Die Bundesstraße 14 (Abkürzung: B 14) ist eine der langen Bundesstraßen Süddeutschlands und führt durch die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern vom Bodensee über Stuttgart und Nürnberg zur tschechischen Grenze.
Verlauf Stockach – Stuttgart Sie beginnt am Ortsrand von Stockach, etwa fünf Kilometer nordwestlich des Bodensees. Von hier führt sie zunächst in nordwestlicher Richtung durch den Naturpark Obere Donau nach Tuttlingen (23 km), wo sie die noch junge Donau überquert. Nun führt sie auf landschaftlich interessanter Strecke als „Deutsche Uhrenstraße“ am Albtrauf vorbei ins sehenswerte alte Rottweil (51 km).
Hier macht die Straße einen leichten Bogen nach Norden und führt als landschaftlich sehr reizvolle kurvige Strecke am Schwarzwald entlang bis Horb am Neckar (98 km). Auf diesem Abschnitt wurde die Straße Anfang 2016 zur Landesstraße 424 herabgestuft.https://www.neckar-chronik.de/Nachrichten/Sulz-Der-Grund-fuer-die-Herabstufung-ist-dass-dieser-Teil-der-Bundesstrasse-parallel-zur-Autobahn-81-272650.html (kostenpflichtig) In Horb am Neckar überquerte die Bundesstraße 14 den Neckar in seinem Oberlauf und bog darauf nach Nordosten ab. Dieser Abschnitt wurde aber Anfang 2018 zur B 32 und B 28 umgewidmet. Nach 15 Kilometern, kurz vor der Ausfahrt Rottenburg der A 81, wurde die Bundesstraße 14 wegen des niedrigeren Verkehrsaufkommens auf zwölf Kilometern Länge erneut zur Landesstraße umgewidmet und bis Herrenberg (130 km) durch die Landesstraße 1184 ersetzt. Nun führt sie wieder als Bundesstraße 14 auf sieben Kilometern Länge zur Ausfahrt Gärtringen (eine der wenigen Autobahnausfahrten nach links in Deutschland) der Bundesautobahn 81, wo sie auf 16 Kilometern Länge durch die Bundesautobahn (ab Kreuz Stuttgart A 831) ersetzt wird und direkt in die Landeshauptstadt Stuttgart (164 km) führt.
mini|links|Verlauf vom Kreuz Stuttgart zum Johannesgrabentunnel Am Autobahnende, der Ausfahrt Stuttgart-Vaihingen (153 km), wird die Straße wieder zur Bundesstraße 14 und führt ab dem Schattenring bergab als vierspurige Neubaustrecke nach Stuttgart-Heslach; die vielen engen Kurven des alten Ausbauszustandes konnten durch zwei Tunnel (Gäubahn- und Viereichenhautunnel) gemildert werden. Ab dem Abzweig Stuttgart-Heslach wird der Verkehr durch den älteren, nur zweispurigen Heslacher Tunnel in das Stadtzentrum von Stuttgart geleitet (Marienplatz und Hauptstätter Straße).
Kurz nach der Ausfahrt Universität (Richtung A 81) gibt es eine Ausfahrt nach links Richtung Gewerbegebiet Vaihingen-Möhringen (zur Nord-Süd-Straße). Hier war einst ein Autobahndreieck, das Autobahndreieck Stuttgart-Vaihingen geplant. Dies ist noch heute anhand des Streckenverlaufes gut zu erkennen. Die Abzweigung ist heute als Dreieck Johannesgraben ausgeschildert. Richtung Möhringen sollte die A 834 abzweigen. Diese Autobahn wurde nie gebaut, stattdessen wurde auf der gleichen Trasse die Nord-Süd-Straße errichtet.
Stuttgart – Schwäbisch Hall (A 6) Abschnitt Stuttgart – Waiblingen mini|links|Mercedes-Benz Welt in Stuttgart mini|links|Neckartalviadukt Untertürkheim mini|links|B 14 mit Westportalen des Kappelbergtunnels am Kappelberg mini|links|Teiler zwischen B 14 und B 29 bei Waiblingen Bis zum Ufer des Neckars stellt die Bundesstraße 14 in Stuttgart die Hauptdurchgangsstraße in West-Ost-Richtung dar. Einst war die relativ gerade Fortsetzung durch Bad Cannstatt über Fellbach bis Waiblingen als B 14 ausgeschildert. Seit 1994 verläuft die Bundesstraße 14 jedoch zunächst vereint mit der Bundesstraße 10 am linken Neckarufer entlang. In östlicher Fahrtrichtung stadtauswärts wird dafür im für die Bundesgartenschau 1977 als Einhausung erbauten Schwanenplatztunnel zwischen dem Rosensteinpark und den Mineralbädern rechts in den Berger Tunnel abgebogen. In Gegenrichtung muss jedoch nach Passieren des Leuzetunnels auf der B 10 an einer Ampel gewendet bzw. scharf links auf die Gegenfahrbahn abgebogen werden, wofür drei Fahrspuren zur Verfügung stehen. Dieser Missstand wurde durch den neuen B 14-Kurztunnel sowie den neuen B 14-Wender behoben, der am 21. Februar 2021 in Betrieb ging.
Nach dem gemeinsamen Abschnitt am Neckar trennt sich die B 14 bald wieder von der B 10 und führt über das 1400 m lange, 1994 freigegebene Neckartalviadukt Untertürkheim direkt am neuen Mercedes-Benz Museum am Daimler-Werk Stuttgart-Untertürkheim vorbei, um durch den 1585 Meter langen Kappelbergtunnel die Stadt Fellbach zu umgehen. Kurz vor Waiblingen stößt die ehemalige B 14 aus Fellbach hinzu und nach einem etwa einen Kilometer langen achtspurigen Übergangsbereich zweigt die Bundesstraße 29 ins Remstal ab. Dieser Abschnitt zwischen der Bundesstraße 10 und Waiblingen war bis 1992 als B 312 geplant worden.
Abschnitt Waiblingen – Nellmersbach Zwischen Waiblingen und Winnenden ist die Bundesstraße 14 schon in den 1970er Jahren vierspurig ausgebaut worden, dieser Abschnitt wurde am 23. Oktober 1979 freigegeben. Die Umgehung von Winnenden wurde erst im neuen Jahrtausend erstellt. Der erste ca. 1,5 km lange Abschnitt über die Zipfelbachtalbrücke bis zur Anschlussstelle Winnenden-Mitte wurde am 27. November 2006 freigegeben und vorübergehend als Bundesstraße 14n bezeichnet. Das nördliche ca. 3,8 km lange Teilstück durch den 1080 m langen Tunnel Leutenbach bis zur Anschlussstelle Nellmersbach wurde am 21. September 2009 eröffnet.
Abschnitt um Backnang Der Planfeststellungsbeschluss zum weiteren Streckenausbau von Nellmersbach über Waldrems und Maubach und um Backnang (199 km) herum ist erlassen. Eigentlich sollte der Abschnitt bis Backnang zur Fußball-WM 2006 fertiggestellt sein. Am 23. November 2009 begannen die Rodungsarbeiten. Durch zusätzliche Bundesmittel für den Straßenbau, resultierend aus der höheren Lkw-Maut 2009, konnte der Baubeginn vorverlegt werden. Ende Mai 2010 wurde jedoch bekanntgegeben, dass der Ausbau aufgrund der verringerten Mittelzuweisungen des Bundes für den Fernstraßenbau bis auf Weiteres zurückgestellt wurde. Am 23. Dezember 2010 wurde bekannt, dass doch 2011 mit dem Weiterbau der 900 m langen Strecke bis Waldrems begonnen werden soll, allerdings aus Kostengründen zunächst ohne den für Waldrems geplanten 135 m langen Tunnel. Im Investitionspaket, welches am 21. Juli 2015 von Bundesverkehrsminister Dobrindt bekanntgegeben wurde, sind 10 Millionen Euro für den Weiterbau bis Backnang-Waldrems enthalten. Zu Beginn des Jahres 2016 wurde schließlich der komplette Bauabschnitt 1 (Teilabschnitte 1.1 und 1.2) freigegeben, nachdem der Teilabschnitt 1.1 bereits im Juli 2015 genehmigt wurde. Der Baubeginn für den vierspurigen Ausbau bis Waldrems (Teilabschnitt 1.1) war für Mai 2016 geplant, mit dem Teilabschnitt 1.2, welcher auch den Tunnel Waldrems enthält, soll 2019 begonnen werden.https://www.bundesverkehrsportal.de/baden-wuerttemberg/2-baden-wuerttemberg/gute-nachricht-zum-waldremser-knoten-minister-hermann-zu-ausbau-b14-bund-gibt-nun-kompletten-bauabschnitt-1-zwischen-nellmersbach-und-waldrems-frei.html Am 10. Juni 2016 fand schließlich der symbolische Spatenstich für den Weiterbau von Nellmersbach bis Waldrems statt. Dieser Abschnitt wurde nach mehreren Verzögerungen am 12. und 13. November 2018 freigegeben.Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart, 8. November 2018 Unmittelbar danach soll der Weiterbau bis nach Backnang in Angriff genommen werden. Bis zum Ausbau des Knotens Waldrems (Tunnel Waldrems) wird der Abschnitt zwischen Nellmersbach und Waldrems nicht kreuzungsfrei sein, sondern eine provisorische Ampelanlage erhalten.
mini|links|Derzeitiges Ausbauende bei Waldrems
Die Stadt Backnang wird in großem Bogen westlich umgangen, wobei die Bahnlinien nach Waiblingen und nach Ludwigsburg sowie die Kreisstraße 1897 nach Erbstetten unterquert wird, und gleich anschließend die Murr mit dem Murrtalviadukt überquert wird. Dieses 1948 provisorisch wieder errichtete Bauwerk musste ersetzt werden. Die Arbeiten für ein Viadukt der dritten Generation wurden im September 2009 begonnen, westlich neben der bestehenden Brücke. Die Eröffnung fand am 22. August 2011 statt. Am 21. September 2016 wurden die finanziellen Mittel für den Weiterbau zwischen Waldrems und Backnang-West freigegeben. Die Kosten für diesen Abschnitt sollen bei 105 Millionen Euro liegen.Überraschende Kunde für Backnang – der weitere B-14-Ausbau ist gesichert. Stuttgarter Zeitung online, 22. September 2016.
Die Bundesstraße 328, die westlich von Backnang an der sogenannten Krähenbachkreuzung von der B 14 abzweigt, dient als Autobahnzubringer zur A 81 AS Mundelsheim. Der geplante Ausbau der Landesstraße ist politisch umstritten, da die Anliegergemeinden Großaspach und Großbottwar eine Vergrößerung des Verkehrsaufkommens befürchten, wenn diese in Verbindung mit der B 14 als mautfreier weiträumiger „Großer Nordostring Stuttgart“ genutzt werden könne. Zudem könnten landwirtschaftliche Fahrzeuge die ausgebaute Strecke nicht mehr befahren. Das baden-württembergische Verkehrsministerium gab im März 2013 bekannt, dass die L 1115 vierspurig ausgebaut und zur B 29 hochgestuft wird, was jedoch nicht geschah. Die B 29 solle zukünftig zwischen Waiblingen und Backnang-West auf einer gemeinsamen Trasse mit der B 14 verlaufen. Zwischenzeitlich wurden diese Pläne wieder verworfen. Am 3. Januar 2019 bestätigte der Bund, dass die bisherige Landesstraße 1115 voraussichtlich noch 2019 zur Bundesstraße hochgestuft wird, was aber bis Mitte 2021 nicht geschah. Der Zubringer werde künftig ein Teil der B 29 werden und dreispurig ausgebaut werden.L 1115 soll dreispurige Bundesstraße werden Waiblinger Kreiszeitung, 3. Januar 2019 Im Jahr 2020 sollte auf der Trasse der B 14 zwischen Stuttgart und Backnang auch ein Teilstück der verlängerten Bundesstraße 313 verlaufen, sobald der Autobahnzubringer nach Mundelsheim ausgebaut sei.Hochstufung der L 1115 steht vor neuer Hürde Marbacher Zeitung, 7. November 2020 Im Sommer 2021 wurde die Aufstufung zur Bundesstraße 328 bekannt gegeben, da diese Nummer noch nicht vergeben sei und so keine Verwechslungen entstünden. Die Hochstufung folgt zum 1. April 2023. Im April 2023 wurde auch mit dem Bau des zweiten Murrtalviadukts begonnen. Ende Dezember 2023 gab die Bundesregierung die Mittel für den Weiterbau zwischen dem Wohnplatz Alte Schule und der Anschlussstelle Backnang-Mitte frei. Für den Tunnel Waldrems soll 2024 ein Plangenehmigungsverfahren eingeleitet werden. Der endgültige Ausbauzustand soll 2029 erreicht sein.
Abschnitt Oppenweiler – Schwäbisch Hall Durch Oppenweiler, wo der Beginn des Planfeststellungsverfahrens für eine 2,6 km lange Ortsumgehung entlang der Bahnlinie für 2011 in Aussicht gestellt wurde, verläuft die Bundesstraße 14 im hier engen Tal der Murr bis Sulzbach an der Murr. Die OU soll dabei im Süden bei Unterstaigacker bzw. der Einmündung der K1897 über eine neue Murrbrücke zur Bahnlinie im Osten geführt werden. Die Umsetzung des Gesamtvorhabens hängt im Norden von Oppenweiler zusammen mit dem noch ausstehenden Bau eines Regenrückhaltebeckens bei Reichenbach und Rüflensmühle, wobei die Trasse entlang des Staudamms verlaufen soll und vor Ellenweiler wieder auf die alte Trasse am westlichen Talhang anschließt.