Liste der preußischen Vizepräsidenten des Staatsministeriums (stellvertretende Ministerpräsidenten).

Die zugehörige Kategorie ist Landesminister (Preußen).

Diese Position wurde durch Bismarck eingeführt, damit er entlastet wird, weil der preußische Ministerpräsident auch gleichzeitig Reichskanzler war und dies (mit einer kurzen Ausnahme 1892/94) bis 1918 so blieb.

Der Vizepräsident hatte eine wichtige Stellung in den Tagesaufgaben bei der Leitung der Regierungsgeschäfte Preußens. Die Hälfte der Amtsinhaber war gleichzeitig Vizekanzler, also auch auf Reichsebene der Stellvertreter des Ministerpräsidenten.

Name Amtsantritt Amtsaustritt Bild Otto v. Camphausen 1873 März 187890px Otto Fürst zu Stolberg-Wernigerode auch Vizekanzler 29. Mai 1878 17. Juni 188190px Robert Victor v. Puttkamer 8. Oktober 1881 8. Juni 188890px Karl Heinrich v. Boetticher auch Vizekanzler 16. August 1888 1. Juli 189790px Johannes v. Miquel 1. Juli 1897 5. Mai 190190px|Johannes von Miquel Theobald v. Bethmann Hollweg auch Vizekanzler 24. Juni 1907 14. Juli 190990px|Theobald von Bethmann Hollweg Clemens v. Delbrück auch Vizekanzler 16. August 1914 22. Mai 191690px Paul Justin v. Breitenbach 22. Mai 1916 9. November 1917 Robert Friedberg 9. November 1917 13. November 1918

Anmerkungen In der Literatur werden teils unterschiedliche Zeitpunkte genannt. Dies liegt daran, dass sie sich auf kommissarische Amtsübernahme, Ernennung durch König und Ministerpräsident, formelle Amtseinführung beziehen; genauso auf Entlassungsgesuch, Bewilligung des Abschieds und Amtsübergabe / Ernennung eines Nachfolgers. Dadurch kann es zu Klaffungen oder Überschneidungen kommen, insbesondere in turbulenten Zeiten und bei Erkrankung des Vorgängers. Zu Lebzeiten wurden teils andere Vornamen verwendet, als es sich später in der Literatur einbürgerte. Deshalb ist der vollständige Name angegeben.

Quellen Preußisches Staatsministerium: Protokolle (Acta Borussica).

Vizeprasident des Staatsministeriums, Preussen