Der Jeep Grand Cherokee ist ein Sports Utility Vehicle der Oberen Mittelklasse des Automobilkonzerns Stellantis, der unter der Automobilmarke Jeep produziert und verkauft wird. Der Grand Cherokee für Europa wurde bis 2010 bei Magna Steyr in Österreich gefertigt. Der Grand Cherokee wird gemäß der Richtlinie 87/403/EWG der Klasse der Geländewagen zugezählt.

Entwicklung Der Grand Cherokee wurde eigentlich aus dem kleineren Jeep Cherokee entwickelt. Seine Ursprünge gehen auf das Jahr 1983 zurück, als die Ingenieure von AMC einen Nachfolger für den Cherokee konstruierten. Der Prototyp „Jeep Concept 1“ von 1989 nahm die grundsätzliche Konstruktion vorweg. Die AMC-Ingenieure wollten den Wagen bereits in den späten 1980er-Jahren präsentieren, aber der damalige Konzernchef Lee Iacocca priorisierte überarbeitete Minivans der Chrysler Corporation, durch die AMC 1987 übernommen worden war. Dadurch verzögerte sich seine Vorstellung und er wurde nun zum ersten Jeep mit Chrysler-Emblem. Er sollte mit dem Ford Explorer konkurrieren.

1992 wurde der erste Grand Cherokee in großem Stil auf der North American International Auto Show in Detroit vorgestellt: Der damalige Chrysler-Präsident Robert A. Lutz fuhr den Bürgermeister von Detroit Coleman Young die Stufen der Cobo-Hall hinauf und durch ein Glasfenster. Die Produktion des Grand Cherokee begann wenig später im dafür gebauten „Jefferson North Assembly“-Werk in Detroit.

ZJ (1993–1998)

mini|links|1993 Jeep Grand Cherokee mini|links|Hinten Die ZJ-Modelle wurden von 1993 bis 1998 gebaut. Die Modelle mit V8 standen 1993 auf der Liste der „10 Besten Autos“ der Zeitschrift „Car and Driver“ und er wurde Truck of the Year der Zeitschrift Motor Trend. Das Modell gewann insgesamt dreimal den hoch angesehenen Preis 4x4 of the Year der Zeitschrift Petersen's 4-Wheel & Off-Road, nämlich in den Jahren 1993, 1996 (nach der Einführung des neuen Vorgeleges) und 1998 für den Limited 5.9.

Auf Wunsch gab es ein Up-Country-Paket mit stärkeren Gasdruckstoßdämpfern und anderen verstärkten Fahrwerkskomponenten.

1995 steigerte Chrysler das Drehmoment des 5,2-Liter-V8-Motors von 386 auf 407 Nm. Mit dem Modelljahr 1996 erhielt das Modell einige kleinere kosmetische Veränderungen an Kühlergrill und Stoßfänger, welcher nun mit integrierten Nebelleuchten ausgestattet war. Im Innenraum gab es nun Fahrer und Beifahrer-Airbag serienmäßig, das Armaturenbrett erhielt eine weichere Form und es waren hochwertigere Bezugsstoffe verfügbar. Des Weiteren wurden Schalter und Knöpfe überarbeitet und wirkten nun moderner. Auch wich der Analoge Kilometerzähler einem Digitalen. Zugleich wurden die noch von AMC stammenden „Grand Cherokee“-Embleme auf den vorderen Kotflügeln durch bei Chrysler übliche ersetzt. Der AMC-Reihensechszylindermotor mit 4,0 Litern Hubraum wurde ebenfalls überarbeitet; er verlor zwar etwas Leistung, gewann aber an maximalen Drehmoment und Laufruhe.

Ausstattungsvarianten Serie Base (1993–1995): Das einfachste Modell besaß Stoffsitzbezüge und ein manuelles 5-Gang-Getriebe. 1994 in SE umbenannt, gehörten elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung noch nicht zu dieser Basisausstattung des ZJ. Sie wurden erst 1995 Serie. Der hohe Preis führte zu schwachem Kundeninteresse und damit zu geringen Stückzahlen und dies wiederum zur Einstellung des heute seltenen Grundmodells.

Laredo (1993–1998): Dies war das ehemals mittlere, 1996 zur Basis gewordene Modell mit zusätzlichen Kunststoffpanelen und -Schürzen an der Karosserie, elektrischen Fensterhebern, Zentralverriegelung, Tempomat und Fünfspeichen-Alufelgen. Limited (1993–1998): Er war das Spitzenmodell. Seine Kunststoffschürzen waren in Wagenfarbe lackiert. Er hatte eine Lederausstattung und auf Wunsch ein Schiebedach, beheizbare Spiegel, elektrisch verstellbare und beheizbare Sitze, eine Schlüsselkarte (Keyless Entry), Bordcomputer und Alufelgen in speziellem Design. Ab 1996 bot er noch mehr Luxus, wie einen Memory-Fahrersitz, die Fernbedienung des Radios vom Lenkrad aus und eine progressiv arbeitende Servolenkung.

Sondermodelle Limited 5.9 (1998) mini|Grand Cherokee 5,9 l (1998) (mit Luftaustrittsöffnungen auf der Motorhaube und Streckgittereinsatz im Kühlergrill) Der Limited 5.9L wurde in limitierter Stückzahl und nur im Modelljahr 1998 gefertigt. Angetrieben mit dem 5.9L Magnum V8, welcher auch aus dem Dodge Durango R/T und später aus dem Dodge Dakota R/T bekannt war, leistete dieses Modell 183 kW (245 PS). Er beschleunigte in 7,3 s von 0 auf 100 km/h, was ihn zum schnellsten SUV des Jahres machte. Er wurde weltweit nur 14.286 Mal gebaut. Seine Seltenheit und seine Leistung sorgen dafür, dass er sehr gesucht ist. Die zusätzliche Ausstattung umfasst außerdem: funktionstüchtige Luftaustritte auf der Motorhaube Kühlergrill mit feinmaschigen Gittereinsätzen spezielle Aluminiumräder mit fünf Speichen Reifen ohne weiße Aufschrift ein höherwertiges Premium-Audio-Stereo-System aus der Infinity-Gold Serie, mit 180 W Leistung und zehn Lautsprechern, davon vier auf einer Lautsprecherkonsole hinten Sitzbezüge aus weicherem Kalbsleder Türverkleidungen aus Leder Automatikhebel, Hebel für die Handbremse und Vorgelegehebel mit Lederknauf Holzimitatverkleidung um den Sockel Automatikwählhebels eine Reserveradabdeckung aus Leder mit verschiedenen Taschen eine Mittelarmlehne hinten einen niedrigeren Dachgepäckträger, der die Quietschgeräusche des Trägers beseitigte Kunststoffbeplankungen außen in Wagenfarbe Schwellenschürzen

und zur zusätzlichen Leistungssteigerung

ein stärkeres 46RE-Getriebe mit verstärkter Abtriebswelle ein Dana-44A-Differential (Aluminiumgehäuse) mit Sperre einen elektrischen Ventilator Lichtmaschine mit erhöhter Leistung Hochleistungs-Auspuffanlage mit dreizölligen Rohren (7,6 cm Durchmesser) und einem großen polierten Endstück aus Edelstahl.

Es gab ihn nur in den Außenfarben Deep Slate (Schwarz Metallic), Forest Green PG 8 und Bright Platinum Metallic (Platinsilber) und in Kanada auch deep amethyst (violett-blaumetallic) und weiß.

Grand Wagoneer (1993) mini|Jeep Grand Wagoneer (1993) Nur im Modelljahr 1993 gab es eine besonders gut ausgestattete Version mit 5,2-l-V8-Motor, der als letzter Jeep den Namen Grand Wagoneer trug. Er hatte die Ausstattung des Limited und dazu Seitendekors aus Holzimitatfolie und besondere „Grand Wagoneer“-Embleme. Er war der teuerste Wagen der Modellpalette und wurde nur in begrenzter Stückzahl gebaut.

Orvis Edition (1995–1997) Der Orvis – erhältlich 1995–1997 – war ein Ausstattungspaket für den Limited, das in den Außenfarben Moss Green Pearlcoat (= Moosgrünmetallic, Chrysler-Farbcode PJN) oder – seltener – Light Driftwood mit roten und goldenen Seitenzierstreifen (1995) erhältlich war. Grüne Lackakzente auf den Rädern (passend zur grünen Wagenfarbe) und besondere „Orvis“-Embleme waren die einzigen äußerlichen Erkennungsmerkmale, nebst dem Up-Country-Suspension-Paket, das eine Höherlegung des Fahrzeugs um einen Zoll, zwei spezielle Abschlepphaken vorne und hinten, Schutzplatten für Getriebe, Benzintank und die Unterseite sowie stärkere Gasdruckstoßdämpfer und Geländereifen umfasste. Bis auf die Windschutzscheibe und die vorderen Seitenfenster waren die Fensterscheiben dunkel getönt. Die Inneneinrichtung unterschied sich stark vom Ausgangsmodell und umfasste zweifarbig grün-braune Ledersitze mit roten Kedern und „Orvis“-Emblemen. Dieses Ausstattungspaket machte den Wagen – wenn in vollem Umfang geordert – bis 1997 zur teuersten Grand-Cherokee-Version.

TSi (1997–1998) Das sportliche TSi-Modell (1997–1998) hatte in Wagenfarbe gehaltene Kunststoffplanken mit indigoblauen Streifen im unteren Karosseriebereich ähnlich wie beim Eagle Talon. Das TSi-Paket enthielt 16″-Aluminiumräder mit fünf Speichen, Reifen der Dimension 225/70 R 16, Sportfahrwerk und direktere Lenkung, Sitzbezüge aus perforiertem Leder und ein erstklassiges Sound-System. Den 5,2-Liter-V8-Motor gab es gegen Aufpreis. Der TSi lag im Preis zwischen Laredo und Limited.

Motoren ModellHubraumZylinderMotorLeistungmax. DrehmomentBemerkungenBauzeitOttomotoren 4.0 3956 cm³ R6 AMC Power Tech 130 kW (177 PS) 301 Nm bei 2400/min Laredo, Limited, TSi 1996–1998AMC 242 135 kW (184 PS) 290 Nm bei 3950/min 1993–1995 5.2 5210 cm³ V8 Chrysler Magnum 155 kW (211 PS) 400 Nm bei 3000/min Limited1995–1996 156 kW (212 PS) 388 Nm bei 2950/min 1996–1998 158 kW (215 PS) 375 Nm bei 3050/min 1993–1995164 kW (223 PS) 386 Nm bei 3600/min nur auf dem amerikanischen Markt 407 Nm bei 3200/min1995–1998 5.9 5898 cm³ 183 kW (245 PS) 468 Nm bei 3050/min 5.9 Limited1998Dieselmotor 2.5 TD 2499 cm³ R4 VM Motori 425 OHV 85 kW (115 PS) 278 Nm bei 1800/min Limited, Laredo1993–1998

Allrad 4x4-Antrieb gab es anfangs automatisch zuschaltend als Command-Trac. Er fiel mit der SE-Ausstattungslinie nach dem Modelljahr 1996 aus dem Angebot. Das System „Selec-Trac“ bot hingegen die Möglichkeit, entweder zeitweise oder dauernd mit Allradantrieb zu fahren. Beide Systeme gab es schon im Cherokee. Nur beim Grand Cherokee gab es mit „Quadra-Trac“ zudem einen permanenten Allradantrieb. Serienmäßig war er in der Ausstattung Limited und den meisten Sondermodellen und auf Wunsch im Laredo. Bloßen Hinterradantrieb gab es für die Sechszylinder-Ausführungen bis Ende 1993 nur für den Laredo und ab 1994 auch im Limited und ab 1997 zudem für die 5,2-Liter-V8–Versionen.

WJ (1999–2004)

Der überarbeitete Grand Cherokee WJ oder (aus der Fertigung in Graz für den europäischen Markt) WG ab Modelljahr 1999 hatte nur 127 Teile mit seinem Vorgänger gemeinsam. Der Aufbau wurde von Porsche Engineering versteift, um geringeres Gewicht und bessere Lenkeigenschaften zu erreichen. Das Reserverad wanderte von der Seite des Laderaums unter den Laderaumboden, was die Käufer sehr schätzten. mini|links|Grand Cherokee WJ Heckansicht

Der WJ war der erste Jeep nach Übernahme der Marke durch Chrysler 1987, der anstatt des sonst bei Jeep üblichen 4,5″-Fünfer-Lochkreises einen breiteren 5″-Fünfer-Lochkreis zur Radmontage aufwies. 5″-Lochkreise (Durchmesser 127 mm) mit fünf Radschrauben, die sich zunächst an hinterradangetriebenen PKW und leichten Lkw und Vans von GM fanden, wurden nun auch bei Ford-Fahrzeugen gängig wie beim Ford LTD (1973–1978) und Lincoln-Modellen. Chrysler nutzte diesen Lochkreis erstmals bei der Marke Dodge im Modelljahr 1986 beim Dodge Ram als großem Halbtonner-Pickup und beim SUV Dodge Ramcharger.

mini|Grand Cherokee WJ vor dem Facelift rechts und ab MJ 2004 links

Ein Jahr vor Ablösung erhielt diese Modellreihe eine leichte Modellpflege u. a. mit geändertem Design des Kühlergrills und der Nebelscheinwerfer (rund statt eckig).

Ausstattungsvarianten Serie Über dem Laredo mit Sportsitzen gab es zunächst nur den luxuriöseren Limited.

Ab 2002 wurde der nach dem früheren Jeep-Eigner Willys-Overland benannte Overland Spitzenmodell. Zu üppigerem Interieur mit „Overland“-Emblemen kamen ab Mitte 2003 eine zweifarbig-schwarze Innenausstattung und ein Navigationssystem hinzu. Zur Ausstattung gehörten Front- und Seiten-Airbags, ein Infinity-Soundsystem mit Wechsler für zehn CDs, beheizte und elektrisch verstellbare Vordersitze, ein elektrisch betätigtes Schiebedach, ein Lenkrad in Leder-Holz-Finish und 17″-Aluminiumräder. Serienmäßig mit der 4,7-Liter-Hochleistungsmaschine ausgestattet war er auch mit Common-Rail-Dieselmotor lieferbar.

Sondermodelle 2002–2003: Sport, über dem Laredo positioniert mit spezieller zweifarbig-schwarzer Innenausstattung, 2002–2004: Special Edition zunächst wie ein Limited mit durchgehend glatten Kunststoffplanken und mit 4,7 l-V8-Motor, später zudem mit reicherer Innenausstattung wie einem im Laderaum installierten CD-Wechsler, 2003–2004: Columbia Edition mit der üblichen Ausstattung der anderen Sondermodelle und darüber hinaus einer zweifarbigen Innenausstattung mit Columbia-Sportswear-Emblemen und gegen Aufpreis einem Navigationssystem,