Hausen () ist ein Ortsteil der Gemeinde Waldbrunn (Westerwald) im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg. In dem Ort wohnen über 1200 Einwohner.

Geographie mini|hochkant=2|Ansicht Hausens von Westen aus, im Hintergrund der Heidersberg

Hausen liegt im südlichen Westerwald, etwa 19 Kilometer nördlich von Limburg an der Lahn, 14 Kilometer westlich von Weilburg und zwölf Kilometer östlich von Westerburg. Der Ort liegt in Hessen, an der Grenze zu Rheinland-Pfalz.

Die angrenzenden Orte sind, von Norden beginnend im Uhrzeigersinn: Neunkirchen (Verbandsgemeinde Rennerod), Fussingen, Lahr, Ellar (Gemeinde Waldbrunn, Westerwald), Elbgrund (Gemeinde Elbtal), Langendernbach (Gemeinde Dornburg). Neunkirchen gehört zum Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz, die übrigen Orte zum Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen.

mini|Der Lasterbach in Hausen

Hausen liegt im Lasterbachtal, oberhalb von 280 m. ü. NN, umgeben von teilweise bewaldeten Basalthöhenrücken. Der Lasterbach fließt von Neunkirchen aus kommend durch den Ort Richtung Ellar. Unterhalb von Ellar heißt der Bach Steinbach und mündet in den Elbbach. Die höchsten Berge bei Hausen sind der Lattendel (413 m. ü. NN, Richtung Langendernbach), der Heidersberg (388 m.ü.NN, Richtung Fussingen) und der Stöcken (374 m. ü. NN in der Gemarkung Neunkirchen). Von der 5,78 km² großen Gemarkung sind ca. 3,6 km² bewaldet.

Geologie Der Ort liegt im Übergangsbereich zwischen dem Oberwesterwald und dem Limburger Becken im Oberwesterwälder Hügelland. Geologisch besteht der Untergrund aus oberdevonischem Schiefer, der jedoch nicht hervortritt. Diese Schicht besitzt ein Alter von etwa 300 Millionen Jahren. Über dieser Schicht haben sich tertiäre Ablagerungen, vor allem während der Miozänzeit vor etwa 20 Millionen Jahren, gebildet. Diese bestehen im Wesentlichen aus Basalten und Tonen, aber auch Braunkohle, Phosphorit, Kupfererzen, Pyrit, Eisenerzen und Manganerzen. Der Oberboden ist stark lößhaltig.

Klima Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 7,2 °C. Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge beträgt etwa 755 Millimeter und ist damit etwas geringer als im Oberwesterwald und deutlich höher als im Limburger Becken. Durch die mittlere Höhenlage zwischen dem Lahntal und dem hohen Oberwesterwald gibt es nur ca. 40 Nebeltage.

Geschichte Urgeschichte und Ersterwähnung Der Ort liegt in einem wahrscheinlich vorgermanischen Siedlungsgebiet. Bei Bauarbeiten der Kerkerbachbahn in Fussingen wurde eine Urne aus der Zeit um 1000 v. Chr. gefunden. Am Lindenberg bei Hausen wurden Keramikscherben aus der Hallstattzeit (Stufe C; um 700 v. Chr.) gefunden. Von der Dornburg und dem Heidenhäuschen sind Funde bekannt, die eine keltische Besiedlung während der La-Tène-Zeit belegen.

Aufgrund des Ortsnamens Hausen (bei den Häusern) ist von einer Gründung in der Siedlungsperiode vom 6. bis zum 11. Jahrhundert auszugehen. Die Verwendung als alleinstehender Name und nicht als Endung macht eine eher späte Gründung in diesem Rahmen wahrscheinlich.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt vom 11. März 1278. Im Rahmen eines Schiedsspruchs zwischen der Grafschaft Diez und der Herrschaft Merenberg wird ein Merenberger Hubengericht in Hausen erwähnt.

Verwaltungsgeschichte mini|hochkant|Karte von 1828 des Amts Hadamar im Herzogtum Nassau

Hausen gehörte zur Zent Lahr des Amtes Ellar. Gegen Ende der Karolingerzeit gehörte das Amt Ellar zum Niederlahngau des Herzogtums Franken. Sitz des Zentgerichts der Herren von Molsberg war Lahr. Das Gericht ging bereits im 13. Jahrhundert an die Grafschaft Diez. Die Grafen von Diez verlegten das Gericht nach Ellar. Dieser Schritt war gegen die Herrschaft Westerburg gerichtet, die als Vögte des Stifts Gemünden auch die Vogteirechte über das Kirchspiel Lahr besaßen.

Ab dem Jahr 1315 war die Zent Lahr an die Herrschaft Merenberg verpfändet. Die Einlösung erfolgte vor 1333. Im Jahr 1337 verpfändete die Grafschaft Diez die Gebiete erneut, diesmal an das Haus Nassau-Hadamar. Die Einlösung erfolgte zwischen 1356 und 1362.

Im Jahr 1367 trat die Grafschaft Diez das Amt Ellar mit der Zent Lahr als Mitgift an die Grafschaft Katzenelnbogen ab. Nach dem Ende des Erbfolgestreits der Grafschaft Nassau-Hadamar erhielt, mit dem Schiedsspruch zu Bacharach, am 28. Juli 1408 das Haus Nassau-Dillenburg ein Drittel des Amtes Ellar, der Rest verblieb bei der Grafschaft Katzenelnbogen.

Mit dem Tod von Philipp von Katzenelnbogen im Juni 1479 starben die Grafen von Katzenelnbogen im Mannesstamm aus. Es kam zu einem lang anhaltenden Streit zwischen den Grafen von Nassau-Dillenburg und der Landgrafschaft Hessen. Als nächster Verwandter Philipps ergriff Heinrich III. von Hessen-Marburg Besitz des Katzenelnbogener Erbes. Die hessischen Landgrafen verkauften im Jahr 1534 die Hälfte ihres Anteiles an Kurtrier. Der „Frankfurter Vertrag“ führte 1555 zu einem Vergleich im Katzenelnbogener Erbfolgestreit. Das Amt Ellar gehörte seitdem vollständig zu Nassau-Dillenburg.

Bei der Erbteilung des Hauses Nassau-Dillenburg im Jahr 1607 wurde das Amt Ellar der neu gegründeten Grafschaft Nassau-Hadamar unter Graf Johann Ludwig zugewiesen. Die oranisch-nassauischen Herrscher blieben trotz Restitutionsedikt im Besitz ihrer Länder, nachdem Johann Ludwig 1630 in Wien zum Katholizismus konvertierte. Im Jahr 1650 wurde die Grafschaft zum Fürstentum erhoben. Nach dem Aussterben des Hauses Nassau-Hadamar 1711 wurde das Fürstentum mehrfach zwischen den übrigen ottonischen Linien des Hauses Nassau geteilt. Hausen fiel im Jahr 1717 an das Haus Nassau-Dillenburg, ab 1739 an Haus Nassau-Diez, 1742/1743 an das Haus Nassau-Siegen (katholisch), 1743 wieder Nassau-Diez (Oranien-Nassau) als letzte ottonische Linie.

Die ersten Anordnungen der Verhütung eines Brandes im Zusammenhang mit häuslichen Feuerstätten in Textform im Kurfürstentum Trier vom 9. Mai 1721 führten auch in Hausen zu erheblichen Verbesserungen der Bauweise der Gebäude.

Im Jahr 1806 wurde Hausen an das Großherzogtum Berg eingegliedert. Der Ort gehörte zur Mairie Lahr im Canton Hadamar. Dieser gehört zum Arrondissement Dillenburg und damit zum Département Sieg. Nach der Niederlage Napoléon Bonapartes in der Völkerschlacht bei Leipzig wird die Oranisch-Nassauische Landeshoheit wiederhergestellt. Das Haus Oranien-Nassau tauschte seinen Besitz auf dem Westerwald jedoch schon auf dem Wiener Kongress mit dem Königreich Preußen gegen Luxemburg. Das Königreich Preußen übergab noch am selben Tag das Gebiet an das Herzogtum Nassau.

Bei der Neugliederung der Ämter im Herzogtum Nassau 1816 wurde Hausen dem Amt Hadamar zugeschlagen. Nach der Annexion des Herzogtums Nassau gehörte es ab 1. Oktober 1866 wieder zum Königreich Preußen. Dort gehörte es der Provinz Hessen-Nassau und dem Regierungsbezirk Wiesbaden an. Im Jahr 1866 wurde durch die preußische Kreis- und Provinzialordnung die nassauische Ämterteilung aufgehoben. Hausen gehörte zum Oberlahnkreis und ab 1886 zum neu gegründeten Kreis Limburg.

Im Jahr 1945 wurde der Ort der US-amerikanischen Besatzungszone zugeteilt und wurde somit Teil Hessens. Der Ort gehörte zum Regierungsbezirk Wiesbaden. Mit dessen Auflösung 1968 wurde er Teil des Regierungsbezirks Darmstadt und 1981 Teil des Regierungsbezirks Gießen. Im Jahr 1974 wurde der Ort Teil des neu geschaffenen Landkreises Limburg-Weilburg.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. April 1972 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständigen Gemeinden Lahr, Fussingen und Hausen freiwillig zur neuen Gemeinde Waldbrunn. Der Name war ein Kompromiss der beteiligten Orte. Am 1. Juli 1974 wurden die alte Gemeinde Waldbrunn und die Gemeinde Ellar kraft Landesgesetz zur neuen Gemeinde Waldbrunn zusammengeschlossen. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Waldbrunn wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Bereits mit Schreiben vom 28. Februar 1973 sprach sich der hessische Innenminister gegen den Namen Waldbrunn als farblos und ortsfremd aus. Zur Unterscheidung von Waldbrunn (Unterfranken) schlug er den Namen Waldbrunn (Hessen) vor. Die Gemeinde trat für den Namen Waldbrunn (Westerwald) ein. Diesen Namen erhielt sie schließlich am 1. Januar 1977.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Hausen angehört(e):

Im Früh- und Hochmittelalter: Herrschaft Ellar. Die Herrschaft Ellar bestand im Früh- und Hochmittelalter aus den Zenten Lahr, Elsoff (Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz), Niederzeuzheim und Frickhofen (Bleseberg), weshalb die Herrschaft auch als die „Vier Zehnten“ bezeichnet wurde. bis 1367: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Diez (1337–1405 als Pfand zur Grafschaft Hadamar) 1367–1405: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Katzenelnbogen, „Vier Zehnten“ 1405–1479: Heiliges Römisches Reich, „Vier Zehnten“ (1/3 im Besitz von Nassau-Dillenburg und 2/3 im Besitz der Grafschaft Katzenelnbogen) 1479–1534: Heiliges Römisches Reich, „Vier Zehnten“ (2/3 der Landgrafschaft Hessen und 1/3 den Grafen von Nassau-Dillenburg) 1534–1557: Heiliges Römisches Reich, „Vier Zehnten“ (Landgrafschaft Hessen, die Grafen von Nassau-Dillenburg und Kurtrier je 1/3) 1557–1606: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Sayn, „Vier Zenten“ 1606–1650: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Hadamar, „Vier Zehnten“ 1650–1711: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Hadamar, Amt Mengerskirchen 1717–1743: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Mengerskirchen 1743–1806: Heiliges Römisches Reich, Grafen von Nassau-Diez als Teil des Fürstentums Nassau-Oranien, Amt Mengerskirchen 1806–1813: Großherzogtum Berg, Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Hadamar 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Mengerskirchen ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Hadamar ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HadamarAbtrennung der Justiz (Justizamt Hadamar) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Hadamar ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, OberlahnkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Hadamar) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1886: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Limburg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Limburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Landkreis Limburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Limburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Limburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Limburg ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg-Weilburg, Gemeinde WaldbrunnAm 1. April 1972 wurde Hausen als Ortsbezirk der Gemeinde Waldbrunn eingegliedert. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Limburg-Weilburg, Gemeinde Waldbrunn

Kirchengeschichte mini|hochkant|Bildstock in der Ortsmitte

Der Ort gehörte zur Zent und Pfarrei Lahr. Der Ort verfügte über eine, wahrscheinlich gotische, Kapelle, die dem heiligen Laurentius von Rom geweiht war.