Dschinghis Khan ist eine von 1979 bis 1985 und seit 2023 von Ralph Siegel produzierte deutsche Popgruppe. Ihre größten Hits hatte sie 1979 mit den Liedern Dschinghis Khan und Moskau, die auch international erfolgreich waren.

Nach der Auflösung der Gruppe 1985 gab es 2005 ein Comeback-Konzert; danach war Dschinghis Khan ab 2006 unter dem Management von Heinz Gross mit drei der vier noch lebenden Ursprungsmitgliedern vor allem in Osteuropa und Russland, aber auch in Deutschland, aktiv. Nach mehreren personellen Veränderungen gibt es seit 2014 verschiedene Gruppen, die sich „Dschinghis Khan“ nennen.

Die Gruppe von Gross kooperierte ab 2018 mit Ralph Siegel; nach dem Ausscheiden der beiden anderen Ursprungsmitglieder und der Trennung von Gross 2020 gab es 2023 von Siegel eine Neuauflage der Gruppe.

Geschichte 1978–1979: Entstehung Der deutsche Schlagerproduzent Ralph Siegel reichte 1978 für den deutschen ESC-Vorentscheid Ein Lied für Jerusalem am 17. März 1979 das von ihm und Bernd Meinunger komponierte Lied Dschinghis Khan in einer selbst gesungenen Demoversion ein. Beim Vorentscheid sollte es dann von der Gruppe Dschinghis Khan gesungen werden, die es zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab. Nachdem er die Zusage zur Teilnahme erhalten hatte, begann Siegel etwa sechs Wochen vor dem Vorentscheid mit der Suche nach Mitgliedern; innerhalb von zwei Wochen sprach er mit etwa 15 Sängerinnen und Sängern und stellte ihnen das Projekt vor.Wie alles begann... – Anmeldung zur Grand Prix-Vorentscheidung bei steppenwind.jimdofree.com, abgerufen am 29. Juni 2024

Letztlich entschied Siegel sich für folgende Mitglieder der Formation, die einander am 15. Februar 1979 vorgestellt wurden:Wie alles begann... – Das "Casting" bei steppenwind.jimdofree.com, abgerufen am 29. Juni 2024Warum Dschinghis Khan so strahlen... aus Popcorn 1979 auf Rund um die Welt – Pressescans auf steppenwind.jimdofree.com, abgerufen am 15. Juli 2024 Steve Bender (* 2. November 1946 als Karl-Heinz Bender in Mainz; † 7. Mai 2006 in München) Henriette Heichel (geb. Strobel) (* 13. November 1953 in Nieuwer Amstel, Niederlande) Wolfgang Heichel (* 4. November 1950 in Meißen, † 20. Januar 2026) Leslie Mandoki (* 7. Januar 1953 als László Mándoki in Budapest, Ungarn) Edina Pop (* 4. Februar 1941 als Marika Késmárki in Budapest, Ungarn) Louis Potgieter (* 4. April 1951 in Pretoria, Südafrika; † 12. November 1994 in Port Elizabeth, Südafrika)

Der bekannte deutsche Choreograph Hannes Winkler inszenierte die Choreografie und probte bis zum ersten Auftritt beim ESC-Vorentscheid intensiv mit der Gruppe.

1979–1985: Aktive Zeit Eurovision Song Contest 1979 und anschließende Chart-Erfolge Nachdem Dschinghis Khan mit dem Lied Dschinghis Khan den deutschen Vorentscheid gewonnen hatten, belegten sie beim Eurovision Song Contest 1979 in Israel für die Bundesrepublik Deutschland den vierten Platz. Insbesondere die auffällige Choreografie und Kostümierung brachten der Gruppe Aufmerksamkeit. Einen halben Monat nach diesem Auftritt gelangte der Titel auf Platz eins der deutschen Media Control Charts und verblieb dort weitere drei Wochen. Auch das gleichnamige Album und die Nachfolgesingles Moskau und Hadschi Halef Omar erreichten die deutschen Top Ten. Ebenfalls 1979 hatte die Band einen Auftritt in der deutschen Filmkomödie Sunnyboy und Sugarbaby. Bei der Bambi-Verleihung 1980 wurde sie in der Kategorie „Beste Musikgruppe“ mit dem Fernsehpreis Bambi ausgezeichnet.

Durch englischsprachige Versionen ihrer bekannten Titel erreichte die Gruppe auch außerhalb des deutschsprachigen Raumes Charterfolge. So kamen sie etwa zu Nummer-eins-Platzierungen in den Single-Charts in Japan und Israel. Insgesamt erhielten sie Gold- und Platin-Auszeichnungen in mehr als 20 Ländern, darunter Australien, Schweden, Norwegen, den Niederlanden, Belgien und Südkorea. In der Sowjetunion soll die Gruppe die Mehrzahl ihrer Tonträger umgesetzt haben.

Imagewechsel und Auflösung Nachdem sich die weiteren Singles Rom, Pistolero oder Loreley noch erfolgreich in den Charts platzieren konnten, vollzog die Gruppe im Jahr 1982 einen Imagewechsel und Siegel produzierte seichtere, zum Teil volkstümliche Musik wie Der Dudelmoser mit ihnen. In Deutschland blieben Charterfolge jedoch seitdem aus. 1983 erschien das von Ralph Siegel komponierte Dschinghis-Khan-Musical Corrida mit einer gleichnamigen LP. Zwei Titel aus dem Musical wurden bei Wetten, dass..? mit Frank Elstner uraufgeführt. 1985 trennte sich die Gruppe nach den letzten Singles Himalaja (1984) und Mexico (1985), die keine größere Resonanz mehr erfuhren.

1986–2005: Nach der Auflösung Dschinghis Khan Family

mini|links|hochkant|Leslie Mandoki, 2008 1986 kam es unter der Leitung von Leslie MandokiDschinghis Khan: Zwei Leute gingen, drei neue kamen auf Dschinghis Khan in der Presse auf steppenwind.jimdofree.com, abgerufen am 2. Juli 2024 zu einer kurzen teilweisen Wiedervereinigung als „Dschinghis Khan Family“. Von der Ursprungsformation waren neben Mandoki (Schlagzeug) nur noch Henriette Heichel (Gesang) und Louis Potgieter (Keyboards) geblieben. Des Weiteren waren Mike Toole, Jürgen Gronholz und Christin Sargant beteiligt. Mit dem von Ralph Siegel und Bernd Meinunger geschriebenen Titel Wir gehör’n zusammenDschinghis Khan Family – Wir Gehör'n Zusammen bei Discogs, abgerufen am 2. Juli 2024 traten sie bei Ein Lied für Bergen, dem deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 1986, an und kamen auf den zweiten Platz.

Auf der B-Seite der Single zu Wir gehör’n zusammen erschien The Other Side of Fame, geschrieben von Meinunger, Siegel und D. Votion.Dschinghis Khan Family – Wir Gehör'n Zusammen auf Discogs, abgerufen am 2. Juli 2024

Weiter erschien 1986 das von Mandoki, Toole und Laszlo Bencker geschriebene Lied Can't Stop Now / Fang Mich Auf unter dem Namen „D. K. Family“.D. K. Family – Can't Stop Now / Fang Mich Auf auf Discogs, abgerufen am 2. Juli 2024 Des Weiteren wurden englische Versionen von Wir gehör’n zusammen (We belong together) und The Other Side of Fame produziert.

Weitere Entwicklung In der Folge entstanden viele Remixe und Medleys der bekannten Dschinghis-Khan-Hits, so beispielsweise der Titel und das Album Huh Hah Dschinghis Khan (1993) oder die History of Dschinghis Khan (1999).

Die Gruppenmitglieder schlugen nach ihrer Trennung unterschiedliche Wege ein. Die Ehe von Wolfgang und Henriette Heichel, die seit 1976 verheiratet gewesen waren, wurde 1986 geschieden. Louis Hendrik Potgieter starb 1994 im südafrikanischen Port Elizabeth an den Folgen von AIDS. Leslie Mandoki wurde zu einem bekannten Musikproduzenten und Rockmusiker. Edina Pop nahm ihre Solokarriere als Schlagersängerin wieder auf, zudem sang sie Jazz- und Gospellieder. Steve Bender arbeitete als Musikproduzent in München.

1995 traten Mandoki, Pop und Bender gemeinsam im japanischen Fernsehen auf und trugen in vier Minuten die beiden Titel Dschinghis Khan und Moskau vor.1986 bis heute – 1995 – Japan auf steppenwind.jimdofree.com, abgerufen am 3. Juli 2024DschinghisKhan(ジンギスカン),DschinghisKhan&Moskau(目指せモスクワ) Genghis Khan auf YouTube am 8. Mai 2016, abgerufen am 3. Juli 2024

2005: Reunion-Konzert mini|Dschinghis Khan und Gastsänger 2005, v. l. n. r.: Wolfgang Heichel, Henriette Strobel, Stefan Track, Edina Pop, Steve Bender, Daniel Käsling, Ebru Kaya Steve Bender war die treibende Kraft des einmaligen Reunion-Konzerts von Dschinghis Khan am 17. Dezember 2005 in Moskau. Vier der fünf noch lebenden Gründungsmitglieder – Steve Bender, Edina Pop, Henriette Strobel und Wolfgang Heichel – präsentierten mit den Gastsängern Stefan Track, Ebru Kaya und Daniel Käsling einen Großteil der ersten LP vor knapp 30.000 Zuschauern.fm: Internationales Comeback von Dschinghis Khan am 11. Januar 2006 bei musikwoche.de, abgerufen am 2. Juli 2024 Leslie Mandoki war nicht mehr an einer Fortführung von „Dschinghis Khan“ interessiert. Dschinghis Khan war mit ihrem Auftritt von fast einer Stunde der Hauptact des vom Radiosender Ретро FM (Retro FM) veranstalteten 2,5-Stunden-Konzerts.Легенды ретро FM 2005 auf YouTube am 16. September 2016, abgerufen am 14. Juli 2024

Track gründete 2006 unter dem Management von René Marichal-Navarro mit den beiden anderen Gastsängern Kaya und Käsling eine Dschinghis-Khan-Coverband, die unter den Namen „Rocking Son“ (of Dschinghis Khan) oder „Kazachok“, später „Dschinghis Khan“ in Konkurrenz zu Dschinghis Khan von Heinz Gross auftritt. Siehe Rocking Son und #Dschinghis Khan mit Stefan Track.

2006–2014: Dschinghis Khan & The Legacy mini|hochkant|Dschinghis Khan 2009, (v. l. n. r.): Legacy-Mitglied, Henriette Strobel, Wolfgang Heichel und Edina Pop Anfangs war nur das einmalige Konzert im Dezember 2005 geplant. Aufgrund des Erfolges dieses Reunion-Konzerts gab es mehrere weitere Konzert-Anfragen. Heinz Gross, der das Reunion-Konzert zusammen mit seinem Unternehmen JVC (Joint Venture Concerts) plante, wurde zum Manager der Gruppe. Etwa zur Jahreswende 2005/2006 wurde auf der neu eingerichteten Webseite dschinghis-khan.com für „Dschinghis Khan“ & „The Legacy of Genghis Khan“ (kurz: „The Legacy“) geworben. „The Legacy“ könnte als „Das Erbe“ übersetzt werden. 2007 wurde auch dschinghis-khan.de, auf der seit 1999 eine Fan-Seite betrieben wurde, auf das Management der Gruppe „Dschinghis Khan“ übertragen. und von dschinghis-khan.de auf archive.org, abgerufen am 3. Juli 2024

Im Mai 2006 verstarb Bender nach einer längeren Krebserkrankung.

Am 15. Juli 2006 fand im Rahmen der Feierlichkeiten zur Gründung der Mongolei im Stadion der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar im Rahmen des Naadam-Festivals ein erneuter Auftritt vor Staatsgästen und 25.000 Personen statt; der Auftritt wurde durch das Staatsfernsehen übertragen. Dschinghis Khan war dort neben Scooter (20. Juli)Scooter Dates – 2006 auf scootertechno.ru, abgerufen am 14. Juli 2024 und Scorpions (31. Juli)Scorpions Tour Dates – Tour (2006) auf chmetal.info, abgerufen am 14. Juli 2024 Headliner.

Die Mitglieder der neuen Gruppe „The Legacy of Genghis Khan“, die die drei Ursprungsmitglieder Heichel, Strobel und Pop auf der Bühne sängerisch und tänzerisch unterstützten, entstammten zum großen Teil der Münchener Abraxas-Musical-Akademie. Sie wurden lediglich mit Stage-Namen vorgestellt: Eltuya, Ögödei, Yesugan, Yassa, Ohla, Igei und Cash. auf dschinghis-khan.com, archiviert am 22. Oktober 2007 auf archive.org, abgerufen am 25. Juni 2024Dschinghis Khan – 7 Leben bei Discogs, abgerufen am 25. Juni 2024 Zur wechselnden Besetzung gehörten unter anderem Claus Kupreit (Igei), Katja Vogel (Eltuya), Corinna Günzel (Eltuya), Benjamin Schobel (Ögödei), Tanja Müller (Ohla), Thomas Gräber (Yassa), Stefan Sauter (Yassa), Angelika Nimbach (Yesugan), Attila Mario Diallo (Cash) und ab 2011 Johannes Kupreit (Ögödei). Claus Kupreit alias Prince Igei Khan ist seit 2006 Choreograph und Regisseur der Show, auf dschinghiskhan.world, abgerufen am 25. April 2024 ab etwa 2010 traten Heichel, Pop und Strobel mit dem späteren Vollmitglied Claus Kupreit gelegentlich zu viert auf.Die Kostüme 1979 bis heute – 2010 auf steppenwind.jimdofree.com, abgerufen am 7. Juli 2024

Im Frühjahr 2007 folgte ein Auftritt in Almaty, Kasachstan. Weitere Konzerte in Russland folgten, so etwa im März 2007 in St. Petersburg.