Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) und die Schwestergesellschaft Innbus sind für den Großteil des öffentlichen Personennahverkehrs in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck zuständig. Gesellschafter der IVB sind die Innsbrucker Kommunalbetriebe Aktiengesellschaft mit 51 %, das Land Tirol mit 4 % und die Stadt Innsbruck mit 45 %.

Im Jahr werden von den IVB rund 70 Millionen Fahrgäste auf einem Streckennetz mit 341 km auf etwa 30 Linien befördert. Die Betriebslänge der Straßenbahnlinien beträgt etwa 36,4 km und die der Dieselbuslinien etwa 97,7 km. Heute sind etwa 120 Dieselbusse auf 11 Buslinien plus 2 Verstärkerlinien, davon fünf Nachtlinien (23 bis 5 Uhr), und 52 Bahnfahrzeuge auf drei Straßenbahnlinien, davon eine Überlandlinie sowie der Stubaitalbahn in Betrieb.

Momentan befinden sich 52 Straßenbahnwagen (ohne Nostalgie- und Arbeitsfahrzeuge), rund 46 Solobusse und ca. 60 Gelenkbusse sowie um die 14 Überlandbusse im Bestand der Innsbrucker Verkehrsbetriebe. Bei den Stadtbussen findet man den Mercedes-Benz Citaro.

Geschichte mini|Ehemaliges Verwaltungsgebäude in der Pastorstraße Die Lokalbahnen Bereits im Jahr 1836 gab es einen Plan für eine Lokalbahn von Innsbruck in die Nachbarstadt Hall in Tirol. 1888 beantragten Louis Hirsch, August Riedinger, H. Ritter von Schwind und Anton Prantl eine Konzession für eine Lokalbahn von Innsbruck nach Hall. Diese wurde dann unter leicht geänderten Auflagen 1889 erteilt, und die gleichnamige Gesellschaft der Localbahn Innsbruck–Hall i. Tirol (L.B.I.H.i.T.) wurde gegründet. Dies war der Anfang der Innsbrucker Verkehrsbetriebe. 1891 wurde der Dampfbetrieb auf der Lokalbahn aufgenommen. Von Wilten aus, führte die Strecke durch Innsbruck über den Rennweg entlang der Hallerstraße durch Rum und Thaur nach Hall.

1900 wurde das Innsbrucker Mittelgebirge mittels einer Dampfbahn erschlossen. Von dem in Wilten gelegenen Bergisel Bahnhof der L.B.I.H.i.T. führte die Strecke der Innsbrucker Mittelgebirgsbahn (I.M.B.) in Serpentinen den Paschberg hinauf auf das Plateau nach Igls. Dabei berührt sie die Dörfer Aldrans und Lans. Die Gesellschaft gehörte zwar der Stadt, wurde aber von der LBIHiT betrieben.

1904 wurde schließlich die erste elektrische Lokalbahn um Innsbruck gebaut. Die Stubaitalbahn (A.G.St.B.) hatte ihren Bahnhof nahe dem Bergisel Bahnhof. Von dort führte sie dem Verlauf der Brennerstraße folgend auf das Plateau des Mittelgebirges. Weiter wand sich die Strecke durch die Dörfer Natters, Mutters, Kreith, Telfes bis hinein nach Fulpmes im Stubaital. Die Stubaitalbahn war eine eigenständige Aktiengesellschaft, die Betriebsführung oblag jedoch der L.B.I.H.i.T.

Die Straßenbahnen

1905 wurde die erste elektrische Straßenbahn, die sogenannte Stadtbahn und spätere Saggenlinie, in Innsbruck gebaut. Vier Jahre später wurde dann auch die Lokalbahn nach Hall elektrifiziert. Aus dem Jahre 1911 stammt das noch heute gültige Nummernschema für die Bahnen. Die Saggenlinie wurde die Linie 1, die Linie nach Mühlau bekam die Bezeichnung Linie 2, die Localbahn wurde die Linie 4. Auch wurde eine neue Linie von der Fischerstraße entlang der Strecke der Localbahn bis in die Maria-Theresien-Straße und von dort weiter durch die Museumsstraße nach Pradl bis zum Lindenhof eröffnet, welche die Linie 3 wurde.

Mitte der 1920er wurde kurzfristig die Innenstadtringlinie 0 (Null) eröffnet aber bald darauf wieder geschlossen. Die Linie 5 sollte mit einer besseren Streckenführung als die Linie 0 mehr Fahrgäste anziehen, aber auch sie war insgesamt gesehen nur wenige Monate in Betrieb.

1927 verkaufte die Stadt aufgrund des gesunkenen Gewinns die IMB ganz an die LBIHiT, neun Jahre später wurde die IMB elektrifiziert und als Linie 6 in das Nummernschema eingefügt.

Innsbrucker Verkehrsbetriebe mini|Neues Verwaltungsgebäude in der Pastorstraße 1941 wurde die LBIHiT in Innsbrucker Verkehrsbetriebe (I.V.B.) umbenannt und mit einigen privaten Buslinienbetreibern zusammengelegt. Unter dem Dach der IVB eröffnete dann ab 1944 der erste O-Bus-Betrieb.

1974 wurde die Linie 4 als Straßenbahn / Localbahn aufgegeben und durch eine Buslinie ersetzt. Zwei Jahre später wurde der erste O-Bus-Betrieb eingestellt und der alte Bergisel-Bahnhof aufgegeben. Das neue Fahrzeugdepot wurde nun gleich neben dem Stubaitalbahnhof eingerichtet. 1983 wurde die Stubaitalbahn auf Gleichstrom umgestellt und die Strecke nach 79 Jahren in die Stadt verlängert. Der Stubaitalbahnhof wurde aufgegeben und den Tiroler MuseumsBahnen für die Errichtung eines Localbahnmuseums zur Verfügung gestellt.

Ab 1988 wurde dann zum zweiten Mal ein O-Busbetrieb eröffnet, der bis 2007 in Betrieb bleiben sollte. 1997 wurden die Innsbrucker Verkehrsbetriebe und die Stubaitalbahn A. G. zusammengelegt. Das neu entstandene Unternehmen führte fortan den Namen Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH (IVB).

Mit dem neuen Regionalbahnkonzept, das im Jahre 2004 beschlossen wurde, wurde gleichzeitig ein komplett neuer Fuhrpark für die Innsbrucker Straßenbahn bestellt, 2007 wurde dann der zweite O-Busbetrieb eingestellt.

19391940194819601965120px|Stand=1939120px|Stand=1940120px|Stand=1948120px|Stand=1960120px|Stand=196519751976198319881992120px|Stand=1975120px|Stand 14. Oktober 1976120px|Stand 2. Juli 1983120px|Stand 18. Dezember 1988120px|Stand 30. November 199219931995200320042005120px|Stand 22. August 1993120px|Stand 1. Dezember 1995120px|Stand Oktober 2003120px|Stand 4. Oktober 2004120px|Stand 12. September 2005Die wechselvolle Geschichte der Verkehrsbetriebe zeigt sich auch in den häufigen Umbauten des Straßenbahn- (schwarz) und Oberleitungsbusnetzes (rot) in der Innenstadt.

Die Oberleitungsbusse

In den Jahren 1944 bis 1976 und 1988 bis 2007 wurden in Innsbruck O-Bus-Netze betrieben. Bis 2029 soll erneut ein O-Bus-System aufgebaut werden.

Regionalbusse (Innbus)

1999 wurde das 100-%-Tochterunternehmen Innbus GmbH gegründet.Firma Innbus GmbH in Innsbruck. Firmenbuchdaten Creditreform/firmenabc.at Sie betrieb die Regionalbuslinien mit Omnibussen für die IVB und den Verkehrsverbund Tirol (VVT). Das Wagenmaterial und die Fahrer wurden von IVB, Postbus und Ledermair zur Verfügung gestellt.

Stadtrad Innsbruck mini|Stadtrad Innsbruck (Pastorstraße) Seit 2014 betreiben die Innsbrucker Verkehrsbetriebe das Fahrradverleihsystem Nextbike unter dem Namen Stadtrad Innsbruck mit etwa 50 Verleihstationen. Der Verleih erfolgt über eine Mobile App oder via Telefon. Die Anzahl der Entlehnungen stieg von 9.500 (Jahr 2014), 80.656 (Jahr 2018) auf 116.857 (Jahr 2019).

Das Regionalbahnkonzept Vorgeschichte Das gegenwärtige Regionalbahnkonzept geht auf eine Serie von Vorstudien zurück, die beginnend in den Achtzigerjahren in der Verkehrsplanungsabteilung des Landes Tirol von Hofrat Diethelm Judmaier initiiert und von Tiroler Ziviltechnikern sowie dem Institut für Eisenbahnwesen an der Universität Innsbruck verfasst wurden. Die politische Stimmung für die Umsetzung dieses Konzepts, das in seinen Endausbau aus einer etwa 70 km langen Taltrasse von Telfs bis Jenbach neben Erweiterungen von Stubaitalbahn und Igler bestehen sollte, war jedoch damals nicht förderlich. Erst der damalige Landeshauptmann Wendelin Weingartner leitete als eine seiner letzten Amtshandlungen Arbeiten zur Konkretisierung des Projekts in die Wege. Die Bezeichnung Regionalbahn ist irreführend, da es in Innsbruck um eine Verlängerung der meterspurigen städtischen Straßenbahn ins Umland geht.Hrsg. Land Tirol, Abteilung Verkehrsplanung, Regionalbahn Tiroler Zentralraum, Endbericht zur Maßnahmenstudie, Innsbruck 2007, siehe auch parlamentarische Materialien des Tiroler Landtags (PDF) Daher kommt es in der öffentlichen Diskussion auch ständig zu Verwechslungen zwischen Straßenbahn (Regionalbahn) und S-Bahn auf ÖBB-Gleisen. Im Gegensatz dazu ist das Vorhaben als moderne Ausführung einer Überlandstraßenbahn mit Nebenbahn-Charakter zu verstehen. Von diesen gibt es bereits zwei in Form von Stubaitalbahn und Iglerbahn in Innsbruck.

Jüngste Geschichte Diese Weichenstellung fiel zeitlichBeschluss der Landesregierung vom 11. November 2003 betreffend langfristige Sicherstellung des Betriebs auf der Stubaitalbahn; Regionalbahnsystem und Regionalbussystem im Großraum Innsbruck – Grundsatzbeschluss – siehe auch (MS Word) mit der Entscheidung der Stadt Innsbruck zusammen, die Tram auszubauen und den O-Busbetrieb auslaufen zu lassen. Seit 2005/06 werden nun in einer losen Kollaboration der Stadt Innsbruck, des Landes Tirol, der Innsbrucker Verkehrsbetriebe und des Tiroler Verkehrsverbunds unter der Federführung der Abteilung Verkehrsplanung detaillierte Trassenstudien erstellt, um den Verlauf der Bahnstrecke und die Anordnung der Haltestellen zu optimieren. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit wurde mit einem LandtagsbeschlussLandtag Tirol, Regierungsbeschluss vom 18. Dezember 2007, Regionalbahn Tiroler Zentralraum, Grundsatzbeschluss Bericht/Antrag Abg. H.P. Pock, siehe auch: Regional- und Straßenbahnsystem für den Tiroler Zentralraum Innsbruck – Grundsatzbeschluss (MS Word) bestätigt. Das Projekt, das zur Ausführung ansteht, beinhaltet allerdings vorerst lediglich einen Torso der ursprünglichen Absichten. Es soll eine Hauptachse aufgebaut werden, die von Völs bis Hall reicht; planerisch hält man sich natürlich die Option für den Weiterbau nach Westen und Osten offen.

Begründung des Projekts Da entlang des Inntals zwischen Telfs und Wattens beinahe 300.000 Einwohner wohnen und deren Verkehrsbedürfnisse mit der bestehenden ÖBB-Strecke allein nicht befriedigt werden können, soll mit einer zweiten Schienenachse mit flexibleren Trassenparametern eine bessere Feinverteilung im Ballungsraum erreicht werden.

Die Verkehrswirksamkeit des neuen Verkehrsmittels wird vor allem im Mittelstreckenverkehr zum Tragen kommen. Das heißt, dass es nicht Ziel ist, neue Fahrgäste z. B. von Völs nach Hall zu gewinnen, sondern Fahrgäste, die von Hatting (weiteres Umland von Innsbruck) in die Höttinger Au (Randbezirk von Innsbruck) kommen wollen. Solche Fahrgäste müssen bis jetzt in die Stadt hinein und anschließend wieder heraus. Sie nehmen daher bis jetzt in der Regel das Auto und kein öffentliches Verkehrsmittel, da die Verbindung bis jetzt zeitaufwändig ist und nicht direkt verläuft. Man erwartet daher eine durchschnittliche Fahrdistanz von ca. 4 km auf der Regionalbahn, meist als Teil einer längeren Wegekette aus ÖBB und Regionalbahn.Hrsg. Land Tirol, Abteilung Raumordnung, Regionalbahn Tiroler Zentralraum, Schlussbericht Raumplanung, Innsbruck 2007 Die Reisezeitersparnis für den durchschnittlichen Pendler im Großraum Telfs bis Jenbach zu Zielen in den Innsbrucker Außenbezirken sollte daher 10 bis 20 Minuten betragen. Der Talkessel ist berüchtigt für seine Inversionswetterlagen, die hohe Feinstaub und Stickoxidbelastungen zur Folge haben.Innsbruck gehört zu jenen Orten in Tirol, in denen der zulässige PM 10 Tagesmittelwert überschritten wurde, ebenso sind Teile der Stadt durch die Nähe zur Autobahn von NOX Grenzwertüberschreitungen betroffen – vgl. Aus diesem Grunde will die IVB ein umweltfreundliches und vor allem großteils von der Straße unabhängiges Verkehrsmittel schaffen, das nicht bei den Stadtgrenzen aufhört, sondern den öffentlichen Verkehr zu den Einwohnern bringt.Regionalbahn und Raumordnung, Raumordnung-Statistik, Amt der Tiroler Landesregierung, 2009 (PDF; 1,9 MB) Nur so kann gewährleistet werden, dass bei der Wegekette von Anfang an kein eigenes Auto notwendig ist.

Alternativen zum Projekt