mini|hochkant|Der Christkindlesmarkt Nürnberg auf dem Hauptmarkt mini|Der Dresdner Striezelmarkt auf dem Altmarkt mini|Ein großer Weihnachtsmarkt außerhalb Deutschlands ist in Prag.
Im Advent, teils auch noch in den Tagen nach Weihnachten, wird vielerorts ein Weihnachtsmarkt abgehalten. Abhängig von der lokalen Tradition wird ein solcher Markt auch Adventsmarkt, Adventmarkt, Christkindlesmarkt, Christkindlemarkt, Christkindlmarkt, Christkindchesmarkt, Wintermarkt bzw. Winterwelt genannt. Daneben gibt es regionale Namenszusätze oder vollständige Eigennamen, beispielsweise den Dresdner Striezelmarkt oder den Neubrandenburger Weberglockenmarkt.
Die Zahl der Weihnachtsmärkte ist schwer fassbar. Allein in Deutschland schwanken die Angaben zwischen 1500 und 3000,Erfolgsgeschichte Weihnachtsmärkte. In: Deutscher Schaustellerbund e. V.: Jahresbericht 2017. Wir machen Freizeit zum Vergnügen! Berlin, Dezember 2017, S. 9ff. dsbev.de: 1500 größere Märkte; Die Berliner Zeitung, 17. Dezember 2018, S. 7 spricht von 3000 Orten. die Dauer reicht von einem Tag bis zu mehreren Wochen. Auf Weihnachtsmärkten werden besondere Waren angeboten, etwa Kunsthandwerk zur Weihnachtsdekoration und Lebensmittel. Viele Weihnachtsmärkte bieten den Besuchern auch Fahrgeschäfte, Musik und Darbietungen wie Krippenspiele.
Das Weihnachtsbrauchtum im deutschen Sprachraum ist weltweit bekannt, und es gibt in vielen Ländern Weihnachtsmärkte nach diesem Vorbild.
Herkunft mini|Weihnachtsmarkt in Berlin, Gemälde von Franz Skarbina, 1892 Die Weihnachtsmärkte gehen zurück auf spätmittelalterliche Verkaufsmessen, NeujahrsmärkteWeihnachtsmarkt vor 100 Jahren: So schön war Halle auf historischen Postkarten, Mitteldeutsche Zeitung 28. November 2019. und – häufig eintägige – Märkte, die den Bürgern zu Beginn der kalten Jahreszeit die Möglichkeit gaben, sich mit Fleisch und winterlichem Bedarf einzudecken. Im 14. Jahrhundert kam der Brauch auf, Handwerkern wie Spielzeugmachern, Korbflechtern oder Zuckerbäckern zu erlauben, Verkaufsstände für die Kleinigkeiten auf dem Markt zu errichten, die die Kinder zu Weihnachten geschenkt bekamen; auch Stände mit gerösteten Kastanien, Nüssen und Mandeln gab es damals bereits.Manfred Becker-Huberti: Feiern, Feste, Jahreszeiten. Lebendige Bräuche im ganzen Jahr. Herder Verlag, Freiburg/Basel/Wien 2001, ISBN 3-451-27702-6, S. 147.
1296 erhielten die Wiener Händler von Herzog Albrecht I. von Österreich das Privileg, einen „Dezembermarkt“ zur Versorgung der Wiener Bevölkerung abzuhalten. Im Jahr 1310 wurde ein Nikolausmarkt in München erstmals urkundlich erwähnt. 1384 verlieh König Wenzel der Stadt Bautzen das Recht zur Abhaltung eines freien Fleischmarktes, jeweils samstags vom Michaelistag (29. September) bis Weihnachten. Im Laufe der Zeit breitete sich eine Tradition im gesamten deutschen Sprachraum aus. Seit etwa der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Märkte zu einem festen Element des vorweihnachtlichen Brauchtums.
Zeitraum Der Beginn städtischer Weihnachtsmärkte hat sich spätestens in den 2000er-Jahren in den November hinein verschoben. Da jedoch der Sonntag vor dem ersten Advent in der evangelischen Kirche als Totensonntag, einem der stillen Tage des Jahres, begangen wird, stößt diese Praxis auf Kritik, und es wurden Kompromisse vereinbart, indem etwa bereits eröffnete Märkte am Totensonntag geschlossen bleiben.So 2006 in Bonn (Erklärung der katholischen und evangelischen Kirche zum Bonner Weihnachtsmarkt, 2006), 2012 in Potsdam ( In: Märkische Allgemeine. 20. November 2012) und Halberstadt (Evangelische Kirche kritisiert Weihnachtsmarkt vor Totensonntag. auf: welt.de, 22. November 2012), 2013 in Hof (Saale) oder 2015 in Bad Sassendorf (Elfie Schrader: Alle Jahre früher www1.wdr.de, 20. November 2015). Auch der Weihnachtsmarkt in Worms startete 2015 bereits drei Tage vor Totensonntag, wurde jedoch erst am Montag danach offiziell eröffnet. (Weihnachtsmarkt in Worms startet früher: Weil der Silvestermarkt wegfällt, geht es bereits am 19. November los. www.wormser-zeitung.de, 22. Oktober 2015). Verschiedene Weihnachtsmärkte dauern über Weihnachten hinaus „zwischen den Jahren“ bis zum Beginn des neuen Jahres.weihnachteninberlin.dereisereporter.de: Weihnachtsmärkte, die nach Weihnachten geöffnet haben
Kleinere Weihnachtsmärkte öffnen mancherorts nur für wenige Tage, an einem oder auch mehreren Wochenenden im Advent. Zum Weihnachtsfest sind die meisten Weihnachtsmärkte bereits wieder geschlossen.Liste der Öffnungszeiten von mehreren Hundert Weihnachtsmärkten in Deutschland, sortiert nach Postleitzahl
Übliches Bild eines Weihnachtsmarktes mini|Collage von Süßigkeiten am Knusperhaus auf dem Auricher Weihnachtsmarkt Ein typischer Weihnachtsmarkt besteht aus zahlreichen Verkaufsständen auf den Straßen und Plätzen eines Ortes, oft vor historischer und publikumswirksamer Kulisse. Es werden weihnachtliche Backwaren und regionale Spezialitäten wie Printen, Lebkuchen, Berliner Pfannkuchen, Spekulatius, Christstollen, diverse Süßigkeiten wie Schokoladenfiguren, Zuckerwatte, gebrannte Mandeln, heiße Maronen und warme Speisen angeboten. Es werden auch warme Getränke, wie Glühwein (daher auch der Name „Glühmarkt“), Feuerzangenbowle sowie Glühmost und Punsch (in Österreich) zum Durchwärmen ausgeschenkt, aber auch andere Getränke wie Weihnachtsbock.
Was zum typischen Angebot von Weihnachtsmärkten gehört, ist umstritten. So vertrat der Bürgermeister der Stadt Wolfratshausen, Helmut Forster, den Standpunkt, Cocktails und Bier hätten auf einem Weihnachtsmarkt nichts zu suchen, als sich der Stadtrat von Wolfratshausen mit Alkoholproblemen auf dem dortigen Christkindlmarkt befasste.Berliner Zeitung, 20. Dezember 2011, S. 1. Auch sonst wird der hohe und bei manchen Märkten sogar überwiegende Anteil von Essens- und Getränkeangeboten kritisiert, ebenso die Tatsache, dass es sich bei vielen als weihnachtliches Kunsthandwerk angebotenen Artikeln in Wirklichkeit um industrielle Massenware handelt. In manchen Orten wird auch die exklusive Vergabe des gesamten Marktes an einen Veranstalter kritisch gesehen, der dann monopolartig die Auswahl und Zusammensetzung der Marktteilnehmer bestimmt. Andererseits wird angeführt, dass die Organisation eines solchen Marktes ein finanzielles Risiko darstelle und letztlich auch die Nachfrage das Angebot bestimme.
Regelmäßig gibt es auf einem Weihnachtsmarkt Verkaufsstände für Weihnachtsartikel oder Schmuck für den Christbaum, wie Glaskugeln, Adventssterne, Lametta, oder kunsthandwerkliche Weihnachtsartikel, wie Krippen, erzgebirgische Schwibbögen oder Räucherfiguren. Auf größeren Weihnachtsmärkten werden hauptsächlich Waren von professionellen Marktfahrern angeboten. Es gibt aber auch Märkte, deren Erlös karitativen oder anderen gemeinnützigen Zwecken zufließt und die von Vereinen organisiert werden, die oft auch selbst hergestellte Produkte verkaufen.
Zu den meisten Weihnachtsmärkten gehört zudem ein künstlerisches oder kulturelles Rahmenprogramm. In sogenannten „No-Commerce-Ecken“ können soziale Einrichtungen, Kindergärten und Kinder- und Erwachsenenchöre sowie Musikgruppen mit weihnachtlichen Konzerten oder einem Krippenspiel auftreten. Für die Kinder erscheint der Nikolaus mit seinen Helfern, oder der Weihnachtsmann bzw. das Christkind teilen kleine Geschenke aus. Mancherorts werden Fahrten mit Pferdekutschen angeboten. Gelegentlich werden Weihnachtskrippen oder andere Figurengruppen aufgestellt (z. B. Szenen aus Märchen). Auf manchen Weihnachtsmärkten werden auch lebende Krippen inszeniert, mit echten Schafen, Eseln und Ziegen. Mitunter sind auch Dromedare oder Trampeltiere als Reittiere der Heiligen Drei Könige Teil dieser Krippen. Seinen besonderen Reiz erlangt der Weihnachtsmarkt meist durch einen großen Weihnachtsbaum und die festliche Beleuchtung, die im Kontrast zur früh einsetzenden Dunkelheit stehen.
mini|hochkant|Weihnachtsmarkt unter dem Berliner Fernsehturm mit Betonbarrieren, 26. Dezember 2016
Manche Weihnachtsmärkte finden außerhalb von Ortszentren statt, etwa auf Burgen, Schlössern, in Guts- oder Klosterhöfen oder Freilandmuseen, in Porta Westfalica auch in einem Besucherbergwerk oder in Saalfeld innerhalb und außerhalb der Feengrotten. Bei manchen Weihnachtsmärkten wird Eintrittsgeld erhoben. Teilweise soll damit starker Besuch gesteuert werden.Berliner Zeitung, 22./23. November 2014, S. 20.
Liste von Weihnachtsmärkten Deutschland Nach Angaben des Deutschen Schaustellerbundes fanden 2017 in Deutschland mehr als 2500 Weihnachtsmärkte statt, davon 1500 größere Märkte.Christliche Bezüge erhalten. Interview von Christoph Arens mit dem Präsidenten des Deutschen Schaustellerbundes, Albert Ritter, in Tag des Herrn. Katholische Wochenzeitung für das Erzbistum Berlin. 67. Jahrgang, Nr. 48, 3. Dezember 2017, S. 9.Erfolgsgeschichte Weihnachtsmärkte. In: Deutscher Schaustellerbund e. V.: Jahresbericht 2017. Wir machen Freizeit zum Vergnügen! Berlin, Dezember 2017, S. 9ff. dsbev.de
Diese Liste ist alphabetisch nach Bundesland und Ort sortiert und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Baden-Württemberg Biberach an der Riß: Der Biberacher Christkindles-Markt findet vom 1. bis zum 3. Adventswochenende auf dem Marktplatz mit über 70 Hütten, einer lebendigen Krippe und einem vielfältigen Bühnenprogramm statt. Bretten: Die Brettener Altstadt beherbergt neben ihrem normalen Weihnachtsmarkt auch einen Kunsthandwerkermarkt und eine überdachte Eislaufbahn. Höhepunkt des Weihnachtsmarkts ist das jährliche Lichterfest am 2. Advent. Esslingen am Neckar: Mittelaltermarkt sowie Weihnachtsmarkt in der Altstadt, mit ca. elf Meter hoher Weihnachtspyramide.
Freiburg im Breisgau: Vom 21. November bis zum 23. Dezember (mit Ausnahme des Totensonntags) findet der Weihnachtsmarkt auf dem historischen Rathausplatz, in der Franziskaner- und Turmstraße, auf dem Kartoffelmarkt und dem Platz Unterlinden statt, an den Sonntagen auch auf der Kaiser-Joseph-Straße. 2019 kam noch ein Stück des Rotteckrings dazu. Seit 1973 findet er statt, doch schon im 19. Jahrhundert gab es auf dem Münsterplatz einen Christkindlesmarkt. Neben über 110 Ständen gibt es im Kreuzgang der Klosterkirche St. Martin eine Krippenausstellung und in der Kirche täglich einen ökumenischen Adventsimpuls. Viele Gäste kommen aus Frankreich, Italien und der Schweiz. Heidelberg: Der Heidelberger Weihnachtsmarkt findet vom 27. November bis 23. Dezember (mit Ausnahme des Totensonntags) statt. Er besteht aus rund 140 Buden, die auf verschiedenen Plätzen innerhalb der Heidelberger Altstadt verteilt sind. Außerdem gibt es während dieser Zeit eine Schlittschuhbahn vor der Heidelberger Schlosskulisse am Karlsplatz und seit 2014 am Tag nach dem 1. Advent den von der queeren Community geprägten Pink Monday.Pink Monday (Heidelberg Marketing), Scheel-Weihnachtsmärkte, S. 136f mini|Heilbronner Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz Heilbronn: Der Heilbronner Weihnachtsmarkt findet vier Wochen in der Adventszeit auf dem Marktplatz zwischen Rathaus und Kilianskirche, rund um den Kiliansplatz, in der Sülmer City und der Fleiner Straße statt. Es gibt etwa 100 Holzhäuschen und für Kinder unter anderem ein Kinderland mit Karussell, Eisenbahn und Krippe.Der Heilbronner Weihnachtsmarkt auf weihnachtsmarkt-deutschland.de, abgerufen am 6. Januar 2010. mini|Erste Aufbauarbeiten 2025 des Weihnachtsmarkts Karlsruhe, Marktplatz Karlsruhe: Der Karlsruher ChristkindlesmarktChristkindlesmarkt Karlsruhe mit seinen über 120 Buden findet auf dem zentralen Marktplatz und in den angrenzenden Straßen bis zum Schloss sowie dem StephanplatzKinderland St. Stephan in Karlsruhe statt. Besonderheiten sind die Freiluft-Kunsteisbahn Eiszeit und eine 17 Meter hohe Glühweinpyramide. Weitere Weihnachtsmärkte gibt es in Durlach,Weihnachtsmarkt Durlach anderen Ortsteilen sowie dem Umland.Weihnachtsmärkte in Karlsruhe und Umgebung