Das Friedensangebot der Mittelmächte vom 12. Dezember 1916 war eine Friedensnote im Verlauf des Ersten Weltkriegs, die auf Drängen Österreich-Ungarns nach der Eroberung Rumäniens veröffentlicht wurde, aber ohne Folgen blieb.
Wortlaut der Note Der Wortlaut des Friedensangebots der Mittelmächte war:
Hintergrund Die diplomatische Vorbereitung des Friedensvorschlages war vom „Bestreben der deutschen Regierungskreise, ihre eigenen hochgeschraubten Kriegsziele zu verheimlichen und die Forderungen ihrer Verbündeten zu mäßigen“, gekennzeichnet.Imre Gonda: Verfall der Kaiserreiche in Mitteleuropa. Der Zweibund in den letzten Kriegsjahren (1916–1918). Budapest 1977, ISBN 963-05-1084-7, S. 232. Außerdem versuchten sie, jede gegenseitige Bürgschaft und Garantie zu umgehen. Letztlich konnte sich der gemeinsame Außenminister Österreich-Ungarns, Stephan Burián, mit seiner Forderung nach Aufnahme konkreter Kriegszielangaben in die Friedensnote nicht durchsetzen.Hellmut Andics: Der Untergang der Donaumonarchie. Österreich-Ungarn von der Jahrhundertwende bis zum November 1918. (=Österreich 1804–1975, Band 2) Molden-Taschenbuch-Verlag, Wien 1976, ISBN 3-217-05022-3, S. 225. Daher fehlten im Notentext des Friedensangebotes konkrete Bedingungen.
Die deutsche Regierung unter Kanzler Theobald von Bethmann Hollweg versprach sich von dem Friedensangebot dreierlei: Erstens sollte es als Sprengmittel innerhalb der kriegsmüden Länder der Entente wirken, zweitens die Position gegenüber den neutralen Staaten (also vor allem den Vereinigten Staaten) stärken und drittens einen wesentlichen Umschwung in der gedrückten Stimmung des eigenen Volkes herbeiführen. Bei einer Ablehnung des Angebots fiele das Odium für die Fortsetzung des Krieges nach deutscher Meinung auf die Gegner. Im Scheitern der Friedensaktion, die für die Donaumonarchie eine der letzten Chancen zur Rettung ihrer Existenz darstellte, sah Deutschland die beste Rechtfertigung für die Verschärfung der Kriegsführung.André Scherer, Jacques Grunewald: L’Allemagne et les problèmes de la paix pendant la première guerre mondiale. Documents extraits des archives de l'Office allemand des Affaires étrangères. (deutsche Originaldokumente) Band 1, Paris 1962, ISBN 2-85944-010-0, S. 609f. (Nr. 416) Imre Gonda: Verfall der Kaiserreiche in Mitteleuropa. Der Zweibund in den letzten Kriegsjahren (1916–1918). Budapest 1977, ISBN 963-05-1084-7, S. 347.
Antwort der Entente Der wenig verbindliche Ton der Friedensnote und „ihr alles Konkrete vermissender Inhalt“, aber besonders, dass Deutschland keine Neigung zur Räumung der besetzten Gebiete erkennen ließ, machte die Note für die Entente unannehmbar.Zbyněk A. Zeman: Der Zusammenbruch des Habsburgerreiches 1914–1918. Wien 1963, S. 123.
Die Antwort der Alliierten vom 30. Dezember 1916 sprach deshalb von einer „Anregung ohne Bedingungen“, die kein Friedensangebot sei.Der verpaßte Friede, Artikel vom 23. Dezember 1966 von Karl-Heinz Janßen auf Zeit Online Der „Vorschlag erscheint weniger als ein Friedensangebot denn als Kriegsmanöver“.Ulrich Cartarius (Hrsg.): Deutschland im Ersten Weltkrieg. Texte und Dokumente 1914-1918. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1982, ISBN 3-423-02931-5, S. 208. Ein Friede sei unmöglich, „solange nicht Gewähr besteht für die Wiederherstellung der verletzten Rechte und Freiheiten, für die Anerkennung des Nationalitätenprinzips und der freien Existenz der kleinen Staaten“.Wladimir Petrowitsch Potjomkin (Hrsg.): Geschichte der Diplomatie, Zweiter Band (Die Diplomatie der Neuzeit, 1872–1919), Berlin/Leipzig 1948, S. 349f.
Reaktion auf die Antwort Wenige Tage später gab Kaiser Wilhelm II. per Erlass bekannt:
Siehe auch Friedensresolution
Literatur Robert Piloty: Das Friedensangebot der Mittelmächte. Mohr, Tübingen 1917 (Digitalisat). Wolfgang Steglich: Bündnissicherung oder Verständigungsfrieden. Untersuchungen zum Friedensangebot der Mittelmächte vom 12. Dezember 1916. Musterschmidt, Göttingen/Berlin/Frankfurt am Main 1958.
Weblinks Friedensangebot der Mittelmächte. In: Frankfurter Zeitung, 13. Dezember 1916 (Digitalisat bei FAZ.net) Sven Felix Kellerhoff: Als das Deutsche Reich der Welt den Frieden anbot. In: Welt.de, 11. Dezember 2016 Alexander Graf: Als das Reich den Frieden wollte. In: TheEuropean.de, 27. Dezember 2016
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