.
Spielidee Es treten zwei Mannschaften gegeneinander an. Eine Mannschaft besteht aus mindestens einer bis maximal sechs Personen. Die Spieler versuchen, jeweils die Holzklötze (Klotz=Kubb) der Gegenpartei mit Wurfhölzern umzuwerfen. Der König, der in der Mitte des Spielfelds steht, muss zuletzt getroffen werden. Wer zuerst alle Kubbs auf des Gegners Spielhälfte und den König getroffen hat, gewinnt das Spiel.
Spielmaterial mini|Kubb-Set mit einem König, vier Spielfeldbegrenzern, sechs Wurfhölzern und zehn Kubbs
Ein Kubbspiel wird traditionell selbst gebaut, ist aber auch käuflich erhältlich. Es besteht aus folgenden Figuren aus Holz: 1 König etwa 9 cm × 9 cm × 30 cm 10 Kubbs etwa 7 cm × 7 cm × 15 cm 6 Wurfhölzer Ø etwa 4,4 cm × 30 cm 4 Eckstäbe etwa 2 cm × 2 cm × 30 cm
Aufgrund der hohen Beanspruchung sollte dabei Hartholz verwendet werden.
Gelegentlich sind 6 Grenzhölzer im Spielset enthalten; zwei zusätzliche zur Markierung der Mittellinie.
Spielphasen
Spielvorbereitung mini mini|Kubb-Ausgangsposition
Bevor das Spiel beginnt, werden zwei Teams gebildet, die aus jeweils 1 bis 6 Personen bestehen.
Die traditionelle Spielfeldgröße beträgt 5 mal 8 Meter. Diese Größe kann aber je nach Fähigkeiten der Spieler frei gewählt werden. Die Fläche kann mit Grenzhölzern abgesteckt werden. Man kann Kubb auf allen möglichen Böden wie Rasen, Sand, Schnee oder festen Untergründen spielen.
Das Spiel besteht aus sechs massiven Wurf-Rundhölzern, zehn umzuwerfenden Klötzchen (Kubbs) und einem größeren König.
Je fünf Kubbs mit etwa einem Meter Abstand zueinander bilden auf jeder Seite die Grundlinie. Der König steht in der Mitte des Spielfeldes.
Die beiden Teams positionieren sich einander gegenüber zu beiden Seiten hinter ihrer jeweiligen Grundlinie, die durch die aufgestellten Kubbs (Grundlinien- oder Basiskubbs) gebildet wird.
Ein Spiel besteht aus mehreren Spielrunden. Welches Team die erste Spielrunde beginnt, wird ausgelost. Danach wechselt das Erstwurfsrecht pro Spielrunde. Eine alternative Regel besagt, dass jedes Team einen einzigen Versuch hat, mit einem Wurfholz dem König möglichst nahe zu kommen. Das Team, dessen Wurfholz dem König am nächsten kommt, ohne ihn umzuwerfen, darf beginnen.
Spielverlauf mini|Beispielhafte Spielsituation
Das beginnende Team A erhält als erstes die sechs Wurfhölzer. Alle Teammitglieder bekommen nach Möglichkeit dieselbe Anzahl an Wurfhölzern. Nun wird versucht, die gegnerischen Kubbs durch Werfen der Rundhölzer zu fällen. Dabei wird grundsätzlich von unten geworfen. Der Stab soll dabei mit seiner Längsachse in Wurfrichtung fliegen, Horizontalwürfe und rotierende Würfe sind verboten. Die Wurfhölzer und eventuell umgeworfene Kubbs bleiben liegen, bis alle Teammitglieder ihre Hölzer geworfen haben. Nachdem Team A seine Würfe abgeschlossen hat, sammelt Team B alle Wurfhölzer und umgeworfenen Kubbs ein und ist nun an der Reihe.
mini|links|Farbig gestaltetes Kubb-Spiel
Die umgefallenen Kubbs werden nun von Team B in die Feldhälfte von Team A geworfen. Die Mitglieder von Team A stellen die Kubbs dort auf, wo sie liegen geblieben sind. Dabei ist es jedoch den Teammitgliedern freigestellt, in welche Richtung der Kubb zum Hinstellen gekippt wird. Liegt der Kubb auf der Mittellinie oder einer der Außenlinien, so muss er immer so aufgestellt werden, dass mindestens die Hälfte seiner Grundfläche über die Linienmitte ragt. Team B hat pro Kubb maximal zwei Versuche, um die gegnerische Feldhälfte zu treffen. Landet der Kubb auch beim zweiten Versuch außerhalb der gegnerischen Feldhälfte, darf Team A den Kubb selbst von der gegnerischen Grundlinie in die eigene Feldhälfte einwerfen. Der Kubb muss dabei vom König oder von den Eckpunkten mindestens eine Wurfholzlänge Abstand einhalten. Die eingeworfenen Kubbs werden Feldkubbs genannt.
Meist wird Team B versuchen, die Feldkubbs möglichst nahe hinter die Mittellinie zu werfen. Dies hat den Vorteil, dass sie aufgrund der geringeren Distanz einfacher zu treffen sind. Ebenso wird meist versucht, die Feldkubbs möglichst nahe beieinander zu positionieren, damit die Chance besteht, mit den folgenden Wurfholzwürfen zwei oder mehr Kubbs auf einmal zu fällen. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, die Feldkubbs zu stapeln sofern sie durch einen anderen Feldkubb getroffen werden. Man bezeichnet einen Wurf als „Adamus“-Wurf, wenn gestapelte Feldkubbs getroffen werden, der untere Kubb jedoch stehen bleibt.
Nachdem alle Feldkubbs platziert sind, wirft Team B mit den sechs Wurfhölzern auf die Kubbs in der Feldhälfte von Team A. Dabei müssen zuerst alle Feldkubbs umgeworfen werden. Falls einer der Basiskubbs umfällt, bevor alle Feldkubbs gefällt wurden, muss dieser wieder aufgestellt werden. Sobald Team B alle Feldkubbs gefällt hat, darf es wieder auf die Basiskubbs von Team A werfen.
Anschließend ist Team A wieder an der Reihe. Auch Team A wirft zunächst alle Kubbs, die von Team B umgeworfen wurden, in die gegnerische Feldhälfte. Falls es Team B nicht gelungen war, alle Feldkubbs zu fällen, darf Team A nun mit den Wurfhölzern bis zu dem Feldkubb in seiner Hälfte vorgehen, der der Mittellinie am nächsten steht. Dieser Kubb bildet also die neue Wurflinie für diese Runde von Team A.
Spielende Sobald ein Team alle gegnerischen Feld- und Basiskubbs umgeworfen hat, darf es von der Grundlinie auf den König werfen. Falls es den König umwirft, hat dieses Team das Spiel gewonnen.
Wirft ein Team den König um, bevor es alle gegnerischen Feld- und Basiskubbs umwerfen konnte, so hat es das Spiel verloren.
Spielvarianten mini|Kubbspieler
Wie bei fast jedem Spiel gibt es auch beim Kubb eine Reihe von Varianten der oben dargestellten Regeln. Die einfachste Variante ist dabei eine Verkleinerung des Spielfeldes oder eine geringere Zahl der Basiskubbs, um das Spiel etwas zu verkürzen.
Eine Variante bezieht sich auf die Platzierung der Feldkubbs. Dabei kann von der einwerfenden Partei versucht werden, bereits vorher eingeworfene Feldkubbs zu treffen. Gelingt dies, so dürfen die Kubbs zu einem Turm gestapelt (übereinander) oder nebeneinander in Reihe aufgestellt werden.
Nach einer weiteren Variante werden gefällte Basiskubbs direkt aus dem Spiel genommen, sie werden also nicht wieder in das gegnerische Feld geworfen. Dies verkürzt die Spielzeit erheblich und ermöglicht es Kubb-Neulingen, erst einmal ein Gefühl für das Werfen zu bekommen.
Ebenso ist es möglich, bei Spielen mit Erwachsenen und kleinen Kindern (etwa drei bis fünf Jahre) den Kindern zu erlauben, immer ab der Mittellinie zu werfen.
Um das Ende des Spiels noch spannender zu machen, gibt es in einer Variante die Auflage, den König mit dem Rücken zum Spielfeld und einem durch die Beine hindurch geworfenen Holz zu treffen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass der König von Rechtshändern mit links und von Linkshändern mit rechts abgeworfen werden muss, um zu gewinnen.
Ebenfalls gibt es die Möglichkeit, zu Spielbeginn eine „schwarze Witwe“ und eine „Jokerin“ zu definieren. Wird die „schwarze Witwe“ getroffen, ist die Wurfrunde für den Werfer beendet. Wird die Jokerin getroffen, startet die Wurfrunde hingegen von Neuem.
In Finnland ist ein ähnliches Spiel namens Mölkky mit Wurfhölzern verbreitet, das allerdings nicht im Team, sondern im Modus „Jeder gegen Jeden“ gespielt wird. Eine weitere Variante ist in Russland unter dem Namen Gorodki bekannt.
Wettbewerbe
„VM i Kubb“ – Die Kubbweltmeisterschaften Seit 1995 finden jährlich in Rone auf der schwedischen Insel Gotland die „offiziellen“ Kubb-Weltmeisterschaften statt. Die Kubb-Meisterschaft ist offen für alle Kubb-Teams, die sich anmelden, dabei gelten keine Altersbeschränkungen.
Im Jahr 2002 kamen 183 Teams mit jeweils sechs Mitgliedern zusammen, um den Titel zu erringen. Das Alter der Teilnehmer lag dabei zwischen acht und 85 Jahren. Im Jahr 2005 fand die „VM i Kubb“ an zwei Wettkampftagen statt, dem 5. und 6. August. Dabei fanden am ersten Tag die komplette Qualifikationsrunde sowie alle Finalrunden statt, lediglich das Finalspiel startete am zweiten Tag. Dieser zweite Tag war ansonsten ausgefüllt mit der kleinen Meisterschaft sowie einem Gruppenspiel aus insgesamt 64 Teams, die sich in diesem und im Vorjahr qualifiziert hatten. Als Sieger und Weltmeister gingen auch dieses Jahr die Teilnehmer des Teams „Ekeby“ vom Platz.
Im Jahr 2008 waren wieder 160 Mannschaften am Start und das Teilnehmerfeld so international wie nie zuvor: Teams nicht nur aus Schweden, sondern auch aus Ländern wie Großbritannien, Österreich, Deutschland, Frankreich und Australien nahmen teil. Das Team „Ekeby“ war in den letzten Jahren die erfolgreichste Mannschaft, 2008 schlugen sie im Finale das deutsche Team „Fortschritt99“, 2009 das Team „Gloria Victis“. 2010 gewann das Team „Gloria Victis“, Team „Ekeby“ schied bereits in der Vorrunde aus.
Im Jahr 2013 ging der Weltmeistertitel das erste Mal nach Deutschland an das deutsche Auswahlteam „Kubb’Ings“.
Als drittes Team in der Kubb-Geschichte konnte das deutsche Auswahlteam seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen. 2015 spielten die Gipfelstürmer mit einem eigenen Team und holten mit österreichischen und schwedischen Freunden den Titel sogar das dritte Mal in Folge nach Deutschland. 2015 siegten die Kubb’Ings bei der Lilla VM am Samstag gegen Gloria Victis.
2016 formierten sich die beiden Rostocker Einzelteams zu „Kubb’Ings and Fortschritt99“ und konnten den WM-Titel erneut nach Deutschland holen. Der Sieger der Lilla VM am Samstag waren Mulde Fritidsby aus Schweden.
Siegerliste seit 1995 Jahr Teams Weltmeister Vize-Weltmeister 3. Platz 4. Platz 1995 28 Teams Fole/Hejnum Centralföreningen Team Ekeby De 6 kubbspelarna 1996 59 Teams Team Ekeby Slappers Rone City Visby AIK 1 Palmkvists Sorkar 1997 76 Teams Team Ekeby Vambi Centralföreningen Roma 1998 108 Teams Fole/Hejnum Vambi Guteresor Palmqvists Sorkar 1999 128 Teams Fole/Hejnum Onda papperets lag Team Roma Centralföreningen 2000 127 Teams United States Boffen ́s Drängar By-Pers-Iris Hajo 2001 170 Teams Team Ekeby Sudret Losers Kubbikarna Jägarna 2002 208 Teams Team Ekeby Kubbikarna Fole/Hejnum Inge Lip 2003 176 Teams Team Ekeby Sportskubb Sportsklubb Kubbikarna Emmas Pojkar 2004 168 Teams Sportskubb Sportsklubb Mbinu Mashujaa Elefantbajs 2000 Korpen Nybro 2005Ergebnis 2005, Weltmeisterschaftsausrichter 145 Teams Team Ekeby Elefantbajs 2000 Granskogarna Maltes Bil & Rep 2006Ergebnis 2006, Weltmeisterschaftsausrichter 140 Teams Elefantbajs 2000 Team Ekeby Korpen Nybro Mandelkubbar 2007Ergebnis 2007, Weltmeisterschaftsausrichter 154 Teams Team Ekeby Boffens drängar Jonssons trutar Flintstones 2008Ergebnis 2008, Weltmeisterschaftsausrichter 160 Teams Team Ekeby Fortschritt99 Gloria Victis Korpen Nybro 2009Ergebnis 2009, Weltmeisterschaftsausrichter 179 Teams Team Ekeby Gloria Victis Fortschritt99 Mixkubbarna 2010Ergebnis 2010, Weltmeisterschaftsausrichter 196 Teams Gloria Victis Signalgatan Fortschritt99 Emmas Pojkar 2011Ergebnis 2011, Weltmeisterschaftsausrichter 192 Teams Team Ekeby Elefantbajs 2000 SMP Basel United Gloria Victis 2012Ergebnis 2012, www.kubbwiki.de 178 Teams Team Ekeby Berras Sorkar Gloria Victis SMP Basel United 2013Ergebnis 2013, www.kubbwiki.de 170 Teams Kubb’Ings Menage A Trois Gloria Victis Emmi Gardell 2014(vmkubb.com Ergebnis 2014, www.vmkubb.com) 185 Teams Kubb’Ings meets Biersekte,