mini|Oberjägermeisterteich, wenige Meter unterhalb der Quelle des Darmbachs; Blick zur Quelle mini|Fischteiche, vom Darmbach gespeist mini|Mündung des Darmbachs in den großen Woog mini|Offengelegter Darmbach an der Lichtwiese mini|Ab hier, wenige hundert Meter unterhalb des Großen Woog, wird der Darmbach in die städtische Kanalisation geleitet.
Der Darmbach ist ein Zufluss des Landgrabens, eines Gewässer der Hessischen Rheinebene.Retentionskataster - Flussgebiet Darmbach/Landwehr (PDF-Datei; 2,5 MB) Er ist das größte Fließgewässer natürlichen Ursprungs in der Innenstadt von Darmstadt. Unterhalb von Darmstadt ändert der Darmbach seinen Namen in Landwehr.
Geographie Verlauf mini| hochkant |links |Quelle des Darmbachs östlich von Darmstadt Der Darmbach entspringt im Ober-Ramstädter Westwald. In: Darmstädter Echo. 3. Dezember 2007. (PDF-Datei; 3,5 MB), Karte Landschaftsschutzgebiete, Darmbachquelle Planquadrat L 12 Dort wird der Darmbach von mehreren Quellen gespeist. Die gefasste Darmbachquelle (auch Darmquelle genannt) befindet sich ca. 300 m südwestlich des 230,5 mStadtatlas Darmstadt und Umgebung, Amtlicher Stadtplan Darmstadt, Vermessungsamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Abteilung Kartographie, 2016, S. 34 hohen Stellkopfes in der Gemarkung von Ober-Ramstadt,Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation: Topographische Karte Nr. 6118, Darmstadt Ost, 2005. wenige Meter oberhalb des Oberjägermeisterteiches, den der Darmbach speist. Diese ummauerte Darmbachquelle ist aber nicht die von der Mündung am weitesten entfernte Hauptquelle. Etwa 600 m unterhalb der Quelle wird der Darmbach zu fünf Fischteichen angestaut. Durch das Naturschutzgebiet Darmbachaue fließt er an der Lichtwiese, einem Standort der TU Darmstadt, vorbei von Osten her in die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Dort wurde der Darmbach 1567 ursprünglich zum Löschwasserteich und Vergnügungswasserpark Großer Woog (jetzt ein Naturbadesee) angestaut. Knapp 200 m hinter dem Großen Woog wird der Darmbach in die Darmstädter Kanalisation eingeleitet und sein Abfluss gelangt mit dem Abwasser in das städtische Zentralklärwerk im Nordwesten der Stadt zwischen Gräfenhäuser Straße und Mainzer Straße. Als Ablauf des Zentralklärwerks tritt der Darmbachs wieder an die Oberfläche.www.darmbach.de, Wissenschaftsstadt Darmstadt, Darmbach-Bachwasserkanal Hinter der Mainzer Straße verlässt er dann das Darmstädter Stadtgebiet und fließt begradigt weiter in westlicher Richtung, wobei er die Nordgrenze des Darmstädter Westwalds bildet. Ab dem ca. 3,5 km westlich von Darmstadt und nordöstlich von Griesheim gelegenen Hochwasserrückhaltebecken Triesch ändert das Gewässer seinen Namen zu Landwehr und mündet danach nordwestlich von Griesheim und südlich von Büttelborn nahe dem Kieswerk Weilerhof von rechts in den dort etwa nordwärts fließenden Landgraben.
Südwestlich von Büttelborn empfängt dieser Landgraben von links den Scheidgraben und danach von rechts aus diesem Ort den Schlimmergraben (auch: Schlimmer Graben). Nach einem großräumigen Richtungswechsel nach Nordwesten mündet er bei Trebur in den Schwarzbach, der wiederum bei Ginsheim-Gustavsburg in den Rhein mündet.
Darmstadt ist eine der wenigen deutschen Großstädte, die nicht an einem stetig wasserführenden Fluss liegen; der Darmbach ist das größte fließende Gewässer von Darmstadt, wenn man die Modau ausnimmt, die aber nur den südlichen Stadtteil Eberstadt durchfließt.
Zuflüsse und Seen Hierarchische Liste einer Auswahl von Zuflüssen und Seen, jeweils von der Quelle zur Mündung.
Durchfließt fünf Fischteiche (Waldbach vom Kahlertbrunnen), von rechts und Nordosten im ersten der Fischteiche (Waldbach vom Dachsberg), von links und zuletzt Süden nach dem letzten Fischteich, ca. 1,3 km (Waldbach vom Steinbuckel), von rechts und Osten; passiert den Eleonorenbrunnen. (Waldbach), von rechts und Osten (Waldbach), von rechts und Ostnordosten gegenüber der Breitwiese; passiert am Oberlauf den Albertsbrunnen (Waldbach vom Eisenweg), von rechts und Ostnordosten Meiereibach, von rechts vor den Sportanlagen in der Aue, ca. 0,5 km Durchläuft den Naturbadesee Großer Woog, ca. 5,7 ha Molkenbach, von rechts und Ostsüdosten gegen Ende des verdolten Abschnitts im Stadtgebiet nahe der Unterführung der B 3 unter den Gleisanlagen, ca. 5,5 kmDer nach den Bahnanlagen bald wieder offene Lauf heißt dann Landwehr
Daten Der Darmbach ist ein Gewässer III. Ordnung. Er liegt im Zuständigkeitsbereich der Abteilung Staatliches Umweltamt Darmstadt des Regierungspräsidiums Darmstadt. Das natürliche Einzugsgebiet des Darmbaches/der Landwehr umfasst 145,19 km². Er führt auch einen erheblicher Teil des Regenwassers aus dem Darmstädter Stadtgebiet ab.E. Fischer, W. Klump: Gewässerkundliches Flächenverzeichnis Land Hessen. Hessische Landesanstalt für Umwelt, Wiesbaden 1988.
Die Wasserführung des Darmbachs oberhalb Darmstadts betrug im Mittel etwa 730.000 Kubikmeter pro Jahr oder etwa 23 Liter pro Sekunde (Stand vom Jahr 2005). Nach Wiederanschluss des Meiereibachs erhöhte sie sich auf etwa 970.000 Kubikmeter pro Jahr. In Trockenjahren kann der Darmbach im Stadtgebiet über wenige Wochen trockenfallen.www.darmbach.de, Wissenschaftsstadt Darmstadt, Bachwasserzuflüsse in die KanalisationBGS Wasser, Darmstadt, Gewässergestaltung Darmbach - Offenlegung Darmbach mit Anschluss Meiereibach 1. Dezember 2006. Unterhalb Darmstadts ist die Wasserführung sehr viel größer, weil dort schon die Kläranlagenabläufe der Stadt und der Firma Merck eingeleitet sind. mini |Landgraben westlich von Wallerstädten
Wasserfracht in den Sommermonaten Der Darmbach durchquert bereits wenige Meter nach seiner Quelle sieben Teiche. Zuerst durchfließt er den Oberjägermeisterteich (im Besitz des Traisaer Angelvereins), dann den Teich am südöstlichen Rand der Fischteiche (ohne Namen) und die insgesamt 5 Fischteiche an der Fischerhütte, welche dem Anglerverein Darmstadt e. V. gehören und auch 'Waldteiche' genannt werden. Angelegt wurden diese Waldteiche am Anfang der 1960er Jahre.Deuster: Gewässer in und um Darmstadt. S. 241.
Bei großer Hitze und Trockenheit spielen die Teiche eine entscheidende Rolle für die Wasserfracht des Darmbaches. Obwohl die Teiche nicht mehr wegzudenken sind und eine große Bedeutung als Biotop, Ausflugs-, Erholungs- und Vereinsgelände haben, sind sie der eigentliche Hauptgrund dafür, dass der Darmbach im Sommer in seinem weiteren Verlauf in Richtung Lichtwiese, Botanischer Garten und Großer Woog sehr wenig Wasser führt. Die Verdunstungsrate des Darmbachwassers in den Teichen ist im Sommer so hoch, dass der Wasserspiegel beträchtlich absinkt und teilweise sogar unter die Überfallkanten der Mönche in den einzelnen Teichen fällt. Somit wird kein, oder erheblich weniger Wasser, in den Darmbach abgegeben und Teile des Bachbettes liegen somit trocken. Durch die zusätzlichen natürlichen Verdunstungen und Versickerungen im Bachbett des Darmbachs wird die Wasserknappheit während großer und lang anhaltender Hitzeperioden zusätzlich verschärft.Deuster: Gewässer in und um Darmstadt. S. 137 und S. 65–66.
Auch die weiteren Zuläufe des Darmbachs, wie das Wasser des Albertsbrunnens, sind in trockenen Sommern meistens nicht in der Lage, eine komplette Benetzung des verbliebenen Darmbachbettes bis zum Großen Woog zu gewährleisten. Auch durch die Versiegelung der angrenzenden Flächen der TU Darmstadt und die dadurch wegfallenden Regenmengen, welche früher ebenfalls zu großen Teilen den Darmbach mit Wasser versorgten, wird dem Stadtbach Darmstadts zusätzliches Wasser vorenthalten bzw. entzogen.
Aufgrund dieser Tatsachen ist es ungemein wichtig, das auch während der Sommermonate nicht versiegende Wasser des Meiereibachs von der Dreibrunnenquelle am Oberfeld dem Darmbach in Höhe des Botanischen Gartens wieder zuzuleiten, um einen geregelten Zufluss in den Großen Woog und Abfluss aus dem Großen Woog zu ermöglichen.Deuster: Gewässer in und um Darmstadt. S. 144–145 und S. 124–127.
Geschichte Im Jahr 1585 wurde der über den Darmstädter Markt fließende Bach abgedeckt. 1602 wurde die erste feste Überbauung fertiggestellt und bereits 1786 wurde der Darmbach in der Darmstädter Innenstadt vollständig unter die Erde verlegt. Dies war bereits 100 Jahre bevor Darmstadt eine Kanalisation bekam. Wie in vielen anderen Städten war ein natürliches Fließgewässer somit zum Abwasserkanal degradiert worden.
Die Herkunft des Namens Darmbach ist unbekannt. Seit etwa 200 Jahren trägt das Gewässer diesen Namen. Entgegen der landläufigen Meinung ist der Darmbach nicht der Namensgeber der Stadt Darmstadt.K. Honold: Wo kommt er her, wo will er hin? In: Darmstädter Echo. 3. Dezember 2007.
Der Oberjägermeisterteich wurde 1700 im Auftrag des damaligen Oberforst- und Oberjägermeisters und späteren hessischen Geheimrats sowie Premierministers von Minnigerode angelegt. Ursprünglich waren es drei kleine Teiche. 1823 wurden der mittlere und der untere Teich trockengelegt und mit Bäumen bepflanzt. Der Obere Jägermeisterteich blieb bis heute als Oberjägermeisterteich erhalten. Im Jahr 1999 wurde der Teich umfangreich saniert.
Im Jahr 2015 wurde der Darmbachtunnel unter dem Woogsdamm unter Denkmalschutz gestellt.Darmstädter Echo, Samstag, 13. Juni 2015, S. 13.
Freilegung Im Oktober 2001 zeigte eine Machbarkeitsstudie, dass die technische und finanzielle Offenlegung (Wiederherstellung) des Darmbachs möglich ist.Spatenstich am darmstadtium: Baubeginn für die Offenlegung des Darmbachs, vom 4. Juli 2007 Im Anschluss an die Studie begann ein offener Planungsprozess. Im Innenstadtbereich wurde aus verschiedenen, vor allem städtebaulichen, Gründen eine vom ehemaligen Verlauf abweichende Fließstrecke vorgesehen.
Nach dem ursprünglichen Plan sollte der Darmbach vom Großen Woog über den Herrngarten bis zu einem vorhandenen Bachwasserkanal am Carl-Schenck-Ring wieder weitgehend als offen verlaufender Bach hergestellt werden. Damit sollte die Attraktivität der Stadt gesteigert und das Zentralklärwerk entlastet werden.www.darmbach.de, Wissenschaftsstadt Darmstadt, Teilabschnitte (Baulose) Für die Offenlegung setzte sich die Lokale Agenda 21 in Darmstadt ein. Der Fließweg des Darmbachs durch die Stadt betrug nach der ursprünglichen Planung 3650 m, wovon die Hälfte freigelegt werden sollte. Diese zukünftige Linienführung des Darmbachs durch die Stadt wurde aus einer Vielzahl von Alternativen in einem offenen Planungsprozess entwickelt.www.darmbach.de, Wissenschaftsstadt Darmstadt, Planungsbeiratwww.darmbach.de Wissenschaftsstadt Darmstadt, Veranstaltungen - Bürgerbeteiligung
Mit den Zielsetzungen von Einsparungen und Erhöhung der Akzeptanz in der Bürgerschaft wurde die Führung des Bachlaufs optimiert. Die Länge des neuen Bachlaufs wurde auf nunmehr ca. 3.225 m reduziert, wovon bis zum Sommer 2015 274 m hergestelltWissenschaftsstadt Darmstadt, Zahlen und Fakten und 2.950 m geplant waren.Wissenschaftsstadt Darmstadt, Pressearchiv, 1. Juli 2015 sind, (PDF-Datei; 214 kB) Etwa 40 Prozent sollten in offenen Abschnitten und ca. 60 Prozent in neuen Rohrverbindungen verlaufen.Wissenschaftsstadt Darmstadt, Pressearchiv, 1. Juli 2015
Zur Gesamtplanung gehört auch die Wiederherstellung des Meiereibachs, ein per 2015 ebenfalls in der städtischen Abwasserkanalisation eingeleiteter Nebenbach des Darmbachs.
Die Baukosten des Gesamtprojekts wurden von der Stadt mit Stand Mai 2015 mit 6.972.000 Euro, die zusätzlichen Betriebskosten mit 71.000 Euro pro Jahr veranschlagt, zuzüglich der Kosten für die Wiederherstellung des Meiereibachs von 166.000 Euro.