miniatur|hochkant|Altstädtisches Rathaus
Die Danziger Altstadt (polnisch Stare Miasto) ist ein Stadtteil von Danzig, der nördlich der historisch bedeutsamen Rechtstadt liegt. Zusammen mit dieser und der südlich von dieser gelegenen Vorstadt sowie der östlich der Mottlau gelegenen Speicherinsel bildete sie seit dem Mittelalter die von Befestigungsanlagen umgebene Stadt Danzig. Altstadt und Rechtstadt verfügten innerhalb Danzigs noch bis in die frühe Neuzeit über eigene Stadtmauern, die ihre Gebiete gegeneinander abgrenzten. Rechtlich wurden sie 1454 vereinigt, als die Stadt unter die Oberherrschaft der polnischen Krone kam.
Der Begriff Altstadt ist somit hier nicht als Bezeichnung des gesamten „historischen“ Stadtgebietes in Abgrenzung von den sich insbesondere seit dem 19. Jahrhundert entwickelnden Vororten zu verstehen, sondern als Bezeichnung dessen ältesten Teils.
Lage miniatur|Altstadt Die Altstadt liegt im nördlichen Teil des heutigen Stadtbezirks Śródmieście (Stadtmitte). Sie grenzt im Süden an die Rechtstadt und im Osten an die Speicherinsel. Die Gebiete Zamczysko (Altes Schloss), Osiek (Hakelwerk) und Brama Oliwska (Olivaer Tor) gehören zu diesem Stadtteil.
Das historische Zentrum der Altstadt bilden die Katharinenkirche und die nördlich anschließenden Straßen (darunter die Ulica Korzenna/Pfeffergasse).
Geschichte miniatur|Danzig 1601, Altstadt im oberen Drittel Etwa in den 1180er Jahren siedelten sich Handwerker im Gebiet um die später errichtete Katharinenkirche an, viele davon aus Lübeck. Zwischen 1224 und 1263 erhielt diese Siedlung vom in der benachbarten Burg Danzig residierenden pommerellischen Herzog Swantopolk II. das Stadtrecht nach lübischem Recht (möglicherweise bereits mit der benachbarten Nikolaikirche).Zur Frage, welches Gebiet um 1224/63 das Stadtrecht bekam siehe Kazimierz Jasiński: Początki gminy miejskiej w Gdańsku. Na marginesie badań nad dokumentem Świętopełka dla dominikanów gdańskich z 1227 r. und Wiesław Długokęcki, Izabela Szymańska: Zmiany w przestrzeni gdańskiego miejskiego zespołu osadniczego pod panowaniem zakonu krzyżackiego a problem lokalizacji miasta samorządowego w Gdańsku w XIII w
Nach der Eroberung Danzigs durch den Deutschen Orden 1308 verließen einige deutsche Handwerker die Siedlung. Diese weitete sich in den folgenden Jahrzehnten weiter nach Norden aus. Um 1374/77 wurde der alde stad Danczk (erste Erwähnung unter dieser Bezeichnung) vom Deutschen Orden das Stadtrecht nach Kulmer Recht verliehen wie 1343/47 der Rechtstadt und 1380 der bis 1455 bestehenden Jungstadt.Theodor Hirsch: Danziger Handels- und Gewerbegeschichte unter der Herrschaft des Deutschen Ordens. Leipzig 1858. S. 71, mit Erwähnung 1374 Um 1390 wurde ein Brigittenkloster angesiedelt.
Seit der Unterstellung des Gebietes unter die polnische Krone 1454 gab es nur noch einen Rat und Bürgermeister in der Rechtstadt für alle deutschen Danziger Siedlungen. Einige Jahre später wurden die Bartholomäuskirche und das Karmeliterkloster aus der Jungstadt in die Altstadt verlegt.
In den folgenden Jahrhunderten lebten in der Altstadt weiterhin vor allem Handwerker und Kaufleute, wie einige Straßennamen dauerhaft bezeugten: Böttchergasse, Töpfergasse, Tischlergasse, Pfeffergasse. In: danzig.at (Danziger Straßenkunde, mit weiteren Straßennamen in der Leiste links).
miniatur|Hauptbahnhof 1945 wurde der größte Teil der Altstadt zerstört. Seitdem ist der Stadtteil überwiegend durch moderne Bebauung und Grünflächen geprägt. Einige historische Sehenswürdigkeiten sind erhalten oder wurden wieder aufgebaut.
Sehenswürdigkeiten miniatur|Blick auf die Altstadt Kirchen: Katharinenkirche Brigittenkirche Bartholomäuskirche Elisabethkirche Josephskirche
Weitere historische Bauwerke: Altstädtisches Rathaus, erbaut im 16. Jahrhundert, im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört Große Mühle an der Radaune Polnische Post, am Heveliusplatz 1 (Plac Obrońców Poczty Polskiej) Hauptbahnhof
Persönlichkeiten
Johannes Hevelius (1611–1687), Astronom und Mitglied des Stadtrates, hatte eine Sternwarte auf seinen Dächern in der Pfeffergasse , , fùr den ein Denkmal und ein Wasserspielbrunnen errichtet wurden.
Weblinks
Altstadt Danzig Andrzej Januszajtis: Stare Miasto Gedanopedia, mit historischen Fotos (polnisch)
Stadtplan von 1932
Einzelnachweise
Kategorie:Geschichte der Stadt Danzig Danzig Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1377 Kategorie:Ersterwähnung 1374