Der Begriff Hartholzstaub wird für Stäube von Harthölzern verwendet, die insbesondere bei der Bearbeitung dieser Hölzer entstehen. Der Staub von Buchen- und Eichenholz kann beim Menschen nachgewiesenermaßen Nasenschleimhautkrebs erzeugen.
Hartholzstäube entstehen insbesondere beim Sägen, Fräsen, Bohren und Schleifen (auch von Parkettböden).
Gesetzliche Regelungen EU-Gesetzgebung Innerhalb der EU wird die Exposition von Arbeitnehmern durch Hartholzstaub durch die Richtlinie 2004/37/EG (Arbeitnehmer-Karzinogenschutz-Richtlinie) geregelt. Der Grenzwert bei achtstündiger Exposition wird darin mit 2 mg·m−3 festgelegt. Für eine Übergangsfrist bis zum 17. Januar 2023 ist ein Grenzwert von 3 mg·m−3 zulässig.
Technische Regeln für Gefahrstoffe Nach den Technischen Regeln Gefahrstoffe 905 (TRGS 905 – Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe) gehört Buchen- oder Eichenholzstaub zur Kategorie 1 (Stoffe, die beim Menschen Krebs erzeugen, gesicherte kanzerogene Wirkung). Andere Holzstäube sind in der Kategorie 2 eingeordnet (Verdacht auf karzinogene Wirkung beim Menschen). Eine beruflich bedingte Erkrankung an einem Nasen- oder Nasennebenhöhlenkarzinom durch Buchen- oder Eichenholzstaub ist eine anerkannte Berufskrankheit (Hauptgruppe IV, BK 4203).
Die TRGS 553 (Holzstaub) geben in Deutschland Empfehlungen für alle Tätigkeiten bei der Be- und Verarbeitung von Holz und Holzwerkstoffen, bei denen Holzstaub entsteht, sowie für Tätigkeiten im Gefahrenbereich von Holzstäuben. Grundsätzlich ist die Holzstaubbelastung an Arbeitsplätzen so gering wie möglich zu halten. Der Luftgrenzwert (Technische Richtkonzentration) für Holzstaub beträgt 2 mg·m−3 als einatembare Staubfraktion. Bei Überschreitung des Luftgrenzwertes ist Atemschutz zu tragen.
Geschichtliches Seit 1965 ist bekannt, dass Holzstäube ein Adenokarzinom der Nasennebenhöhlen auslösen können.
Krebserzeugende Wirkung Der Mechanismus, nach dem Hartholzstäube Nasenschleimhautkrebs auslösen können, ist noch ungeklärt. Offensichtlich spielen bei der Verarbeitung von Harthölzern zum Teil vorhandene Holzzusatzstoffe wie Chromate, Lindan, PCP und Formaldehyd eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Krebses. Es wird deshalb mittlerweile davon ausgegangen, dass Hartholzstaub nicht alleine die Ursache für diese Krebserkrankungen ist.Wolf J et al.: The role of combination effects on the etiology of malignant nasal tumours in the wood-working industry. In: Acta Otolaryngol Suppl., 535/1998, S. 1–16. PMID 9725790.Klein RG et al.: Carcinogenicity assays of wood dust and wood additives in rats exposed by long-term inhalation. In: Int Arch Occup Environ Health., 74/2001, S. 109–118. PMID 11317703., vom 26. März 2001
Erkrankungshäufigkeit Von 1985 bis 1998 wurden von der Holz-Berufsgenossenschaft in Deutschland 147 durch Holzstaub bedingte Krebserkrankungen als Berufskrankheit anerkannt.
Weitere Gefahren Holzstaub kann erwiesenermaßen auch Asthma auslösen.. California Department of Health Services (englisch, PDF; 535 kB). Holzstaub kann mit Luft explosionsfähige Gemische bilden.
Literatur K. Innos u. a.: Wood dust exposure and cancer incidence: a retrospective cohort study of furniture workers in Estonia. In: Am J Ind Med, 37/2000, S. 501–511. PMID 10723044. B. A. Miller u. a.: Extended mortality follow-up among men and women in a U.S. furniture workers union. In: Am J Ind Med, 25/1994, S. 537–549. PMID 8010296. J. Bornholdt u. a.: Inflammatory response and genotoxicity of seven wood dusts in the human epithelial cell line A549. In: Mutat Res, 632/2007, S. 78–88. PMID 17590384. A. Meola: Toxic effects of Wood Dust Exposure. In: Professional Safety, März 1985.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Abfallholz Kategorie:Staub nach Entstehung