mini|hochkant|Moderner Anorak (England) mini|hochkant|links|Inuit-Anorak Ein Anorak ist eine wetterfeste Jacke mit zumeist eingearbeiteter Kapuze.Alfons Hofer: Textil- und Modelexikon. 7. Auflage. Band 1, Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-87150-518-8, Stichwort „Anorak“.

Die Ursprünge des Anorak liegen bei den indigenen Völkern des arktischen Raums, ebenso bei indigenen Völkern Grönlands wie bei den Inuit Völkern in Alaska. Es ist ein Kleidungsstück, welches speziell dafür angefertigt wird, um den Körper vor den herausfordernden Wetterbedingungen in der Arktis zu schützen.

Der indigene Anorak oder „Inuit Parka“ erfüllt durch die handwerkliche Herstellung und den Einsatz von Tierfellen und -därmen wasserfeste Funktionen. Die in Museen erhaltenen Kleidungsstücke der Arktis belegen eine hohe Vielfalt an Ausgestaltungen.

Erhaltene Inuit-Parka aus den 1890er Jahren belegen, dass diese zum Überleben notwendigen Kleidungsstücke mehr waren als Gebrauchsgegenstände. Die indigenen Völker entwickelten die Kleidungsstücke schrittweise weiter und erhöhten kontinuierlich den Nutzen und die Wärmeerhaltung. Inuit-Parka dienten auch als kulturelle Objekte und prägten durch eine hohe Handwerkskunst die indigene Identität.

Eine moderne Ausprägung wird Windjacke (engl. Windbreaker) genannt. Eine gefütterte, längere Ausführung Parka. In der Urform als Schlupfjacke gefertigt, trägt das Kleidungsstück auf seiner vorderen Oberseite nur eine Öffnung für den Kopf, und lässt sich nicht wie andere Jacken ganz öffnen. In moderner Zeit errang der Anorak als Sportbekleidung bei den Olympischen Winterspielen 1936 Bekanntheit.

Die Ursprünge der Inuit-Bekleidung wurden aus verschiedenen Fellen gefertigt. Eine Kombination verschiedener Wildtierfelle und -därme ist in verschiedenen Museumsstücken belegt, die zum Teil bereits in den 1890er Jahren gefertigt wurden. Durch die Verwendung von verschiedenen Fellen konnte eine unterschiedliche Wärmewirkung erzielt werden. Z.B. dienten Karibufell oder Rentierfell für Winterkleidung und Robbenfelle für Sommerkleidung. Bei Kapuzen fanden langhaarige Felle wie z. B. vom Vielfraß Verwendung.

Heute verwendet man industriell gefertigte, überwiegend atmungsaktive (dampfdurchlässige synthetische) Textilien als Außenstoff. Als wärmespeichernde Füllmaterialien werden gegenwärtig vor allem synthetische Holofilfasern oder Kunstdaunen eingesetzt, da sie rascher trocknen als echte Daunen; diese werden allerdings nach wie vor bei Anoraks eingesetzt, die extremen Temperaturen trotzen sollen (Daunen bieten noch immer optimale Dämmung durch Lufteinschluss).

Das US-Militär entwickelte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spezielle Parka im Amauti-Stil, Kleidungsstücke für die Soldaten, die in kalten Regionen stationiert wurden.

Das Wort Anorak ist entlehnt aus dem Grönländischen. Die Herkunft des Wortes gilt als nicht sicher geklärt. Einige Quellen weisen dem grönländischen Wort einen Bezug zur Wurzel ati- „anziehen“ zu – dies ist jedoch nur eine Hypothese. Der Wortstamm hat sich in einigen Inuitsprachen erhalten. Eine andere Deutung ist „An-nuh-raaq“ und soll in der Sprache der Inuit Grönlands „etwas gegen den Wind“ bedeuten.

Siehe auch Parka Liste von Kleidungsstücken

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Einzelnachweise

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