Das Sauerländer Platt (die sauerländische Mundart, das Sauerländische; sauerländisch: Surländsk Platt (Friedrich Wilhelm Grimme), siuerländsk Platt und Siuerlänner Platt (Christine Koch)) war die niederdeutsche Volkssprache im Sauerland sowie in den westlich weiterreichenden Gebieten im Dortmunder und Bochumer Raum. Sie wird zum südwestfälischen und mithin westfälischen Zweig des Westniederdeutschen gerechnet. Unter dem Einfluss des Hochdeutschen hat die Bedeutung des Dialekts bis heute rapide abgenommen. Als alltägliche Umgangssprache existiert das Sauerländer Platt nicht mehr. Nur noch wenige Sauerländer beherrschen die Sprache mehr oder weniger gut.Sauerländer Heimatbund: Erhalt der Sauerländer Sprache

Wie im übrigen niederdeutschen Sprachgebiet zerfällt das Sauerländer Platt in zahlreiche Ortsdialekte, die sich durch ein variierendes Lautsystem und einen teilweise ortsgebundenen Wortschatz unterscheiden. Als es noch Umgangssprache war, wurden die Bewohner benachbarter Ortschaften oft an ihrer Aussprache identifiziert.

Beispiele Hochdeutsch Sauerländisch laufen läopen, loapen, … Leute Luienk, Lüt, Lüe, ... sprechen kuiern, küen, … Sauerländer Siuerlänner, Suerlänner, …

Balver Platt Hochdeutsch Balver Platt ab aff Abend Owend ablenken aff lenken Achse, auf der op der Asse als ob ärre wenn Alte, die de Ölsk, de Ölsch an das ant angenommen annormen anprobieren anprobaiern auch äuk, äuck auf dem op ’m Aufwand werks aufzählen afftiälen aus iut ausdrücken iut drücken bald bolle Barbier Babutz Bart Bort bauen büggen Bauer Biuer („de Biuer kräug mit der Iuer öwwer de Muier“ = Zungenbrecher mit Umlautdrehung: „Der Bauer kroch mit der Uhr über die Mauer“). Baumberg Baumbrigg Bäume Bäum bedienen bedainen („dai Kranken bedainen“ = Kranke mit den Sterbesakramenten versehen; gemäß „Balver Buch“ von 1930, S. 222, abgeleitet aus den Jahren der Hexenverfolgung von 1593-1630: „die Gefangenen bedienen“, also Trost spenden und geistlichen Beistand leisten.Siehe Beiträge zur Chronik der Pfarrgemeinde Balve von Pfarrvikar i. R. J. Ruhrmann) begucken bekäiken bei bey beieinander sitzen, zusammen sein vey mochen liuter bey nayn sitten beinahe, bald bolle Beine Beyne besser berter bestens bestens besuchen besaiken besucht beseiket Bett Berre bis bit bißchen bittken bist bis bleiben blaiwen bleiben sie blitt se blieb bläiw bloß bläus breit brait Brief Braif bringe brenk bringt brenget Bruder Bräuer Brust Borst Buch Bäuke Buche Beake Büchse Büxe Butter Burter cleveres Mädchen nutz daiern da do dabei dobey Dach Dak dadurch da dür dafür daför damit domet dann hättet ihr dann härren ey darauf darob darauf, hinauf darop darf draff darüber do örwer das dat das heißt düt het dauernd diuernd dazwischen ter tüske deftig däftig deine deyne, däin dem deärm den deärn der de, day dich di die day die de die Berge dai Biärge Diele Dierle dies düt diesen dürsen dir dey, di doppelt dubbelt doppelt duwwelt Dörfer Dörpe dran dran Dreikönige Dreikünige du diu du tust daist dünn dünne durch dür durcheinander dürein durchs dürt Ecke Eggsken eigentlich eygentlich eilig äilig ein ayn einen en einfach eynfach Einfälle Infälle eingeredet, vorgeschwätzt för schwalt eingeschlafen inslopen einzige eynzige enorm wahn Enten Peylen er he, hay (Satzanfang) er bleibt blitt se er blieb hey bläiw er hätte bleiben sollen bläiwen mocht er haut sie tot hey högget sey döut er liest gerade ey es am Leisen er sieht hey suit er sitzt hey sittet erst ais erst äis erzählen vertellen Erzählungen, Anekdoten Vertellekes es ert es geht ert gaiert etwas bat euch ugg euch, mit met uch eure ugge fahren faiern fährt fäuert Farbe Farwe fast bolle fein fine Fenster Fenster fertig ferrig fest faste festgehalten faste halt Feuer Fuier Fleisch Flais Fliegen Flaigen Floh Fläo Fohlen Fürlen fort fut Französisch Franzoiske Frauen Frowen, Frauluie frei frög Freien, den Hof machen friggen Fremde, in der Frümde Fremder Frümder Fremdwörter Frürmet wore Freund Frönd frieren fruiern frisst friärtet früher frögger Frühjahr Fröyjohr fühlen feylen für för Fuß Faute Gabel Gaffel Gans Gäus Gänse Goise Gänsebraten Gäusebroten gar nicht gar nit Garten Goren geben girwen gebracht bracht gedacht dacht gefreut frögget gegangen gohn gehabt hat geheiratet heyrotet geheizt gehiätet gehen gohn gehen wir go vey geholt halt gehst du gäiste geht gaiht geht es gäiert et gekonnt konnt Gelegenheit Gelergenheit gelernt lornt gemacht maket gemauert muiert Gemüse Gemaise genug gnauch gerade grade Geschmack Geschmack Geschichten Vertellekes geschrieben schrierwen, schriäwen gesetzt sat gestern gistern gestürzt stürtet gesund gesund getauft dofft getrunken drunken gewundert wünnert gibt gafft gibt girt glaube gläuwe gleich glaik Glück Glücke große gräute Grünzeug Graintuich Gruß Grius Grüße Gruiße gucken kaiken gut gurt gute gure habe häwwe haben häwwen, härren haben sie hätt se haben wir härre haben, wir vey hät hacken haggen half, das dat bat (… „wat bat dat bat“) halten hallen Händler Händler hast härst hast herst hat härt hätte bleiben sollen herr bläiwen mocht hättet härret Haufen Häupe Haus Hius Heide Haie heilig heilig Heizung Heizung helfen barre helfen helpen Herr, Gott Härn herrlich heärlich herum rünne Heu hei heulen bläddern heute Abend von owene heute Nachmittag von numerach hier hey hinten ächten hoch häuge hochhinaus wollen huise hiniut wöll Hochzeit Hochteyd hocken hüarken Hof Hiuf hoffe horpe hoffen, wir vey horpet Hönne Hünne Hunde Ruiers Hündin tierwe ich ik, irk ihm erme ihn erne ihr er ihr hey ihr (Plural, Nom.) ey, äy ihr musstet eig mochen ihr seht er sayt ihrem, mit met erem im ümme im Dampf/Mist liegen lassen im Dampe leggen loten im Stich lassen im Sterke lote immer liuter in en in dieser Zeit en dürser Teyd in einem en eynem ins int ins Bett gehen de Berre irgendein irgen bierne ist es Jacke Wams Jahr Johr Jahr jo jammern, wir vey jammert jeden jäiden jedermanns Freund en allermans Frönd (z. B. de Ruie) junge Gänse Gössels Jungen Junges Jüngster Jüngsken Kälber Kalwer Kaffeesatz Prütt kannst mir kas mi kaputt kapott kaputt lachen beömmeln Kirchturm Kerktäuerm klargemacht kliar maket Knöchelchen Knörksken Körbchen Körwken Korn Korn Kornkaffee Muckefuck Kost Kost krepieren aff gaihn Küken Kuiken Kuratel Kuratell kurz kort lasst, lässt let leider layder Löffel Lierpel machen maken mal mol Mann Menne man müsste vey mürtet Meer Miäre Menden Mennen Messer Mess Minuten Miniuten möglichst mörglichst mundgerecht münnekes mote nachholen können no halen können Niederhof Näyernhuaf nicht ausgehen (Feuer) nit däut gohn nützlich machen nutze maken oberste örwerste ohne orne? oft fake radikal aufgegessen ratz op friärtet rauchen schmoiken Regenwürmer Riärgenwürmer regnen plästern rein schlagen, treten wämmsen (Ball, Nagel usw.) Rippen zählen riwen tellen rückwärts ächter äs Rüde Rierkel ruft an raip an Runkelblätter Runkelblaier Runkeln Rummesket sag ihm sech erme sagen seggen sagte seggt hey Sauerland Siuerland schade schah Schafe Schope Scheiße Schiärte Scheune Schuier schlachten slachten schlafen slöpen, pennen schlagen (Bäume) haggen schlucken sliuken schmal smal Schnee Snäy, Schnäy schneien sniggen (… „ert snigget und snagget, dat dait us nix, vey holle us alle wacker un fix“ – Balver Dreikönigslied) schnell fixe schnell, sofort wacker schön schoin, feyn schrecklich schrecklich schreiben schräiwen schreien, weinen bläddern schroh wie ein Zaun schroh ärren tiun Schuldige Schüllige Schule Schaule Schürze Schwärte Schwalben Schalwen Schwester Süster schwimmen swemmen sehen sayn sehr wahne, liuter sein säyn seinem seynem selbst selwes seltsam spassig sich serk/sirk sicher, sicherlich siärker, siärkerlich sie se sie (Plural) say sie gehen se got sie parkt ein se pärket in sieht aus suit iut sind sint so säu so dass säu datt so ein säun Socken Söcken soeben soerven sofort forts soll man söll me sollte sollen sollten sollen Sommer summerdags sommertags summerdags Sonne Sunne sonnen sunnen Sonntag Sundag sonntags sundages spät late spazieren spazaiern spielen spierlen sprechen kuiern, pappeln Sprichwort Sprirkwort spülen spailen ständig liuter steht ihr gut staiht äy guart sterben aff gaihn Stunde Stunne suchen sayken Sülze Sülte Sundern Sonnern Suppe Soppe Theater (Ärger) machen Trammes maken Tische Diske über owwer, öwwer umsonst umme süs, ümsüss umzubauen ümme te buggen unterste ünnerste verdreschen drersken vielleicht viellichte von selbst van selwes wachsen wassen warte mal wachte mol warten wachtet wehren wiähren weil wail weinen greynen Weinen, dem … nahe greynens neye wem biärme weniger wenniger Werke Wiärke werktags werkeldages wie är, ä wieder wier wir sollten mehr fragen vey mochen mähr frogen Woche Wiärke Zeiten teyen Ziegelei Taigeley ziemlich tiämlich Zugezogener, Neubürger buiterling zu schieben tau schiuwen zuhause te haymebesoffenknülle

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