mini|hochkant=1.4|Felsen des Teufelsteins vor der Teufelsteinhütte mini|hochkant=1.4|Der Teufelstein: Vom Teufel gespalten

Teufelstein ist ein Gebiet im Wienerwald. Es handelt sich um den Teufelstein-Berg (historisch auch als Fischerwiesen Berg) und seine Umgebung. Benannt ist der Raum nach den Teufelstein-Felsen, einer auffällig geformten Gesteinsformation. Das Gebiet steht als Naturschutzgebiet Teufelstein-Fischerwiesen unter Schutz.

Geografie mini|hochkant|Südlicher Wienerwald um 1900. Bildmitte: Das Tal von Kaltenleutgeben, Perchtoldsdorf und die Föhrenberge

Allgemein Das Gebiet liegt in Niederösterreich im südlichen Wienerwald in der Marktgemeinde Perchtoldsdorf. Es befindet sich südlich des Tals von Kaltenleutgeben am westlichen Ende des Gebietsstreifens aus dem Ortsteil Rodaun des 23. Wiener Gemeindebezirks Liesing.

Die Gegend um den Teufelstein bildet den Westen des Perchtoldsdorfer Gemeindegebiets an der Grenze zu Kaltenleutgeben und an der südwestlichen Grenze der Stadt Wien. Die Gemeinde Perchtoldsdorf ist auch zum Größten Teil Eigentümerin der Grundstücke des Gebietes.Einlagezahl 1615, Katastralgemeinde 16121 Perchtoldsdorf, Grundbuch beim Bezirksgericht Mödling.

Im Norden liegt das Tal der Dürren Liesing (Kaltenleutgebener Tal), im Osten grenzt das Gebiet an den Parapluieberg.

Im Süden liegt der Kamm des Höllenstein-Bergzuges mit der Kammersteiner Hütte und der Josefswarte auf dem Hinteren Föhrenberg. Im Westen setzt sich dieser Gebirgszug Richtung Gießhübl und Sulz im Wienerwald fort.

Der Bereich um den Teufelstein gehört zum Naherholungsgebiet von Wien. Er wird häufig von Wanderern und Radfahrern aufgesucht.

Die Priessnitz-Quelle im Norden des Teufelsteins, die auf älteren Landkarten verzeichnet ist, ist gefasst und nicht zugänglich. Sie ist nach Vincenz Prießnitz benannt, der kaltes Wasser und kalte Kompressen (Kaltwasserkuren) gegen Krankheitserscheinungen angewendet hatte. Ab 1836 waren in Kaltenleutgeben Kaltwasserheilanstalten gegründet worden (z. B. jene von Wilhelm Winternitz), die teilweise bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts bestanden.Chronik von Kaltenleutgeben.

Flora und Fauna mini|Parapluie-Föhre im Wienerwald

Das Gebiet ist fast vollständig bewaldet. Die Vegetation besteht hauptsächlich aus Rotbuchen, Schwarzkiefern, Eichen- und Ahornbeständen. Waldfreie Bereiche befinden sich rund um den ehemaligen Steinbruch Fischerwiesen im Norden des Teufelstein-Berges. Im Naturschutzgebiet erfolgt keine forstliche Nutzung der Wälder.

Im Wald leben vereinzelt größere Wildtiere wie Rehe, Hasen und Wildschweine. An kleineren Tieren können Eichhörnchen beobachtet werden. Nach längeren Regenfällen finden sich auf den Wegen verschiedene Arten von Schnecken, z. B. Weinbergschnecken oder Große Wegschnecken. Feuersalamander und Frösche leben an feuchten Stellen (besonders in der Nähe des Buch-Bründls und des daneben liegenden kleinen Teichs). Nach längeren Trockenperioden sind Blindschleichen und harmlose Schlangenarten wie Ringelnattern und Äskulapnattern zu beobachten.

Klima Das Klima am Teufelstein ist jenes des Wienerwaldes. Die steilen Hänge sind wasserlos, Quellen und kleine Gerinne liegen in den Tälern ringsum.

Zugangswege Forststraße mini|links|Forststraße: Die Schutzhüttenstraße beim Teufelstein Richtung Osten zum Parapluieberg und nach Perchtoldsdorf

Der Teufelstein-Berg liegt an einer Forststraße. Diese Straße beginnt in Perchtoldsdorf und führt über den Höhenrücken, zu dem der Teufelstein gehört, mit verschiedenen Abzweigungen nach Gießhübl und Sulz im Wienerwald. Sie wird „Schutzhüttenstraße“ genannt,Vom Franz-Ferdinand-Schutzhaus nach Westen: Freytag-Berndt: Städteatlas Großraum Wien 1:20.000. Ausgabe 2007. Blatt 52 Planquadrat X 3. nach den an ihr liegenden Gasthäusern bzw. Schutzhütten: Franz-Ferdinand-Schutzhaus, Kammersteiner Hütte, Teufelstein-Hütte, Gh. Kugelwiese, ehemaliges Gh. Seewiese und (2007 abgebrannt, seit 2009 wieder in Betrieb) Höllenstein. Für diese Straße wird im Alltag nach der ehemaligen Grundherrschaft auch die Bezeichnung „Liechtensteinstraße“ verwendet oder „Höhenstraße“.Bis zum Franz-Ferdinand-Schutzhaus. Freytag-Berndt: Städteatlas Großraum Wien 1:20.000. Ausgabe 2007. Blatt 52, Planquadrat X 4. Es gibt allerdings in Perchtoldsdorf auch andere Straßen mit den beiden zuletzt genannten Namen.Nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Straße beim Sportzentrum oder der Hochstraße in Perchtoldsdorf und Rodaun: Höhenstraße: beim Sportzentrum. Liechtensteinstraße: von der Herzogbergstraße an der Gemeindegrenze nach Süden zur Brunnerbergstraße.

Die Forststraße ist für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr gesperrt, aber als Mountainbikeroute angeboten. Sondergenehmigungen sind für Hüttenbetreuer und Behindertentransporte möglich. Parkplätze befinden sich in der Umgebung der Bushaltestellen, die die Ausgangspunkte der Aufstiege zum Teufelstein bilden, und bei der Perchtoldsdorfer Heide.

Das Gebiet liegt im Einsatzbereich der Ortsstelle Wienerwald-Süd des Österreichischen Bergrettungsdienstes.

Fußwege mini|Beim Teufelstein verzweigen sich die Wanderwege

Der Teufelstein kann über mehrere Wanderwege erreicht werden. Die Gehzeit beträgt je nach Ausgangspunkt, körperlicher Verfassung und Gehgeschwindigkeit 30 bis 90 Minuten. Das Wegenetz ist sehr dicht. Es gibt für jeden der beschriebenen Zugangswege eine Reihe von steileren oder flacheren Varianten.

Zugang von Perchtoldsdorf Der Weg führt über die Perchtoldsdorfer Heide und danach auf der Forststraße oder über einen von mehreren steileren Fußwegen, vorbei am Franz-Ferdinand-Schutzhaus auf dem Parapluieberg, zum Teufelstein. Es sind ca. 300 Höhenmeter auf vier Kilometern Wegstrecke zu bewältigen.

Dieser Anstieg gehört zu den Weitwanderwegen Nordalpenweg 01 und Wiener Mariazeller Weg 06. Ausgangspunkt der Wanderung ist entweder die Endstation der Wiener Straßenbahnlinie 60 in Rodaun oder eine Haltestelle der Autobuslinien des Verkehrsverbundes Ost-Region, die die Gemeinde Perchtoldsdorf mit dieser Straßenbahnlinie und mit Liesing oder Mödling verbinden. Liesing und Mödling liegen an der Schnellbahn auf der Südbahnstrecke.

Zugang von Gießhübl Der flachste Weg zum Teufelstein führt auf hügeligem Gelände fast vollständig im Wald von Gießhübl aus über Forststraßen. Er verläuft vorbei an der Kugelwiese (dort liegt eine Gaststätte) und einer kleinen Kapelle im Wald (Waldandacht). Es sind rund 100 Höhenmeter auf etwa 3,5 km zu überwinden.

Ausgangspunkt der Wanderung ist die Gießhübler Heide, die auch die Endstation von Buslinien von Liesing und Mödling des Verkehrsverbundes Ost-Region bildet.

Zugang von Kaltenleutgeben mini|Am abendlichen Aufstieg von Kaltenleutgeben: Das Gebiet des alten Steinbruches mit dem Teufelstein-See, rechts der Nordhang des Parapluieberges

Dieser Weg ist der kürzeste, aber auch der steilste Anstieg mit ungefähr 230 Metern Höhenunterschied auf zwei Kilometern. Er führt zunächst auf einem nur leicht ansteigenden Wegstück parallel zum Bach „Dürre Liesing“ entlang der Stadtgrenze von Wien, nach der neuen Wohnhausanlage „Waldmühle“ links steil bergauf auf der ehemaligen Zufahrtsstraße zum Steinbruch Fischerwiesen und am Ende der Besucherzone des Naturschutzgebietes (Schranken) links als markierter Waldweg steil bergauf am Teufelstein-Felsen und am Buch-Bründl vorbei zur Teufelstein-Hütte.

Das Buch-Bründl ist eine kleine Quelle, von der die Teufelsteinhütte bis in die 1960er Jahre Trinkwasser bezog. Der Name leitet sich von den umgebenden Buchen-Bäumen, nicht von einem Buch ab.

Der Weg gehört zu den Weitwanderwegen Voralpenweg 04 und Wienerwald-Verbindungsweg 444.

Bergab sollte dieser Weg nur bei Tageslicht oder sehr guter Wegekenntnis begangen werden. Abgesehen davon, dass er über längere Strecken oft mit rutschigem nassem Laub bedeckt ist, besteht für Gebietsfremde die Gefahr, die Stellen zu übersehen, an denen der Weg dem Steilabfall des Teufelsteins oder dem Hang des Steinbruches ausweicht. Abstürze mit schweren Verletzungen können die Folge sein. Da der Weg außer in der Sommer-Wandersaison nur wenig begangen wird, darf nicht damit gerechnet werden, dass ein Unfallopfer rasch gefunden wird.

Die nähere Umgebung des ehemaligen Steinbruches und der Steinbruch selbst sind Naturschutzgebiet, außerhalb der Besucherzone direkt am See ist das Betreten verboten.

Der Aufstieg beginnt bei den Bushaltestellen Rodaun-Waldmühle (noch in der Kernzone Wien des Verkehrsverbundes Ost-Region – VOR) oder der nächsten Station Kaltenleutgeben-Wienergraben (erste Außenzone mit Zusatzfahrpreis). Diese Haltestellen gehören zur Autobuslinie 255 Liesing-Kaltenleutgeben-Sulz im Wienerwald. Die ebenfalls in diesem Tal verlaufende Kaltenleutgebener Bahn hat seit 1951 keinen Personenverkehr mehr.

Weitwanderwege mini|links|Teich beim Buchbründl

Der Teufelstein liegt an folgenden Weitwanderwegen: Europäischer Fernwanderweg 04 Nordalpenweg 01 Voralpenweg 04 Wiener Mariazeller Weg 06 Wienerwald Rundwanderweg-Verbindungsweg 444 Niederösterreichischer Landesrundwanderweg

Mountainbikestrecke Der Teufelstein liegt an der Mountainbikestrecke Parapluie-Strecke.Streckenbeschreibung. Die Fahrzeit ab Perchtoldsdorf bis zur Hütte beträgt je nach Kondition und Ausgangspunkt ungefähr 30 bis 50 Minuten.

Diese Strecke beginnt in Perchtoldsdorf und führt auf der Forststraße über die Kugelwiese vorbei an der Predigerstuhlwiese zum ehemaligen Gasthaus Seewiese und weiter nach Westen über den Kreuzsattel zur Sulzer Höhe.

Der erste Teil bis zum Schutzhaus Parapluieberg (Franz-Ferdinand-Schutzhaus), ca. 3 km, ist wegen seiner langen Steigung als schwierige Strecke (schwarze Strecke) gekennzeichnet.

Die Strecke darf nur von März bis Oktober und nur auf den gekennzeichneten Wegen befahren werden. Die dünne Grasnarbe bzw. Erdschicht auf dem Gestein des Untergrunds und die Oberfläche der unbefestigten Waldwege sollen nicht unnötig belastet, die im Wald lebenden Wildtiere (hauptsächlich Rehe) nicht beunruhigt werden. Es gibt für diese Straße keinen Winterdienst: Bei Schneelage wird sie von Rodlern benützt.

Schutzgebiete mini|Der Große Eichenbock gehört zu den geschützten Tieren des Gebietes mini|hochkant|Auf der Roten ListeNiederösterreichische Artenschutzverordnung. Niederösterreichisches Landesgesetzblatt nöLGBl. 5500/2. Stammverordnung 67. Stück des Jahrgangs 2005 vom 12. August 2005: Feuersalamander. besonders geschützter Tiere: Feuersalamander

Naturschutzgebiet Teufelstein-Fischerwiese

Auf dem Teufelstein liegt das „Naturschutzgebiet Teufelstein-Fischerwiese“.

Dieses Gebiet war (als „Naturschutzgebiet Teufelstein“) ursprünglich nur 0,98 ha groß.§ 2 Abs. 15 der Verordnung über die Naturschutzgebiete, niederösterreichisches Landesgesetzblatt 5500/13 Stammverordnung 40/78. Zugänglich unter Rechtsinformationssystem RIS: Naturschutzgebiet „Teufelstein“: 9835 m². Grundstück Nr. 2608/7, Einlagezahl 1615, Katastralgemeinde 16121 Perchtoldsdorf, Grundbuch beim Bezirksgericht Mödling. Vorher: 10. Verordnung der NÖ Landesregierung vom 25. März 1936, L. A. III/5-130/2-XX, betreffend die Erklärung des in der Ortsgemeinde Perchtoldsdorf gelegenen Gebietes am Teufelstein als Banngebiet, LGBl. Nr. 72. Grundbuchseintragung seit 1937. Grund für den Schutz war zunächst das Vorkommen seltener Pflanzen.