Berghausen (mundartlich Berkhaus) ist ein Ortsteil von Bad Berleburg im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen.
Das Dorf gehört zum Kirchspiel Raumland.
Lage Berghausen liegt im Edertal an der L 553, eingebettet in den Naturpark Rothaargebirge, in Wittgenstein.
Geschichte Erste urkundliche Zeugnisse betreffen das Jahr 1173.Günther Wrede: Territorialgeschichte der Grafschaft Wittgenstein. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1927, S. 130. In der mittelalterlichen Schreibweise „Berchusen“ steht der Ort schon früh im Zusammenhang mit dem Kirchspiel Raumland und grafschaftlichem Grundbesitz. Weitere Urkunden aus den Jahren 1299 und 1362 zeugen von einer frühen Besiedelung. Wittgensteiner Besitz ist in einer Urkunde aus dem Jahr 1466 belegbar. Für die Kirche wurde 1503 die erste Glocke gekauft. 1575 wurden Hammerhütten eingerichtet, die aber nur bis 1578 betrieben wurden. Diese wurden abgebrochen und in Balde wieder errichtet.
Die Schulzerei Berghausen tauchte erstmals 1590 auf. Der Kauf einer zweiten Kirchenglocke erfolgte im Jahr 1653. 1773 gründete sich die Schulzerei Berghausen. Die baufällig gewordene Kirche musste abgerissen werden; Der Neubau konnte 1793 eingeweiht werden. Wittgenstein und somit auch Berghausen wurden 1816 preußisch. 1819 erfolgte der Wechsel zum Schultheißenbezirk Dotzlar. 1845 wurde das Amt Berghausen eingerichtet. 1890 gründete sich der Gesangverein. 1905 wurde der Schützenverein Berghausen gegründet. 1911 bekam der Ort einen Bahnhof und wurde an die Bahnstrecke Erndtebrück–Bad Berleburg angeschlossen. Im Ersten Weltkrieg zählte Berghausen 35 Gefallene und zwei Vermisste. Der Zweite Weltkrieg forderte nochmals 53 gefallene und 22 vermisste Kriegsteilnehmer.
mini|Siegelmarke der Ämter Berghausen und Girkhausen in Berleburg
Der Ort gehört seit der Gebietsreform, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat (§ 18 Sauerland/Paderborn-Gesetz), zum Stadtbereich Bad Berleburg und war bis zur Eingemeindung eine selbständige Gemeinde des Amtes Berghausen im damaligen Kreis Wittgenstein. Am 5. und 6. September 1998 feierte Berghausen sein 825-jähriges Bestehen.
Gegen die Pläne der Stadt, nahe Berghausen eine Vorrangzone mit dem Namen „Kilbe-Nord“ für die Nutzung von Windenergie auszuweisen, entwickelte sich großer Widerstand im Ort. Es wurde eine Bürgerinitiative gegründet.
Ortsname im Wandel der Zeit 1173: Berchusen 1362: Berhusen 1472: Berckusen 1508: Berckhusen, Bergckhussen 1532: Ber(c)khausen 1671: Berghausen
Einwohnerentwicklung 1510: 60 Einwohner in 10 Häusern 1518: 0 Einwohner: Der Ort ist eine Wüstung bis etwa 1550. 1624: 150 Einwohner in 24 Häusern 1819: 409 Einwohner in 52 Häusern 1854: 536 Einwohner in 58 Häusern 1900: 566 Einwohner 1961: 1154 Einwohner 1970: 1408 Einwohner 1974: 1392 Einwohner 2010: 1450 EinwohnerWebseite der Stadt Bad Berleburg, gesichtet 18. November 2010 2011: 1538 Einwohner 2021: 1303 Einwohner 2023: 1273 Einwohner 2026: 1356 Einwohner
Verkehr mini|Haltepunkt der Bahn in Berghausen
Durch den Haltepunkt Berghausen (b Wittgenstein) ist der Ort an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Linie RB 93 bietet stündliche Verbindungen in Richtung Erndtebrück beziehungsweise Bad Berleburg.
Linie Verlauf Takt
Persönlichkeiten Folgende Persönlichkeiten sind in Berghausen geboren. Auflistung alphabetisch. Helmut Born (* 1948), Generalsekretär des Bauernverbandes Paul Breuer (* 1950), Politiker und Landrat Norbert Dickel (* 1961), ehem. Profi-Fußballspieler Maik Eckhardt (* 1970), Sportschütze und Olympiateilnehmer Oswald Römer (1938–1998), Maler und Zeichner Pia Wunderlich (* 1975), ehem. Profi-Fußballspielerin
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Bad Berleburg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Siegen-Wittgenstein) Kategorie:Ersterwähnung 1173 Kategorie:Gemeindeauflösung 1975