Sind die Lichter angezündet ist ein deutsches Weihnachtslied.

Geschichte Die Lyrikerin und Kinderbuchautorin Erika Engel verfasste das Gedicht um 1950 unter dem Titel Weihnachtsfreude. Dieses Gedicht wurde vom späteren Musikreferenten des Mitteldeutschen Rundfunks und Leiter des Rundfunk-Kinderchores in Leipzig, Hans Sandig, vertont. Das dreistrophige Lied entwickelte sich zu einem der bekanntesten Weihnachtslieder in der DDR.

1960 erschien das Lied erstmals auf einer Eterna-Schallplatte des VEB Deutsche Schallplatten als Teil der EP Weihnachts-Lieder.

Bei „Sind die Lichter angezündet“ zeigt sich der kulturelle Rahmen, in dem das Lied entstand. Die frühen 1950er Jahre waren geprägt von der religionskritischen Politik der SED, die christliche Traditionen aus dem öffentlichen Raum zurückdrängen wollte. Kirchen wurden politisch misstrauisch beobachtet, religiöse Sozialisation galt als mit dem sozialistischen Menschenbild unvereinbar. Vor diesem Hintergrund bot ein bewusst allgemein gehaltenes, unkirchliches Weihnachtslied für den Rundfunk besondere Vorteile: Es erlaubte, das Fest musikalisch zu gestalten, ohne religiöse Inhalte zu reproduzieren. Damit passte das Lied in das Bestreben der DDR-Kulturpolitik, Weihnachten als familiäres, friedensorientiertes und weitgehend entkonfessionalisiertes Fest zu etablieren. Daher wurde es stark gefördert und konnte sich in der gesamten DDR-Bevölkerung durchsetzen.

Literatur Hans Walther: „Sind die Lichter angezündet …“ Ein Engel aus der DDR bescherte uns eins der schönsten Weihnachtslieder. In: Volksstimme. Wochenend-Magazin vom 15. Dezember 2007, S. 3.

Weblinks Text von Sind die Lichter angezündet

Einzelnachweise

Kategorie:Weihnachtslied Kategorie:Volkslied Kategorie:Lied 1960