Gerhard Pürstl (* 5. Juli 1962 in Wien) ist als Polizeipräsident seit 2008 Leiter der Bundespolizeidirektion Wien, seit der Sicherheitsbehörden-Neustrukturierung 2012 Landespolizeipräsident der Landespolizeidirektion Wien.
Leben Nach dem Ablegen der Matura absolvierte Pürstl eine Dienstzeit als Einjährig-Freiwilliger beim Bundesheer. Nach mehreren Führungsausbildungen und Truppenausbildungen rüstete er im Rang eines Oberleutnants ab.
Danach studierte er an der Universität Wien Jus. Nach seiner Promotion trat er 1988 als Rechtskundiger Beamter in den Dienst der Wiener Polizei. Die Bezirkspolizeikommissariate Brigittenau, Währing und Leopoldstadt bildeten in den Jahren 1988 bis 1990 seine Stationen als Referent.
Sechs Jahre lang hatte er danach die Funktion eines Hauptreferenten im Büro für Organisation, Rechtsfragen und Fachaufsicht in der Präsidialabteilung der Polizeidirektion. Von 1996 bis 2002 war er Leiterstellvertreter dieses Büros.
Nach der Umstrukturierung der BPD im Zuge der Wiener Polizeireform war Pürstl vorerst als Hauptreferent im Büro für Rechtsfragen und Datenschutz tätig, um ab Oktober 2002 dessen Vorstand zu werden. Er führte zuletzt den Amtstitel eines Hofrats.
Nach der Ankündigung von Polizeipräsident Peter Stiedl, sich in den Ruhestand zurückzuziehen, wurde Pürstl im Rahmen der Nachfolgeausschreibung als einziger von dreizehn Kandidaten von der Bewertungskommission als „in höchstem Maße geeignet“ für die Nachfolge Stiedls beschrieben. Mitte Dezember 2007 wurde Pürstl von Innenminister Günther Platter als neuer Polizeipräsident bekanntgegeben und trat sein Amt am 1. Jänner 2008 an.
Da mit 1. September 2012 in ganz Österreich die Landespolizeidirektionen auf Grund der Sicherheitsbehörden-Neustrukturierung eingeführt wurden, trägt Pürstl seitdem den Titel Landespolizeipräsident.
Mediale Aufmerksamkeit wurde Pürstl im Rahmen des Wiener Akademikerballs 2014 zuteil. Die Grünen forderten seinen Rücktritt, nachdem er im Rahmen der ORF-Sendung Im Zentrum folgenden Satz sagte: Rückhalt bekam Pürstl aus Reihen der ÖVP und der FPÖ, die den Einsatz der 2000 Polizisten im Rahmen des Akademikerballes lobten.awe: Nach Akademikerball: Wiens Polizeipräsident zeigt Nerven. In: Die Presse, 27. Jänner 2014, abgerufen am 7. Juni 2021. Pürstl war Mitglied der Wiener schlagenden pennalen Burschenschaft Franko-Cherusker. Er sei jedoch nur Teil der Burschenschaft gewesen, habe allerdings .Polizeipräsident Pürstl war bei rechter Verbindung. Er habe „überall hineingeschnuppert“ – Grüne bringen sofort parlamentarische Anfrage ein. In: News, 3. Februar 2021, abgerufen am 7. Juni 2021.
2023 wurde er von Innenminister Gerhard Karner für weitere fünf Jahre zum Landespolizeipräsidenten von Wien bestellt.
Auszeichnungen 2010: Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik ÖsterreichAufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB). 2012: Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
Weblinks
Lebenslauf Hofrat Mag. Dr. Gerhard Pürstl - Polizeipräsident in Wien. In: APA-OTS-Presseaussendung des Bundesministeriums für Inneres, 19. Dezember 2007. Die beruflichen Stationen von Mag. Dr. Gerhard Pürstl. In: LPD-Führungskräfte Wien. Bundesministerium für Inneres (Hrsg.), November 2020. Vanessa Gaigg, Gabriele Scherndl: Polizeipräsident Pürstl: „Solche Demos kannten wir bisher nicht“. Interview. In: Der Standard, 25. Februar 2021.
Einzelnachweise
Kategorie:Polizeipräsident (Wien) Kategorie:Oberleutnant (Zweite Republik Österreich) Kategorie:Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich Kategorie:Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1962 Kategorie:Mann Kategorie:Hofrat (Polizei, Zweite Republik Österreich)