miniatur|Lissy Lind auf einer Fotografie von Nicola Perscheid

Lissy Lind (auch Lissi, Lizzy und Lia Lind; * 3. Oktober 1884 als Margarethe Elisabeth Flach in Dresden; tot aufgefunden am 31. August 1936 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin.

Leben und Wirken Elisabeth Flach wurde 1884 als uneheliches Kind von Anna Marie Emilie Flach geboren.Stadtarchiv Dresden, Geburtsregister Standesamt Dresden I, Nr. 1782/1884 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). Ihre Mutter heiratete 1885 den Architekten und Baurat George Gottfried Krüger,Stadtarchiv Dresden, Heiratsregister Standesamt Dresden I, Nr. 147/1885 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). der Lissy im selben Jahr als seine Tochter anerkannte.

Die nunmehrige Lissy Krüger gab ihr Debüt 1908 am Theater von Gera und kam über Dresden, Stettin und Königsberg 1911 als Theaterschauspielerin nach Berlin. Für ihre 1912 beginnende Karriere beim jungen Medium Film bekam sie von Oskar Messter den Namen „Lia Lind“, den sie später aus rechtlichen Gründen zu „Lissy Lind“ ändern musste. 1914 heiratete sie den Schauspieler und Regisseur Siegfried Philippi.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Charlottenburg II, Nr. 423/1914 (online auf Ancestry, kostenpflichtig).

Lind agierte beim Stummfilm in Hauptrollen, mehrmals war dabei ihr Ehemann Regisseur. Ab etwa 1921 konzentrierte sie sich wieder vorwiegend auf die Bühnentätigkeit. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 bekam das Ehepaar Philippi wegen Siegfried Philippis jüdischer Herkunft zunehmend Schwierigkeiten und Lind konnte nicht mehr als Schauspielerin arbeiten.

Sie starb verarmt und von der Öffentlichkeit vergessen im Alter von 51 Jahren in Berlin bzw. wurde, nur ein halbes Jahr nach dem Tod ihres 13 Jahre älteren Gatten, am 31. August 1936 tot in ihrer Wohnung aufgefunden.Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Berlin-Charlottenburg I, Nr. 504/1936 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). Ein genaues Todesdatum ist unbekannt, auch Suizid kann nicht ausgeschlossen werden.

Filmografie 1912: Die Hohe Schule 1912: Der Schatten des Meeres 1912: Gequälte Herzen 1912: Flüchtiges Glück 1913: Statistinnen des Lebens 1913: Der Theaterbrand 1913: Zurückerobert 1913: Tangofieber 1913: Narren der Liebe 1914: Ein seltsames Gemälde 1915: Die Rache der Thora West 1915: Kapital und Liebe 1916: Der Schmuck der Herzogin 1916: Das Abenteuer einer Sängerin 1917: Ein Tropfen Gift 1917: Das Gesicht am Fenster 1919: Das Kreuz am See 1919: Sinnesrausch 1919: Tänzerin Tod 1920: Zwischen Nacht und Morgen 1920: Die Frau in den Wolken 1920: Im Banne der Suggestion 1920: Mord … die Tragödie des Hauses Garrick 1920: Das schleichende Gift 1921: Der Herr aus dem Zuchthaus 1921: Die schwarze Spinne 1922: Aus dem Schwarzbuche eines Polizeikommissars III / Betrogene Betrüger 1923: Gobseck 1923: Esterella 1926: Die Mühle von Sanssouci

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 5: L – N. Rudolf Lettinger – Lloyd Nolan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 38 f. Kurt Mühsam, Egon Jacobsohn: Wie ich zum Film kam. Lexikon des Films. Verlag der Lichtbildbühne, Berlin 1926, S. 110. Hans Richter (Hrsg.): Filmstern. Richters Handbuch der Schauspieler, Regisseure und Schriftsteller des Films (= Kinojahrbuch. Band 4). Hans Hermann Richter Verlag, Berlin-Wilmersdorf 1921/1922, , S. 54. Kinobriefe. Jahrgang 3, Heft 56, 1921, S. 3–5.

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