Bad Düben (bis 1948 Düben) ist eine Kurstadt im Landkreis Nordsachsen des Freistaates Sachsen. Sie liegt am Südrand der Dübener Heide und am rechten Ufer der Mulde. Der Hauptort hat als „Moorheilbad“ den Status eines staatlich anerkannten Kurortes.

Geographie mini|Mulde bei Bad Düben Lage Bad Düben liegt am Südrand des Naturparks Dübener Heide, einer überwiegend mit Wald bedeckten, in der Eiszeit geformten Moränenlandschaft. Südlich von Bad Düben beginnt die Leipziger Tieflandsbucht. Südwestlich der Stadt fließt die Mulde. Bad Düben liegt ca. 30 km nordöstlich von Leipzig.

Stadtgliederung Die Stadt Bad Düben besteht nach aktueller Hauptsatzung aus Bad Düben und den drei Stadtteilen Schnaditz, Tiefensee und Wellaune. Die Ortschaft Brösen ist dem Stadtteil Tiefensee zugeordnet. Die Ortschaften Alaunwerk, zu denen auch die Weinbergshäuser gehören, und die Hammermühle werden nicht mehr als solche ausgewiesen und gehören Bad Düben an.

Stadtteil Einwohner(Stand: 9. Mai 2011) Anteil Bad Düben(mit Ortschaften Alaunwerk, eingemeindet seit 1936 und Hammermühle) 7.158 88,4 % Schnaditz(eingemeindet seit 1999) 362 4,5 % Tiefensee(mit Ortschaft Brösen, eingemeindet seit 1999) 289 3,6 % Wellaune(eingemeindet seit 1993) 284 3,5 % 8.093 100 %

Geschichte mini|hochkant|Burg Düben Die Siedlungsreste von Bad Düben entdeckten Archäologen 2026. Sie stammen aus der Bronzezeit und der Römischen Kaiserzeit.

Namensherkunft Der Name „Düben“ leitet sich direkt vom obersorbischen Namen ab. Namenforscher sind sich über den Ursprung des Namens nicht sicher. Der Name kann von einem Personennamen abgeleitet sein („Ort eines Děva“) oder auch von „děva“ (Jungfrau) oder „dźowka“ (Tochter) kommen. Er könnte auch vom sorbischen Namen Dzewin abstammen und so viel wie Wohnort des Dzew bedeuten. Der Linguist Ernst Eichler und der Namenkundler Hans Walther halten das altsorbische dyb (für Stange) als Ausgang für den Namen Dybno und verneinen die Ableitung aus dem Wort dub (Eiche).Ernst Eichler und Hans Walther: Sachsen. Alle Städtenamen und deren Geschichte, Faber und Faber Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86730-038-4, S. 55

Im Jahr 1015 erwähnte Thietmar von Merseburg die Burg Düben für das Jahr 981 als „urbs dibni“.

Ortsnamenformen Jahr Ortsname 981 Dibni 1220 Symeon de Dybene 1238 Dybin 1267 Albertus plebanus de Diben 1347 Diben 1350 Joh. Kalp de Dybene 1410 Dywyn, Tybyn 1465 Dybene 15. Jh. (1. Hälfte) Dibin 1547 Dieben 1551 Dieben 1749 Düben 1948 Bad Düben

Stadtgeschichte mini|Denkmal des Treffens des schwedischen Königs mit dem sächsischen Kurfürsten 1631 mini|Karte von Düben (um 1842) mini|Zwei Bataillonsfahnen der Diensteinheit Alaunwerk wurden bei einem Appell am 2. Oktober 1990, Vorabend der Übernahme durch die Bundeswehr, eingerollt. Bad Düben hat eine mehr als 1000-jährige Geschichte. Erstmals wurde die Burg Düben im Jahr 981 unter dem slawischen Namen Dibni erwähnt. Die Burg an der Mulde ist immer noch das Wahrzeichen der Stadt. Um 1200 gründeten neben der Burg flämische Einwanderer die Gemeinde Neumark. Fränkische und sächsische Siedler übernahmen slawische Gehöfte in der Umgebung, und im Schutz der Burg entwickelte sich daraus die Stadt Düben. Die Pfarrei der Stadt hat schon um 1250 eine gewisse Bedeutung besessen und war um 1346 ein zentraler Pfarreisitz im Bistum Meißen, dem 15 Orte von Gruna bis Altjeßnitz zugeordnet waren.In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts konnte der Dübener Pfarrer (dominus Johannes plebanus de Dibene) den Leipziger Augustiner-Chorherren zu St. Thomas einen kunstvoll ausgearbeiteten Evangelienkommentar, eines der ältesten erhaltenen Bücher des Chorherrenstifts, schenken (Leipzig, Universitätsbibliothek Leipzig, Ms 222).

Vgl. den Sedes Dyeben in der Präpositur Wurzen des Bistums Meißen 1347 (Abschriften von 1495ff) in Otto Posse: Urkunden der Markgrafen von Meissen und Landgrafen von Thüringen 948 – 1099, hrsg. von Otto Posse (Codex Diplomaticus Saxoniae Regiae I, A1), Leipzig 1882, S. 213. Die Bedeutung der Pfarrei wird jener von Burg und Stadt als Zentralorte entsprochen haben, obwohl das stettlyn Dyben erst 1355 ausdrücklich erwähnt wird.Die bisher älteste übersehene Erstnennung des Städtleins ist in einer mehrfach überarbeiteten Kopialabschrift einer Verpachtung Dübens an Rudolf von Bünau, darauf Mechthild von Schönfeld und darauf Heinrich und Johann von Miltitz 1455/59 überliefert: SächsHStA Dresden, 10004 Kopiale, Kopial 26, fol. 24r (Digitalisat).

Um 1353/54 konnten die wettinischen Markgrafen von Meißen Burg und Stadt Düben samt zugehörigen Dörfern den askanischen Kurfürsten von Sachsen kriegerisch abringen. In den folgenden Jahren ließen sich die Wettiner den Besitz vom Kaiser garantieren, verpflichten die Bürger zur Heerfolge, verpachten und verkaufen die Stadt jedoch oft kurzfristig an Adlige aus ihrem Umfeld. Seit 1478 blieben Stadt und Burg Düben wieder dauerhaft in wettinischer Hand (inzwischen Kurfürsten von Sachsen). Diese hatten schon um 1400 das Amt Düben (ausdrücklich 1404) zur Verwaltung ihrer Rechte und Besitzungen errichtet.Vgl. ein inzwischen in Moskau liegendes Rechenregister der Ämter Delitzsch, Düben und Zörbig von 1404: Sächsisches Staatsarchiv, 10005 Hof- und Zentralverwaltung (Wittenberger Archiv), Nr. Loc. 4333/05. Vgl. zudem die Angaben dazu beim Amt Düben. 1485 fielen Stadt und Burg Düben bei der Leipziger Teilung an die ernestinische Linie der Wettiner. In Folge des Schmalkaldischen Krieges 1547 wechselte Düben mit den Sächsischen Kurlanden an die albertinische Linie der Wettiner.

Die wettinische Amtsleute und Schösser zu Düben besaßen weitgehende Eingriffsrechte in die städtische Gerichtsbarkeit und Verwaltung, die u. a. 1533/34 für bisweilen handgreifliche Auseinandersetzungen sorgten. Erst 1558 konnte die Stadt die hohe Gerichtsbarkeit und zahlreiche weitere Rechte und Besitzungen des Amtes Düben von den sächsischen Kurfürsten erwerben.Vgl. die Abschriften der wiederholten Verkäufe in den Dübener Amtserbbüchern: LHASA Magdeburg, Abt. Wernigerode, D 10, I,Ia, Nr. 2, fol. 85r-v, 87r-89v, 99r-v; ebd., D 10, IV I, Nr. 3, fol. 56v.

Im Jahr 1450 wurde die Burg Düben in der Adelsfehde zwischen den Brüdern Friedrich und Wilhelm von Thüringen vollständig zerstört. Der legendäre Rechtsstreit zwischen dem Pferdehändler Kohlhase und dem Schlossherren von Schnaditz Günter von Zaschnitz, den Heinrich von Kleist in seiner Erzählung Michael Kohlhaas aufgriff, wurde 1533 auf der Burg verhandelt.Zu Hans Kohlhase, der am 22. März 1540 auf der damaligen Richtstätte am heutigen Strausberger Platz in Berlin hingerichtet wurde, vgl. Blazek, Matthias: Chronik 800 Jahre Storkow, Storkow 2008, ISBN 978-3-00-023490-3, S. 80 f.

Im Dreißigjährigen Krieg trafen sich dort 1631 König Gustav II. Adolf von Schweden und Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen, um ein Bündnis gegen den katholischen Kaiser Ferdinand II. zu schließen. Die verbündeten schwedisch-sächsischen Truppen schlugen in der Schlacht bei Breitenfeld die kaiserlichen Truppen unter Tilly. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrfach gebrandschatzt und zerstört. 1813 war Düben für kurze Zeit das Hauptquartier von Napoleon. Von dort aus befahl er den Aufmarsch seiner Truppen zur Völkerschlacht bei Leipzig. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Düben in das Königreich Preußen eingegliedert und Teil des Regierungsbezirks Merseburg der Provinz Sachsen (Kreis Bitterfeld).

Im Jahr 1816 hatte Düben 2311 Einwohner laut Neumanns Ortslexikon des Deutschen Reiches von 1894. Zusammen mit Schwemsal stellte Bad Düben ein Zentrum der Alaunproduktion in Deutschland dar. Im Jahre 1869 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Ende des 19. Jahrhunderts begann die Stadt, sich durch die Moor- und Mineralwasservorkommen in der Umgebung als Kur- und Badeort zu entwickeln. Am 1. April 1936 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Alaunwerk Schwemsal in die Stadt Düben eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Düben erst zum Land Sachsen-Anhalt und ab 1952 zum Bezirk Leipzig.

1948 wurde der Stadt Düben der Titel Bad verliehen. Bad Düben wurde Garnisonsstadt mit zwei Kasernen. 1974 entstand die Unteroffizierschule VIII, später umstrukturiert in Militärtechnische Schule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung Harry Kuhn, in der bis 1990 halbjährlich bis zu 2000 Soldaten auf Zeit, aber auch Berufssoldaten und Grundwehrdienstleistende ausgebildet wurden. Das Objekt wird teilweise von der Bundespolizei genutzt. Die Kaserne im Ortsteil Alaunwerk, auch Heide-Kaserne genannt, war Standort des Bataillons Chemische Abwehr 3 und des Detonometrie- und Aufklärungsbataillons 3 der NVA. Von 1990 bis 1996 war es Standort des ABC-Abwehrbataillons 705 der Bundeswehr. In der Kaserne wurde 2004 der Film NVA von Leander Haußmann und 2011 der Film Der Turm gedreht. Es laufen Planungen zur Errichtung eines Funsportparks.

Seit 1990 gehört Bad Düben zum Bundesland Sachsen.

Am 1. Januar 1993 wurde Wellaune eingemeindet.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt. Schnaditz und Tiefensee folgten am 1. Januar 1999.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1552 78 1818 2.306 1871 3.683 1895 3.233 1910 3.258 Jahr Einwohner 1925 3.272 1939 4.344 1946 6.599 1950 6.457 1964 6.217 Jahr Einwohner 1990 8.789 2000 9.322 2005 8.873 2010 8.237 2015 7.956 2020 7.833 Jahr Einwohner 2021 7.791 2022 7.813 2023 7.798 2024 7.713 2025 7.717

ab 1990: Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik

mini|Rathaus Stadtrat Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 war die jüngste Wahl des Stadtrats von Bad Düben. Eine Übersicht über diese und vergangene Wahlen gibt die Tabelle: Partei/Liste2024Ergebnisse der Gemeinderatswahl 20242019Ergebnisse der Gemeinderatswahl 20192014Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014%Sitze%Sitze%Sitze Wir für Bad Düben (WBD)32,1 620,1 323,4 5 AfD22,1 4–– CDU16,3 327,7 527,7 5 Bürgerkreis Bad Düben15,0 321,1 411,8 2 SPD14,4 215,7 315,2 3 Die Linke–15,3 315,7 3 Sonstige––6,7–Gesamt100181001810018Wahlbeteiligung (in %)65,356,742,3

Bürgermeister