Die Reichenauer Glossen sind Ende des 8. Jahrhunderts in Nordwestfrankreich (eventuell Benediktinerabtei Corbie)Hans Wilhelm Klein: „Lateinisches und Romanisches in den Reichenauer Glossen“. In: NGH, Nr. 34, 1965. S. 186. entstandene Glossen bzw. Glossare, die Übersetzungen von klassischem Latein in das zu dieser Zeit gebräuchliche Vulgärlatein bzw. Altfranzösisch auflisten und somit wichtige Bindeglieder in der Sprachentwicklung liefern:

forum → mercatum ‚Markt‘ (französisch marché) isset → ambulasset ‚er ging‘ (vgl. italienisch ambiasse ‚er ging im Passgang‘, rumänisch umblase ‚er war geschlendert‘) liberos → infantes ‚Kinder‘ (französisch enfants) pulchra → bella ‚schön‘ (französisch beau m., belle f.) id → hoc ‚dieses‘ (französisch oui)

Die Glossen enthalten neben romanischen und lateinischen Wörtern auch (latinisierte) altniederländische Fragmente.Jelle Stegeman: Grote geschiedenis van de Nederlandse taal, Amsterdam University Press, 2021, S. 202–207

Überliefert sind sie in der Glossenhandschrift Cod. Augiensis CCXLVIII der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe.

Literatur Handschriften / Glossenwerk – Aug. perg. 248 Badischen Landesbibliothek Karlsruhe, Klein, Hans-Wilhelm (Hrsg.): Die Reichenauer Glossen. Teil I + II in zwei Bänden.

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Einzelnachweise

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