Balde (mundartlich e da Baalde) ist ein Ortsteil von Erndtebrück im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen.
Das Dorf hat etwa 300 Einwohner.
Geographie Lage Balde liegt fast zentral im Wittgensteiner Land. Ein kleiner Teil im Süden des Ortes erstreckt sich am Steinigen Kopf (634 m) über die Lahn-Eder-Wasserscheide, die zugleich die Wasserscheide Rhein-Weser bildet. Von hier kann man bei klarer Witterung genau im Süden den Großen Feldberg im Taunus in 84 km Entfernung (Luftlinie) erblicken. Im Norden des Ortes verläuft der 51. nördliche Breitengrad.
Nachbarorte Rinthe Weidenhausen Schameder Stünzel
Geschichte Die ersten urkundlichen Zeugnisse weisen auf das Jahr 1538, wo der Ort im Zusammenhang mit dem Kirchspiel Weidenhausen genannt wird.Günther Wrede: Territorialgeschichte der Grafschaft Wittgenstein. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1927, S. 128. Der Ort gehörte in dieser Zeit zum Hause Berleburg. Anfang des 16. Jahrhunderts war Balde eine Wüstung. 1571 erfolgte die Anlage eines Eisenhammers, da in den Bergen rund um Balde neue Eisenfunde gemacht wurden. 1578 kommen noch Hammerhütten hinzu.
Balde gehörte seit 1781 zur Schulzerei Berghausen. 1819 kommt es zum Wechsel in den Schulzereibezirk Dotzlar. Zur Gemeinde Balde gehörten Leimstruth, Melbach und Rohrbach.
Der Ort gehört seit der Gebietsreform, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, zur Gemeinde Erndtebrück und war bis zur Eingemeindung eine selbstständige Gemeinde im damaligen Kreis Wittgenstein.
Einwohnerentwicklung 1624: 25 Einwohner in 4 Häusern 1819: 82 Einwohner in 10 Häusern 1854: 192 Einwohner in 23 Häusern 1900: 103 Einwohner 1961: 303 Einwohner 1970: 344 Einwohner 1974: 334 Einwohner 1992: 328 Einwohner 1995: 323 Einwohner 1997: 335 Einwohner 2000: 326 Einwohner 2002: 334 Einwohner 2005: 315 Einwohner 2007: 316 Einwohner 2010: 300 Einwohner 2012: 295 Einwohner 2018: 253 Einwohner 2020: 250 Einwohner 2022: 232 Einwohner
Söhne und Töchter des Ortes Mannus Riedesel (1662–1726), Zimmermeister, der zahlreiche bedeutende Fachwerkbauten vor allem im Wittgensteiner Land und im Siegerland errichtete, geb. in Melbach (Teil von Balde)
Literatur
Günther Wrede: Territorialgeschichte der Grafschaft Wittgenstein. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1927.
Bernd Geier: Kirchliches Leben in Balde, Melbach und Leimstruth. In: Wittgenstein. Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins, 2012, Heft 3, S. 104 ff. Werner Wied: Beiträge zur Geschichte der Alt-Bauernhöfe in Balde, Melbach und Rohrbach. In: Erndtebrück – ein Heimatbuch des obersten Edertales, herausgegeben von Werner Wied, Erndtebrück 1977, Band II., S. 474 ff.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Erndtebrück Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Siegen-Wittgenstein) Kategorie:Ersterwähnung 1538 Kategorie:Gemeindeauflösung 1975