mini|Die Saslongpiste am CiampinoiDie Saslong (von Saslonch, dem ladinischen Namen des Langkofels) ist eine Skipiste in Gröden in Südtirol. Bekannt ist sie vor allem durch die auf ihr veranstalteten Abfahrtsläufe der Herren im Alpinen Skiweltcup. Die Strecke führt von der Seilbahnstation Ciampinoi unterhalb des Langkofels hinab ins Tal. Das Ziel befindet sich zwar nahe dem Ortskern von St. Christina in Gröden, liegt aber in der Gemeinde Wolkenstein.

Geschichte mini|Franz Klammer auf der Saslong, 1980er Als die Piste 1969 das erste Mal befahren wurde, stellte sie einen neuen Typ von Abfahrt dar. Bis dahin waren die klassischen Abfahrtstrecken durch zahlreiche Buckel, Löcher, Felsen und andere Hindernisse gekennzeichnet und verlangten viel Mut, bargen aber auch ein enormes Risiko. Die Saslong sollte hingegen die Technik der Skiläufer fordern und vor allem wesentlich sicherer sein.

Seit 1969 ist die Herrenabfahrt auf der Saslong fixer Bestandteil des Alpinen Skiweltcups. Bei den Skiweltmeisterschaften 1970 wurde Bernhard Russi auf dieser Skipiste Abfahrtsweltmeister.

Eine Besonderheit der Saslong waren die zahlreichen guten Platzierungen von Außenseitern mit hohen Startnummern, beispielsweise der sensationelle Sieg des Liechtensteiners Markus Foser 1993. Der Grund dafür war, dass mit fortschreitendem Rennen die Sonne hinter dem Langkofel hervorkam und durch die Sonneneinstrahlung vor allem der obere Streckenteil schneller wurde. Durch eine Verlegung der Startzeit hat man schließlich diesen Vorteil ausgeglichen und für alle Fahrer in etwa gleiche Verhältnisse geschaffen.

Streckenführung

Nach dem Starthang führt die Piste über freies Gelände und fordert vor allem die Gleitfähigkeiten der Abfahrer und das Skimaterial. Danach folgt mit der kleinen Mauer das steilste Stück der Strecke. Direkt im Anschluss wird ein großer Sprung über die große Mauer absolviert.

Etwa in der Mitte der Saslong befindet sich einer der prominentesten Abschnitte des Weltcups, die so genannten Kamelbuckel. Diese ursprünglich „Sprung des Kängurus“ genannte Kombination besteht aus drei Bodenwellen. Während der erste Buckel kein Problem darstellt, waren die beiden anderen unmittelbar aufeinanderfolgende, schwierig zu bewältigende Sprünge. Es gab schon früh Überlegungen, den dritten Buckel zu überspringen und dadurch Zeit zu sparen. Den ersten Sprung dieser Art wagte 1980 der Österreicher Uli Spieß. Diesem Beispiel folgten mit Ausnahme von Marc Girardelli, der eine andere Linie bevorzugte, im Laufe der Jahre die meisten Spitzenabfahrer, wobei Sprünge von bis zu 70 m und einem Luftstand von etwa 10 m erreicht werden. Da es dabei auch immer wieder zu schweren Stürzen kam,Als wennst auf Beton landest, Der Spiegel 52/1989 vom 25. Dezember 1989. wurden die Kamelbuckel im Laufe der Zeit durch Umbauten entschärft, so dass es nun weniger gefährlich ist, den dritten Buckel zu überspringen.

Nach den Buckeln folgt die Ciaslat-Wiese, eine durch vier Kurven und zahlreiche Bodenwellen sehr anspruchsvolle Passage. Die letzte Schwierigkeit der Saslong ist der steile Zielhang, der 2007 verbreitert wurde, mit dem Zielsprung.

Sieger Mit sieben Weltcupsiegen (fünf im Super-G, zwei in der Abfahrt) ist der Norweger Aksel Lund Svindal der erfolgreichste Athlet auf der Saslong. Rekordhalter in der Abfahrt sind der Österreicher Franz Klammer und der Italiener Kristian Ghedina, die in dieser Disziplin jeweils viermal gewannen. Fünf Siege gelangen dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde (drei in der Abfahrt, zwei im Super-G). Ebenfalls vier Siege errang der Österreicher Michael Walchhofer (zwei im Super-G, zwei in der Abfahrt).

Der erfolgreichste Skiverband in der Grödener Weltcupgeschichte ist jener aus Österreich (23 Siege), gefolgt von der Schweiz (19) und Norwegen (18).

Siegerlisten Herren Die folgenden Tabellen zeigen die drei Erstplatzierten aller Weltcuprennen, die bisher auf der Saslong ausgetragen wurden. Da die Ergebnisse der 21. Alpinen Skiweltmeisterschaften 1970 auch zu den Wertungen des Alpinen Skiweltcups 1969/70 zählten, ist das Ergebnis der Abfahrt (15. Februar 1970) auch unten angeführt. In den Jahren 1972, 1976, 1978, 1980, 1982, 1988, 1990, 1992, 1993, 1996, 1998, 1999, 2001 und 2022 fanden je zwei Abfahrten statt.

Abfahrt Datum 1. Platz 2. Platz 3. Platz 14.02.1969 15.02.1970 15.03.1972 15.12.1972 21.03.1975 17.12.1976 18.12.1976 18.12.1977 16.12.1978 17.12.1978 16.12.1979 14.12.1980 15.12.1980 13.12.1981 19.12.1982 20.12.1982 18.12.1983 15.12.1984 14.12.1985 13.12.1986 12.12.1987 09.12.1988 10.12.1988 16.12.1989 14.12.1990 15.12.1990 14.12.1991 11.12.1992 12.12.1992 17.12.1993 18.12.1993 16.12.1995 20.12.1996 21.12.1996 18.12.1998 19.12.1998 17.12.1999 18.12.1999 14.12.2001 15.12.2001 21.12.2002 20.12.2003 18.12.2004 17.12.2005 16.12.2006 15.12.2007 20.12.2008 19.12.2009 18.12.2010 15.12.2012 21.12.2013 19.12.2014 19.12.2015 17.12.2016 16.12.2017 15.12.2018 19.12.2020 18.12.2021 15.12.2022 17.12.2022 14.12.2023 16.12.2023 21.12.2024 18.12.2025 20.12.2025

Super-G Datum 1. Platz 2. Platz 3. Platz 19.12.1983 20.12.2002 19.12.2003 17.12.2004 16.12.2005 15.12.2006 14.12.2007 19.12.2008 18.12.2009 17.12.2010 16.12.2011 14.12.2012 20.12.2013 20.12.2014 18.12.2015 16.12.2016 15.12.2017 14.12.2018 20.12.2019 18.12.2020 17.12.2021 15.12.2023 20.12.2024 19.12.2025

Riesenslalom Datum 1. Platz 2. Platz 3. Platz 16.03.1972

Siegerliste 1969–2025 (mindestens 2 Siege oder drei und mehr Podestplätze) Name Sieger Zweiter Dritter 1 7 1 0 2 5 3 1 3 4 4 0 4 4 1 1 5 4 0 2 6 3 4 2 7 3 0 1 7 3 0 1 9 2 5 4 10 2 3 3 11 2 2 012 2 1 112 2 1 114 2 1 014 2 1 016 2 0 217 2 0 017 2 0 0 . 1 3 0 . 1 2 1 . 1 2 1 . 1 2 1 . 1 2 0 . 1 1 2 . 1 1 2 . 1 1 2 . 1 1 1 . 1 1 1 . 1 0 4 . 1 0 2 . 1 0 2

Weblinks

Saslong Classic Gardena/Gröden Übersicht aller Weltcuprennen in Gröden auf fis-ski.com

Einzelnachweise

Kategorie:Piste des Alpinen Skiweltcups Kategorie:Sportstätte in Südtirol Kategorie:Sport (Wolkenstein in Gröden) Kategorie:St. Christina in Gröden