Der Jeep CJ (oder Civilian Jeep) ist die zivile Version des bekannten Militärjeeps aus dem Zweiten Weltkrieg. Der erste CJ (der CJ-2) wurde 1944 von Willys-Overland eingeführt und als „Universal Jeep“ geführt. Seine Grundkonstruktion blieb in allen sieben Generationen über drei Konzerneltern hinweg bis 1986 erhalten. Tatsächlich gibt es sogar heute noch eine Variante des CJ, die in Lizenz hergestellt wird. Die letzten CJ-Modelle, der CJ-7 und der CJ-8, wurden 1987 durch den überarbeiteten Wrangler ersetzt. Der CJ-5 und der CJ-7 sind im Geländesport heute noch sehr beliebt, und zwar sowohl mit der originalen Stahlblechkarosserie als auch als Replika mit GFK-Teilen mit Flipp Front von Tuxedo Park.
Allen Modellen ist gemeinsam, dass sich die Windschutzscheibe mit ihrem Rahmen nach vorn klappen lässt und, sofern ab dem CJ-7 vorhanden, die Türen einfach entfernen lassen. Zur Fixierung der Windschutzscheibe sind auf der Motorhaube Zurrösen angebracht.
CJ-1 und CJ-1A
Im Jahr 1942 testete das US-Landwirtschaftsministerium den Willys MB. Um nach dem Krieg die auslaufende Produktion des Jeep aufzufangen und die freiwerdenden Kapazitäten aufzufüllen, plante Willys, die Entwicklung eines Jeeps für den zivilen Nachkriegsmarkt.
Anfang 1944 wurde Brook Stevens vom Willys Präsident Charles Sorensen mit der Ausarbeitung von Plänen zu Fahrzeugen auf Basis des Fahrgestells des Willys MB beauftragt. Ein oder zwei Prototypen mit der Bezeichnung CJ(-1), für „Civilian Jeep“, waren im Mai desselben Jahres entstanden. Die ersten CJ wurden durch schnelle Modifikation des regulären Militär-MB hergestellt, indem eine Heckklappe, ein niedriger übersetztes Getriebe und ein ziviles Planenverdeck hinzugefügt wurden. Der erste CJ diente als Schnelltest, und als sich eine weitere Designentwicklung abzeichnete, wurde er wahrscheinlich standardmäßig zum CJ-1. Er wurde bis zum Erscheinen des CJ-2 hergestellt und war der erste Jeep, der von Grund auf für den zivilen Gebrauch gebaut wurde.
Vom CJ-1 sind keine bekannten Exemplare erhalten geblieben, auch ist nicht bekannt, wie viele gebaut wurden. Vom CJ-1A entstanden 22 Prototypen.
CJ-2
Obwohl der CJ-2 ein ziviler Jeep war, gab es ihn nicht im freien Verkauf. Willys-Overland stellte 1944 und 1945 weniger als drei Dutzend CJ-2 als Agrijeeps her; insgesamt waren es nur 40 Stück. Der Wagen ging direkt auf die militärische Version Willys MB zurück, hatte auch den dort eingesetzten Willys Go Devil Motor, aber einem anderen Vergaser und eine andere Zündanlage, war aber von allen offensichtlich militärischen Details, besonders der Tarnbeleuchtung, befreit. Der CJ-2 wurde mit größeren Hauptscheinwerfern, einem seitlich auf der Beifahrerseite montierten Reserverad und einem gewöhnlichen Tankverschluss ausgestattet.
Die hinteren Radkästen wurden neu gestaltet, so dass die Sitze vergrößert, verbessert und nach hinten verlegt werden konnten. Es wurden neue, wetterfestere Verdeckkonstruktionen getestet. Ein Halbverdeck aus Segeltuch mit herunterrollbaren Türen war eines von mehreren Verdeckdesigns, die vor der Produktion ausprobiert wurden.
Elf CJ-2 haben bis heute überlebt.
CJ-2A
Die Erfahrungen mit dem CJ-2 führten zur Entwicklung des ersten wirklich frei verkäuflichen zivilen Jeeps, des von 1945 bis 1949 hergestellten CJ-2A. Wie der CJ-2 und der Militärjeep hat auch der CJ-2A eine geteilte Windschutzscheibe und verwendete den bekannten 2,2 Liter (134,2 in3) Vierzylinder-Motor mit einer Bohrung von 79,4 mm und einem Hub von 111,1 mm. Er leistet 45 kW (60 hp) bei 4000 min−1, das maximale Drehmoment beträgt 142 Nm (105 lbf·ft) bei 2000 min−1, Zündfolge ist 1-3-4-2, die Verdichtung beträgt 6,5 : 1.
Die zunächst eingesetzte Lenkradschaltung wurde bereits im ersten Produktionsjahr durch die üblichere Mittelschaltung und BorgWarner-T90-Getriebe, mit einer niedrigeren Übersetzung als sein militärisches Gegenstück, ersetzt. Das lenkradgeschaltete Dreiganggetriebe hatte man eingeführt, weil man dachte, die aus dem Krieg zurückkehrenden Truppen bräuchten Veränderungen am Jeep; ironischerweise wurden viele der frühen CJ-2A aus übriggebliebenen militärischen Teilen hergestellt.
Der CJ-2A war für den Einsatz in der Landwirtschaft gedacht und hatte deshalb nur einen Fahrersitz. Ein Beifahrersitz konnte als Extra geordert werden. Außerdem konnte als Extra ein Antrieb mit Zapfwellen an der Front und/oder dem Heck für verschiedene landwirtschaftliche Geräte wie Sägen und Mühlen sowie eine Riemenscheibe für weitere Geräte bestellt werden. Seine Fertigung begann am 17. Juli 1945 in Toledo/Ohio.
Der CJ-2A ist der erste Jeep, dessen Grill mit sieben Schlitzen ausgeführt ist. Der Willys MB hat neun Schlitze.
Der Preis startete bei 1090 USD. Verfügbare Farben waren braun, hellbraun, grau und hellblau. Bis 1949 wurden insgesamt 214.202 CJ-2A hergestellt.
CJ-3A
Der CJ-3A wurde 1949 eingeführt und einige Monate parallel zum CJ-2A gefertigt, den er im Folgejahr ersetzte. Beide Modelle kosteten 1270 USD.
Er wird ebenfalls vom 60 hp (45 kW) starken L-134 Go-Devil-Vierzylindermotor angetrieben, der immer noch mit dem Borg-Warner T-90-Getriebe und einem Dana 18-Verteilergetriebe verbunden war. Vorn wurde eine Dana 25-Achse und hinten eine Dana 41- oder 44-Achse verwendet. Er verfügt über eine einteilige Windschutzscheibe mit Lüftungsschlitzen und Scheibenwischern an der Unterseite. Der CJ-3A hat eine verstärkte Federung (10 Blatt), um die verschiedenen landwirtschaftlichen Geräte, die für das Fahrzeug gebaut wurden, aufnehmen zu können. Ein weiterer Unterschied ist ein kürzerer hinterer Radkasten. Der Radkasten von der oberen Vorderkante bis zum hinteren Ende der Karosserie beträgt beim CJ-3A insgesamt 810 mm, beim CJ-2A hingegen 860 mm. Dadurch konnte der Fahrersitz weiter nach hinten versetzt werden und biete so mehr Beinfreiheit.
Ab 1951 wurden eine Farm Jeep- und eine Jeep Tractor-Version angeboten; letztere ist sehr einfach gehalten, nur für den Feldeinsatz geeignet und verfügte über eine Zapfwelle sowie der Möglichkeit eine hydraulische Staplergabel zu montieren. Der Farm Jeep hat eine Getriebeversion mit sechs Vorwärtsgängen, von ihm wurden 62 Fahrzeuge hergestellt. Der CJ-3A war sowohl als komplettes Fahrzeug als auch nur als Fahrgestell für individuelle Aufbauten verfügbar.
Die militärische Variante des CJ-3A ist der Willys MC bzw. M38 mit dem stärkeren Hurricane-Motor und 24 V-Bordnetz sowie mehr Bodenfreiheit.
Bis 1953 wurden 131.843 Jeeps vom Typ CJ-3A gefertigt.
Auf Basis des CJ-3A wurde ab 1956 eine geschlossene Version als Servicewagen DJ-3A „Dispatcher“ mit Hinterradantrieb angeboten.
CJ-4
Nur ein einziger CJ-4, auch „X-151“ genannt, wurde 1951 als Versuchsfahrzeug gebaut. Er hatte den neuen Willys-Hurricane-Motor und einen Radstand von 2057 mm. Die Konstruktion des CJ-4 stand zwischen der des CJ-3B mit seiner hochaufragenden Motorhaube und der des späteren CJ-5 mit seinen runderen Linien. Das Modell fiel aber bei der Geschäftsleitung durch, und das einzige Fahrzeug wurde vermutlich an einen Werksangehörigen verkauft.https://assets.hemmings.com/uimage/1364246-0-1200.jpg
Der CJ-4 bot Erkenntnisse bei der Entwicklung des M38-A1 bzw. MD u. a. bei der Verwendung eines wasserdichten Hurricane-Motor für das Militär. Es gibt Hinweise darauf, dass abgeleitete Prototypen mit den Bezeichnungen CJ-4M und CJ-4MA (XM170) ebenfalls ernsthaft als Vorläufer der Militärjeeps M38-A1 und M170 von 1951 in Betracht gezogen wurden. Obwohl der CJ-4M-Prototyp möglicherweise nicht tatsächlich gebaut wurde, tauchte 2005 der Prototyp eines Krankenwagens mit gestrecktem Radstand und der Kennzeichnung „CJ-4MA-01“ auf.
CJ-3B
Der CJ-3B ersetzte 1953 den CJ-3A genau in dem Jahr, als Willys-Overland sein 50-jähriges Bestehen feierte und an Kaiser verkauft wurde. Als Folge wurde das Unternehmen in Willys Motor Inc. umbenannt.
Der Wagen hat einen höheren Kühlergrill und eine höhere Motorhaube, um den neuen Willys-Hurrican-Motor mit 70 hp (ca. 52 kW) bei gleichem Hubraum unterzubringen.
Ein Viergang-Schaltgetriebe wurde ab 1963 gegen einen Aufpreis von 194 USD angeboten und die Motoren wurden überarbeitet, so leistet der Hurricane 72 hp (56 kW) im CJ-3B. Ebenfalls ab 1963 war ein Fiberglas-Hardtop verfügbar. Der CJ-3B erhielt 1965 die Modellnummer 8105 von Jeep. Vom CJ-3B wurden bis 1968 genau 155.494 Stück in den USA gebaut. mini|links|Mitsubishi Jeep CJ-3B (1953–1998), hier Station Wagon Da die Konstruktion an verschiedene ausländische Hersteller in Lizenz vergeben worden war, beispielsweise Mitsubishi in Japan und Mahindra in Indien, sind insgesamt über 196.000 Fahrzeuge des Typs gefertigt worden. Mitsubishi stellte den Verkauf von Fahrzeugen auf Basis des CJ-3B 1998 ein, aber Mahindra baute die Jeeps bis 2010 (mit einem Dieselmotor von Peugeot).
Der CJ-3B wurde zum Militärjeep M606 weiterentwickelt (der bis 1968 hauptsächlich für den Export verwendet wurde), indem er mit handelsüblichen Schwerlastoptionen wie größeren Reifen und Federn ausgestattet wurde, sowie mit Verdunklungsbeleuchtung, olivgrüner Farbe und einer Anhängerkupplung. Die Lieferungen der militarisierten Version M606 des Jeep CJ-3B, die im Rahmen des Mutual Defense Assistance Program (Programm zur gegenseitigen Verteidigungshilfe) für militärische Zwecke exportiert wurden, machten in den 1960er Jahren einen erheblichen Anteil der begrenzten CJ-3B-Produktion aus.
CJ-5
Der CJ-5, ab 1954 verfügbar, wurde vom neuen Konzerneigner Kaiser und von der neuen militärischen Version M38-A1 für den Koreakrieg geprägt. Eigentlich wollte man den CJ-3B ersetzen, aber das Modell blieb in Produktion. Auch der CJ-5 wurde drei Jahrzehnte lang hergestellt, obwohl in dieser Zeit drei neuere Varianten erschienen. Von 1954 bis 1983 entstanden 603.303 CJ-5.
Er hat einen auf 2057 mm verlängerten Radstand, ein besseres Interior und abgerundete Kotflügel. Er war rund 100 USD teurer als der CJ-3B. An zusätzlichen Geräten kann ein Gabelstapleranbau, ein Pfahlbohrer und Grabenbagger sowie ein Schneepflug und weiteres montiert werden. Der 2,2 Liter (134,2 in3) Vierzylinder leistet 70 hp (ca. 52 kW) bei 4000 min−1. Er konnte mit fünf verschiedenen Metall- und Stoffverdeckvarianten bestellt werden. Zur Wahl standen acht Außenfarben. Als Extra waren verchromte Stoßstangen vorn und hinten verfügbar sowie verchromte Radkappen.
Ab 1958 hatten alle Jeep-Fahrzeuge ein 12 V-Bordnetz. Von 1961 bis 1965 war für den CJ-5 optional der in Großbritannien hergestellte Perkins 3,15 Liter (192 in3) 4-Zylinder-Dieselmotor mit 62 hp (46 kW) bei 3000 min−1 erhältlich.mini|CJ-5 Grabenbagger1963 war ein Jahr mit vielen Änderungen und Ergänzungen. So wurden die Motoren überarbeitet. Der im CJ-5 verfügbare Hurricane leistet 75 hp (56 kW), ein Viergang-Schaltgetriebe wurde gegen einen Aufpreis angeboten. Ebenfalls war ab 1963 ein Fiberglas-Hardtop verfügbar, weiter Warn- oder Cutlass-Freilaufnaben sowie Ramsey- oder Koenig-Seilwinden für Front-, Heck- oder Bodenmontage. Im Jahr 1965 wurden die CJ-Modelle, wie alle anderen, mit Jeep internen Modellnummern bezeichnet. Der CJ-5 erhielt die Modellnummer 8305. Zudem kaufte Kaiser die Rechte an der Konstruktion des Buick-V6-Dauntless-OHV-Motors mit 3687 cm3 (225 in3) Hubraum. So bekamen der CJ-5 und der CJ-6 ab 1966 ebenfalls diesen neuen Motor mit 116 kW (155 hp) Leistung bei 4400 min−1 und mit einer Verdichtung von 9 : 1, der den alten Willys-Hurricane-Motor ersetzte. Ab 1967 wurde der Motor mit 119 kW (160 hp) angegeben.mini|CJ-5 mit Stoffverdeck bis 1968 Auf Grund gesetzlicher Forderungen erhielt der CJ-5 ab 1969 Seitenmarkierungsleuchten. Vorn wurden diese an der Motorhaube kurz hinter dem Verriegelungshaken montiert, am Heck kurz unter der Karosserieoberkante vor dem Fahrzeugende.
1969–1970 wurde von Tuxedo Park wahlweise ein Steel-Body sowie ein GFK-Body angeboten.