Der Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht von 1895 e. V., abgekürzt BTSV und bekannt als Eintracht Braunschweig, ist ein Sportverein aus Braunschweig. Der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte ist die deutsche Fußballmeisterschaft 1967. Daneben kann der BTSV sechs Meistertitel im Frauen-Feld- sowie drei Titel im Frauen-Hallenhockey vorweisen.

Der Profifußball ist in die Eintracht Braunschweig GmbH & Co KGaA ausgegliedert. Das Stadion gehört der Stadt. Die Eintracht gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga und spielte bis in die 1980er Jahre regelmäßig erstklassig. Danach spielte die Eintracht meist in der 2. Bundesliga oder 3. Liga.

Neben Fußball und Hockey können die 8402 Mitglieder (Stand: 3. September 2026) Basketball, Blindenfußball, Fitness- und Gesundheitssport, Handball, Leichtathletik, Schach, Schwimmen und Wasserball, Seniorensport, Steeldart, Tennis, Turnen, Volleyball und Wintersport betreiben. Seit Oktober 2014 gibt es zudem ein Spatz! genanntes Angebot für Kinder ab fünf Jahren, bei dem sie verschiedene Sportformen aus Einzel- und Mannschaftssportarten ausprobieren können.

Herrenfußball mini|Eintracht-Stadion, vor dem Umbau 2011–2013

Geschichte 1895 bis 1904 – Die Gründung des Vereins Der Verein wurde am 15. Dezember 1895 in der Wohnung des Braunschweiger Ingenieurs Karl Schaper als Fußball- und Cricket Club Eintracht Braunschweig gegründet. Unter den Gründungsmitgliedern waren überwiegend jugendliche Straßenfußballer, die ihrer Leidenschaft auf dem Leonhardplatz im Südosten Braunschweigs nachgingen. In den folgenden zwei Jahren fanden die ersten Freundschaftsspiele gegen andere Vereine statt.

Der FuCC Eintracht 1895 Braunschweig ist ebenso wie die beiden anderen damaligen Stadtvereine FC Brunsviga 1896 Braunschweig und FC Germania Braunschweig Gründungsmitglied des DFB, die auf der Gründungsversammlung des DFB am 28. Januar 1900 alle durch Herrn Stansch vertreten wurden. Die ersten Meisterschaftsspiele in Braunschweig fanden jedoch erst Jahre später, nach der Gründung des Fußballbundes für das Herzogtum Braunschweig am 1. Mai 1904, statt.

Um die Jahrhundertwende wurde der Verein maßgeblich durch den Braunschweiger Sportler und späteren Sportfunktionär Johannes Runge beeinflusst.

1904 bis 1933 – Die frühen Vereinsjahre Saisondaten 1904–1918 Saison Platz Tore Punkte 1904/05 1 35:4 12:0 1905/06 1 15:3 6:0 1906/07 1 11:3 4:0 1907/08 1 13:0 8:0 1908/09 1 32:12 12:0 1909/10 1 24:2 8:0 1910/11 1 29:2 6:0 1911/12 1 13:1 4:0 1912/13 1 48:1 16:4 1913/14 5 39:38 21:15 1915/16 1 20:2 4:0 1916/17 1 7:2 4:0 1917/18 1 2:1 2:0 hellgrau: 1. Spielklasse Herzogtum Braunschweigdunkelgrau: Verbandsliga Norddeutschland In der Saison 1914/15 gab es keinen Spielbetrieb Saisondaten 1918–1933 Eintracht „in der Weimarer Republik“ Saison Platz Tore Punkte 1918/19 2 16:7 9:5 1919/20 1 45:3 21:1 1920/21 6 34:33 19:17 1921/22 2 43:21 23:9 1922/23 2 46:12 22:6 1923/24 1 43:13 21:7 1924/25 1 54:9 26:2 1925/26 2 37:16 20:8 1926/27 1 75:12 27:1 1927/28 3 38:22 15:13 1929/30 5 48:41 20:16 1930/31 2 53:28 24:8 1931/32 2 37:29 19:13 1932/33 6 35:30 15:17 dunkelgrau: Bezirk Braunschweighellgrau: Kreisliga Südkreisgelb: Oberliga Südkreis In der Saison 1928/29 gab es keinen Spielbetrieb BTSV-Spieler der 1900er–1940er Spielername Nationalität Robert Breindl Otto Bülte Otto „Tull“ Harder Walter Poppe Richard Queck Herbert Burdenski Willi Fricke Ludwig „Pipin“ Lachner Walter Schemel Albert Sukop Herbert Widmayer

Mit der Verbandsgründung des Fußballbundes für das Herzogtum Braunschweig nahm die Fußballsparte des FuCC Eintracht 1895 Braunschweig den organisierten Spielbetrieb auf. Im Jahr 1905 gelang gleich im ersten Austragungsjahr die Verbands-Meisterschaft, wodurch erstmals die Teilnahme an der deutschen Meisterschaftsendrunde 1904/05 erreicht wurde. Nach zwei siegreichen Partien gegen Hannover 96 und den FC Viktoria 96 Magdeburg verpasste die Mannschaft den Einzug ins Halbfinale durch eine Niederlage gegen den Berliner TuFC Union 92.

Am 8. Oktober 1905 fand die Einweihung eines eigenen Sportplatzes an der Helmstedter Straße statt. Der Platz besaß eine kleine Holztribüne und fasste bis zu 3000 Zuschauer. Er lag im Bereich der heutigen Goldapstraße/Bromberger Straße gegenüber dem Hauptfriedhof. Das erste Auslandsspiel endete für die Mannschaft am 25. Dezember 1905 gegen Slavia Prag mit 3:8. Am 12. Oktober 1906 erfolgte eine Umbenennung des Vereins in FC Eintracht von 1895 e. V.

Nach dem Zusammenschluss verschiedener norddeutscher Verbände im April 1905 zum Norddeutschen Fußball-Verband wurde, nach zuvor zwei verlorenen Endspielen 1906 und 1907, im Jahre 1908 erstmals die norddeutsche Fußball-Meisterschaft errungen, die jetzt zur Teilnahme an der Meisterschaftsendrunde 1907/08 berechtigte. Hier schied die Mannschaft jedoch schon im ersten Spiel gegen den Duisburger SpV mit 0:1 aus.

In den folgenden Jahren gelangen drei weitere Endspielteilnahmen bei der norddeutschen Fußball-Meisterschaft (1909, 1911 und 1912), die die Eintracht jedoch allesamt verlor. Erst 1913 gelang der erneute Gewinn der Meisterschaft. Das norddeutsche Verbandsfinale gegen den SC Victoria Hamburg fand jedoch durch zeitliche Verschiebungen erst zwei Wochen nach dem Finale der deutschen Meisterschaft statt, so dass der Eintracht eine Teilnahme an der deutschen Meisterschaftsendrunde 1912/13 verwehrt blieb. In der Saison 1913/14 nahm die Eintracht als einziger Verein aus dem Herzogtum Braunschweig an der neugegründeten norddeutschen Verbandsliga teil und belegte hier am Ende den fünften Tabellenplatz.

Bereits sehr früh (1908–1914) stellte die Eintracht drei Nationalspieler. Der erste war Walter Poppe am 20. April 1908, beim zweiten Spiel einer deutschen Fußballnationalmannschaft überhaupt.

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam es in den folgenden Jahren zu erheblichen Einschnitten im Spielbetrieb. Die Saison 1914/15 fiel ganz aus, danach wurde zwischen 1915 und 1918 lediglich eine Braunschweiger Bezirksmeisterschaft in sehr begrenztem Umfang ausgespielt. In den Jahren 1916 und 1918 wurde die norddeutsche Meisterschaft nicht mehr von Vereinen, sondern von Städtemannschaften ausgetragen. In der letzten mit Vereinsmannschaften ausgespielten Meisterschaft vor Kriegsende scheiterte die Eintracht 1917 im Halbfinale am Marine SC Wilhelmshaven.

Am 10. Februar 1920 erfolgte eine erneute Umbenennung des Vereins, diesmal in SV Eintracht Braunschweig. Die Mitgliederzahl hatte sich auf über 1000 erhöht, und als Spielstätte wurde ein neues Stadion errichtet. Die Einweihung des neuen Eintracht-Stadions an der Hamburger Straße fand am 17. Juni 1923 mit einem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg vor 15.000 Zuschauern statt.

In der Zeit zwischen 1920 und 1928 spielte man in der Kreisliga Südkreis. Dort gewann man 1924 und 1925 die Südkreismeisterschaft, 1924 wurde man noch einmal norddeutscher Vizemeister. In den folgenden Jahren verebbten die sportlichen Erfolge, so drohte 1929 erstmals der Abstieg aus der höchsten lokalen Spielklasse, der jedoch abgewendet werden konnte. In der nun Oberliga Süd genannten Liga befand sich die Eintracht am Ende der Saison 1933 unter neun teilnehmenden Mannschaften nur auf Platz 6.

1933 bis 1947 – Gauliga und Neuanfang Saisondaten 1933–1945 Eintracht im „Dritten Reich“ Saison Platz Tore Punkte 1933/34 5 33:37 20:16 1934/35 3 62:36 24:16 1935/36 4 52:43 23:17 1936/37 6 51:42 17:19 1937/38 4 72:26 25:11 1938/39 3 35:19 25:11 1939/40 2 29:18 13:7 1940/41 2 48:12 17:3 1941/42 11 50:21 16:4 1942/43 1 146:20 35:1 1943/44 1 100:17 33:3 hellgrau: Spielzeiten in der Gauliga Niedersachsen;dunkelgrau: Spielzeiten in der Gauliga Südhannover-Braunschweig1In der Saison 1941/42 wurde die Gauliga Niedersachsen zuerst in zwei Gruppen zu je sechs Mannschaften ausgespielt; die drei besten Mannschaften jeder Gruppe qualifizierten sich für die Endrunde, in der die Eintracht Platz 3 belegte. Ab 1933 spielte die Eintracht weiter in der höchsten Leistungsklasse. Diese war dem Zeitgeist entsprechend nunmehr Gauliga benannt worden. Nach vorangegangenen Plätzen im Mittelfeld der Liga konnte 1937 der Klassenerhalt erst am letzten Spieltag gesichert werden. Am 31. Oktober 1937 fand in dem mit 24.000 Zuschauern überfüllten Stadion ein Spiel gegen den amtierenden Deutschen Meister FC Schalke 04 statt. Das Achtelfinale des Tschammerpokals, dem Vorgänger des heutigen DFB-Pokals, verlor die Eintracht mit 0:1. Für die Entscheidung sorgte ein Handelfmeter für den späteren Pokalsieger kurz vor Ablauf der Verlängerung.

1943 erreichte der Verein als Meister der Sportbereichsklasse Südhannover-Braunschweig die deutsche Meisterschaftsendrunde 1942/43. Nach einem deutlichen Sieg in der ersten Runde unterlag man im Achtelfinale dem späteren Sieger Dresdner SC mit 0:4.

Auch in der folgenden Saison 1943/44 gelang als Gaumeister der Einzug in die deutsche Meisterschaftsendrunde. Diesmal scheiterte der Verein schon in der ersten Runde gegen Wilhelmshaven 05. Das letzte Spiel der „alten“ Eintracht vor Kriegsende fand am 4. Februar 1945 bei Germania Wolfenbüttel statt und endete mit dem bemerkenswerten Resultat von 6:10. Danach musste der Spielbetrieb kriegsbedingt eingestellt werden. Nach Kriegsende fand der weitere Spielbetrieb unter dem einzigen von der britischen Besatzermacht zugelassenen Großverein TSV Braunschweig statt. Dort kämpfte man ab dem 18. Februar 1946 um die Bezirksmeisterschaft in der Oberliga Niedersachsen-Süd, die gewonnen werden konnte, und anschließend um die Norddeutsche Meisterschaft. Dieser Wettbewerb wurde jedoch von der Besatzungsmacht im Viertelfinale verboten und abgebrochen. In der Saison 1946/47 erreichte man die Endrunde der Zonenmeisterschaft, scheiterte aber im Viertelfinale an Rot-Weiß Oberhausen. In der darauf folgenden Saison 1947/48 stoppte der Hamburger SV die Titelambitionen im Halbfinale der Endrunde.

1947 bis 1963 – Oberliga Nord Saisondaten 1947–1963 Eintracht „der Weg in die Bundesliga“ Saison Platz Tore Punkte 1947/48 3 50:31 28:16 1948/49 4 48:48 25:19 1949/50 5 54:48 36:24 1950/51 10 60:55 30:34 1951/52 14 50:72 23:37 1952/53 1 123:39 54:10 1953/54 4 57:58 32:28 1954/55 6 58:56 33:27 1955/56 11 68:71 27:33 1956/57 7 61:51 30:30 1957/58 2 72:44 41:19 1958/59 5 64:55 33:27 1959/60 8 43:44 31:29 1960/61 9 51:56 28:32 1961/62 6 67:55 36:24 1962/63 3 62:41 37:23hellgrau: Spielzeiten in der Oberliga-Nord;dunkelgrau: Spielzeiten in der 1. Amateurliga Niedersachsen-Ost Ab der Saison 1947/48 gab es in Deutschland wieder einen einheitlichen Spielbetrieb. 1947 gehörte der TSV Braunschweig zu den Gründungsmitgliedern der neuen Fußball-Oberliga Nord.

Am 13. Februar 1949 prallte der TSV-Torhüter Gustav Fähland bei einem Auswärtsspiel unglücklich mit einem Bremer Stürmer zusammen und verstarb sieben Tage später an Nierenblutungen.

Die Umbenennung in den alten Namen Eintracht Braunschweig erfolgte am 1. April 1949.

Nach drei erfolgreichen Jahren in der Oberliga Nord rutschte die Eintracht sportlich ab. In der Saison 1951/52 musste zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Gang in die Zweitklassigkeit angetreten werden, und zwar durch Ausschluss aus der Oberliga wegen (aus Sicht des NFV) nachgewiesener Bestechung und Nötigung im – sportlich erfolgreichen – Abstiegskampf. Im folgenden Jahr gelang jedoch mit dem neuen Trainer Edmund Conen der sofortige Wiederaufstieg aus der Amateuroberliga Niedersachsen.

Durch das Erreichen des zweiten Platzes in der Liga reichte es 1958 zur Teilnahme an der Endrunde zur deutschen Fußballmeisterschaft 1957/58. Dort scheiterte man in der Vorrunde. In den folgenden Jahren befand sich die Eintracht im oberen Drittel der Liga. Nach dem Beschluss des DFB, ab der Saison 1963/64 eine eingleisige, bundesweite Liga einzuführen, reichte es am Schluss für Platz 3 in der Oberliga Nord.

1963 bis 1985 – Bundesliga Saisondaten 1963–1985