mini|Die Kirche von Bojendorf in der Ortsmitte, Südansicht (Vorderseite)
Bojendorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Wattendorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern. Die Gemarkung Bojendorf hat eine Fläche von 7,686 km². Sie ist in 950 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8091 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Mährenhüll.
Geografie Das Kirchdorf liegt auf einer Hochebene des Fränkischen Jura. Die Staatsstraße 2210 führt nach Mährenhüll (2 km südwestlich) bzw. nach Arnstein (2 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Rothmannsthal zur Kreisstraße LIF 4 (2,5 km nordwestlich).
Geschichte Die erste Siedlung auf dem Gebiet des Dorfes entstand mit großer Wahrscheinlichkeit bereits im 9. Jahrhundert. Im Jahr 1126 wurde Bojendorf als „Potechendorf“, 1337 als „Pothechendorf“,Joachim Andraschke: Die Wüstung auf dem Gebirge. In: Heimatgeschichtliche Zeitschrift für den Landkreis Lichtenfels, Band 11 - 2002, Verlag Vom Main zum Jura, Eggolsheim 2002, S. 32 später als „Poichendorf“ und „Potichendorf“ erwähnt. Das Gebiet wurde von 1118 bis 1244 von den Reichsfürsten von Arnstein, bis 1248 von den Herzögen von Meranien regiert. Im Jahr 1306 wurde Arnstein mit Poichendorf an den Bischof von Bamberg verkauft. Aus den Jahren 13331 ist die Schreibweise des Ortes mit „Podechendorf“ und 1360 als „Poychendorf“ überliefert. Der Name könnte sich sowohl auf den germanischen Rufnamen Poticho als auch auf den slawischen Namen Potecha beziehen.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Bojendorf aus 24 Anwesen und 1 Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Scheßlitz. Grundherren waren das Amt Scheßlitz: 2 Höfe, 3 Sölden, 1 Söldengütlein, 1 Tropfsölde; die Hofkanzlei Bamberg: 1 Hof, 2 Lehen, 1 Sölde, 1 Tropfsölde; der Bamberger Kollegiatstift St. Stephan: 1 Lehen; das Kloster Langheim: 1 halbes Lehen; die Pfarrei Arnstein: 1 Lehen; die Engelmesse zu Weismain: 1 Hof; das Bamberger St.-Elisabeth-Hospital: 3 Lehen; die Herren von Redwitz zu Teisenort: 1 Sölde, 2 Gütlein; die Bamberger Patrizier Zollner vom Brand: 1 Häuslein; die Markgraftum Brandenburg-Bayreuth: 1 Sölde.W. Weiß: Bamberg, S. 110.
Im Jahre 1802 kam Bojendorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde 1811 das Steuerdistrikt Bojendorf gebildet, zu dem Mährenhüll gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Bojendorf, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz, 1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für die Verwaltung zuständig. Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).W. Weiß: Bamberg, S. 235. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 7,672 km².
Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Bojendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Wattendorf eingegliedert.
Baudenkmäler In Bojendorf gibt es zwei Baudenkmäler: Haus Nr. 3: Wohnstallbau Bildstock
Bodendenkmäler In der Gemarkung Bojendorf gibt es vier Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Bojendorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 219 259 230 225 234 242 256 271 289 306 296 293 275 273 294 304 316 293 275 331 285 272 265 244HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 38 38 44 45 46 49 50 52 Quelle
Ort Bojendorf Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2022Einwohner 161 164 177 211 189 211 192 180 159 161 132Häuser 26 30 31 34 34 36 35 Quelle
Religion Bojendorf ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Nikolaus (Weismain-Arnstein) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Geographie (Wattendorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Geographie (Fränkische Schweiz) Kategorie:Ersterwähnung 1126 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg