mini|hochkant|Luis de Santángel Luis de Santángel (* ? vermutlich in Valencia; † 1498 in Alcalá de Henares, Spanien) war ein valencianischer Kaufmann und Bankier im Dienste der Katholischen Könige. Er war bedeutender Förderer von Christoph Kolumbus.

Leben De Santángel entstammte einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie, die aus Calat-al-Yehud, einer damals reichen jüdischen Gemeinde im Königreich Aragonien, in das Königreich Valencia ausgewandert war und über ausgezeichnete Kontakte zu den Königen Alfons V. von Aragón und Johann II. von Aragón verfügte. Der Großvater väterlicherseits hieß Noah Chinillo und dessen Sohn Azarías (oder Yehudah) Chinillo (oder Ginillo) nahm nach seiner Konversion (Marranen) im Jahr 1415 den christlichen Namen Luis de Santángel an. Er war in Híjar und Daroca als Tuchhändler aktiv und studierte später, ehe er sich 1425 in Saragossa niederließ und als Anwalt praktizierte. Gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau María Ximénez Cit hatte er mindestens sechs Kinder, von denen Luis de Santángel sein ältester Sohn war. In seinem Testament vom 3. April 1465 setzte er ihn als Alleinerben ein.

Mit der Einführung der Inquisition änderte sich die bisher komfortable Situation für seine Familie. Wie schon seinem Vater hatte König Johann II. ihn mit der Einziehung königlicher Steuern in Valencia betraut und nach dessen Tod trat Santángel in die Dienste seines Sohnes ein. König Ferdinand II. ernannte ihn am 13. September 1481 zum und beauftragte ihn mit der Aufsicht über die Ausgaben des königlichen Hofes. Er hatte zudem die Stelle eines in Kastilien inne. Er war ein Günstling Ferdinands, der ihn sehr schätzte und vor der Verfolgung durch die Inquisition schützte. Santángel wurde ebenso wie andere Konvertiten am Hof des Königs immer wieder von Neidern und von Denunzianten bei der Inquisition angeschwärzt und immer wieder setzte sich das Herrscherpaar für ihn ein. Am 17. Juli 1491 wurde er angeklagt ein Anhänger des Judentums zu sein. Um die Gefahr durch die Inquisitoren abzuwenden überreichten ihm Ferdinand und seine Frau Isabella am 30. Mai 1497 eine Art „Eisernen Brief“, der ihn und all seine Nachkommen auf ewige Zeiten vor den Tribunalen der Inquisition schützte.

Santángel trug in zweifacher Hinsicht zu der erfolgreichen Atlantiküberquerung von Christoph Kolumbus bei, mit dem er zudem eng befreundet war: Im Frühjahr 1492 überzeugte er die katholischen Könige davon, auf die von Kolumbus erhobenen Forderungen einzugehen; darüber hinaus trug Santángel mit einer großen Summe wesentlich zur Finanzierung des Projektes bei. Santángel unterstützte ihn also politisch und finanziell und gewährte Kolumbus gemeinsam mit dem Kaufmann Francisco Pinelo ein Darlehen von 1.140.000 Maravedí zu einem Zinssatz von 1,5 %, ein Drittel des ansonsten üblichen Zinssatzes. Kolumbus schrieb an ihn am 18. Februar 1493 von Bord seiner Karavelle einen freundschaftlichen Brief.

Er begleitete das Königspaar 1498 nach Alcalá de Henares, wo er erkrankte und Anfang Februar starb.María Fuencisla García Casar: Luis de Santángel. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es).

Familie Santángel war mit Juana (geborene de Taranau) verheiratet, mit der er vier Kinder hatte: Luisa de Santángel ⚭ Ángel de Villanueva, ab 1515 zum Vizekönig von Sardinien Fernando de Santángel, wurde sein Nachfolger als königlicher Schreiber Jerónimo de Santángel Alfonso de Santángel

Literatur

Weblinks

María Fuencisla García Casar: Luis de Santángel. In: Historia Hispánica. Real Academia de la Historia (spanisch, historia-hispanica.rah.es) Luis de Santángel arteHistoria (spanisch) Cyrus Adler, Meyer Kayserling: Santangel, (Sancto Angelos)m Luis (Azarias) de. (englisch, jewishencyclopedia.com).

Einzelnachweise

Kategorie:Person um Christoph Kolumbus Kategorie:Spanier Kategorie:Geboren im 14. oder 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1498 Kategorie:Mann