mini|270px|Kuratiekirche Mariae Himmelfahrt mini|270px|Innenansicht

Medlitz (fränkisch: MelzDorothea Fastnacht: Staffelstein, S. 227. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: melds.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Rattelsdorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern. Die Gemarkung Medlitz hat eine Fläche von 4,930 km². Sie ist in 716 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6886 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hilkersdorf und Speiersberg.

Geografie Das Pfarrdorf Medlitz liegt auf freier Flur am Unteren Kreuzbach, einem linken Zufluss der Itz, in dessen Talgrund sich der Ort noch befindet. Die Bundesstraße 4 führt nach Speiersberg (1,6 km nördlich) bzw. nach Rattelsdorf (3,6 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Birkach zur Kreisstraße LIF 25 (2,6 km nordöstlich) bzw. nach Zaugendorf (0,7 km westlich). Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte Im Jahr 1057 wurde Medlitz mit dem Namen „Metilici“ zusammen mit dem dortigen Zentgericht des Bistums Würzburg genannt. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs, die genaue Bedeutung kann heute nicht mehr ermittelt werden.Dorothea Fastnacht: Staffelstein, S. 227 ff.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Medlitz aus 37 Anwesen. Das Hochgericht hatte teils das bambergische Centamt Döringstadt, teils das würzburgische Centamt Medlitz. Centgrenze ist der Untere Kreuzbach. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das bambergische Dompropsteiamt Döringstadt aus. Grundherren waren das Dompropsteiamt Döringstadt (17 Güter, 2 Häuser) und das Kloster Michelsberg (1 Hof, 16 Güter, 1 Wirtshaus).Hildegard Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 86.

Im Jahre 1802 kam Medlitz an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Medlitz gebildet. Zu diesem gehörten Hilkersdorf, Speiersberg und Ziegenmühle. 1818 entstand die Ruralgemeinde Medlitz, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Seßlach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ebern. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Staffelstein (1939 in Landkreis Staffelstein umbenannt) für die Verwaltung zuständig und ab 1866 das neu gebildete Rentamt Staffelstein für die Finanzverwaltung (1919 in Finanzamt Staffelstein umbenannt, ab 1929 Finanzamt Bamberg-Land). Die Gerichtsbarkeit lag ab 1862 beim neu gebildeten Landgericht Staffelstein (1880 in Amtsgericht Staffelstein umbenannt, 1956 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Lichtenfels).Hildegard Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 161 f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 4,947 km².

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Medlitz im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Rattelsdorf eingemeindet.

Baudenkmäler In Medlitz gibt es 11 Baudenkmäler: Haus Nr. 1: Gasthof Schwarzer Adler Haus Nr. 3: Wohnstallhaus Haus Nr. 16: Wohnstallhaus und Fachwerkstadel eines Bauernhofes Haus Nr. 34: Backofen Haus Nr. 39: Kuratiekirche, die 1914 nach Plänen von Otto Schulz (1877–1960) im Neo-Barock-Stil erbaut wurde, mit Dachreiter von 1739. In der Kirche befindet sich ein Muttergottesbild, das ab dem 18. Jahrhundert Anlass zu Wallfahrten gab. Sandsteintisch auf dem Weg zum Friedhof zwei Feldkapellen Feldkapelle Bildstock Dorfbrunnen Statue des Heiligen Nepomuk

ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 5: Eingeschossiges Wohnstallhaus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, mit Satteldach; abgesehen vom massiv erneuerten rückwärtigen Teil des Stalls in Fachwerk, mit K-Streben und Andreaskreuzen; Rahm- und Schwellholz, sowie Kehlbalken giebelseitig profiliert; hofseitige Traufüberstand.Karl-Ludwig Lippert: Landkreis Staffelstein, S. 148. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 36: Bierwirtschaft zum Goldenen Stern. Eingeschossiges Wohnstallhaus, wohl erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, mit Satteldach; bis in Traufhöhe verputzt massiv erneuert; Giebel in Fachwerk, mit geschwungenen und genasten Andreaskreuzen, sowie Feldern mit Andreaskreuzen und gebogenen Eckstreben.

Bodendenkmäler In der Gemarkung Medlitz gibt es zwei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Medlitz Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 296 362 372 369 405 392 373 359 384 337 323 327 308 310 315 321 311 306 327 416 416 405 313 320HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 59 69 68 65 66 64 62 64 Quelle

Ort Medlitz Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2023Einwohner 187 280 247 211 210 202 290 213 212 199 237Häuser 39 42 43 45 43 45 52 Quelle

Religion Medlitz ist römisch-katholisch geprägt und war ursprünglich nach St. Sebastian (Mürsbach) gepfarrt, seit dem 19. Jahrhundert war die Pfarrei St. Peter und Paul (Rattelsdorf) zuständig, in den 1910er Jahren wurde die Filialkirche in Medlitz zur Kuratie erhoben.

Wirtschaft In Medlitz gab es bis zum Jahre 1986 die Brauerei Schwarzer Adler.

Verkehr Medlitz hatte vom 1. Oktober 1913 bis 28. September 1975 einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Breitengüßbach–Dietersdorf.

Literatur

Weblinks

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Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Geographie (Rattelsdorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Ersterwähnung 1057 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft