mini|Christoph Bach, 2015 Christoph Bach (* 1. JanuarChristoph Bach bei fernsehserien.de, abgerufen am 1. Januar 2021 1975 in Reutlingen) ist ein deutscher Schauspieler.
Leben Bereits während seiner Schulzeit nahm Christoph Bach an Workshops am Tübinger Landestheater teil. Nach dem Zivildienst studierte er in Berlin zunächst Germanistik, Philosophie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft an der Freien Universität Berlin, ehe er seine Schauspielausbildung an der Berliner Universität der Künste absolvierte und 2002 abschlossChristoph Bach bei castupload.com, abgerufen am 29. November 2021. Ende der 1990er Jahre entwickelte er gemeinsam mit dem Regisseur Jan-Christoph Glaser die 12-teilige Martial-Arts-Clip-Serie Auftrag Moabit, die in Christian Ulmens Show Unter Ulmen auf MTV ausgestrahlt wurde.
Sein Kinodebüt gab Christoph Bach im Jahr 2003 in dem surrealen Drama Narren von Tom Schreiber. Im selben Jahr erhielt er für seine Rolle des Einzelgängers Edzard in Detroit von Carsten Ludwig und Jan-Christoph Glaser den Förderpreis Deutscher Film als „Bester Darsteller“. In den folgenden Jahren machte er sich mit der Darstellung von Außenseiter-Porträts und ambivalenten Charakteren einen Namen im deutschen Arthouse-Kino. Bach war zu sehen im Kammerspiel Close (2004) von Marcus Lenz, in Florian Schwarz’ vielbeachtetem Debütfilm Katze im Sack, der Tragikomödie Finnischer Tango (2008) von Buket Alakuş und dem Hooligan-Drama 66/67 – Fairplay war gestern (2009). 2006 widmete Das kleine Fernsehspiel ihm eine vierteilige Reihe.
Im Fernsehen spielte Bach 2005 die Hauptrolle in Elisabeth Scharangs Film Mein Mörder, der 2006 mit dem Österreichischen Fernsehpreis und auf dem TV-Festival in Biarritz mit dem FIPA D’Or ausgezeichnet wurde. Darin verkörperte er einen traumatisierten jungen Mann, der als kleiner Junge während der Zeit des Nationalsozialismus in die Mühlen einer Kinder-Euthanasie-Anstalt geriet und Jahre später von seinem Peiniger Rechenschaft verlangt. Daneben wirkte Bach in Fernsehfilmen wie Das Schneckenhaus (2006) von Florian Schwarz, Blindflug (2007) von Ben von Grafenstein und dem Polit-Drama Prager Botschaft (2007) von Lutz Konermann mit.
2008 spielte er in Dutschke (2009) unter der Regie von Stefan Krohmer die Rolle des Studentenführers Rudi Dutschke. Für seine darstellerische Leistung wurde Christoph Bach 2010 mit dem Deutschen Fernsehpreis als „Bester Schauspieler“ ausgezeichnet. In Olivier Assayas’ Verfilmung des Lebens von Ilich Ramírez Sánchez Carlos – Der Schakal war Bach 2010 als Hans-Joachim Klein zu sehen.
Es folgten Shirley – Visionen der Realität (2012), Gustav Deutschs filmische Belebung von 13 Gemälden Edward Hoppers, und Frauke Finsterwalders Finsterworld (2013), in dem er die Rolle des tragisch scheiternden Geschichtslehrers Nickel übernahm. In der ebenfalls 2013 realisierten Tragikomödie Global Player – Wo wir sind isch vorne von Hannes Stöhr, spielte er den um das Überleben seiner Firma kämpfenden Michael Bogenschütz.
2015 übernahm Christoph Bach in der skandinavisch-britischen TV-Serie Saboteure im Eis – Operation Schweres Wasser eine der Hauptrollen und verkörperte den deutschen Wissenschaftler Werner Heisenberg. Im selben Jahr spielte er in dem mehrfach ausgezeichneten schweizerisch-deutschen Science-Fiction-Film Polder – Tokyo Heidi von Julian M. Grünthal und Samuel Schwarz den langsam dem Wahnsinn verfallenden Spieleentwickler Marcus.
Daneben war Christoph Bach in einer Reihe von Tatort-Produktionen zu sehen. In der Wiener Tatort-Folge Kein Entkommen wurde er 2012 als ehemaliger serbischer Freischärler Mirko Gradic selbst zur Zielscheibe, der sich und seine Familie in große Gefahr bringt. Zudem spielte er 2015 in dem Ludwigshafener Tatort LU als Dr. Mark Moss einen Mörder.
2016 stand er für Sönke Wortmanns historische Krankenhausserie Charité (2017) als der deutsche Arzt und Forscher Paul Ehrlich vor der Kamera. Im selben Jahr war er zusammen mit Catrin Striebeck in Das Milan-Protokoll (2017) von Peter Ott zu sehen.
2019 spielte er im Kinofilm Das Leben meiner Tochter zusammen mit Alwara Höfels ein Elternpaar, das mit der Entscheidung für eine illegale Organspende, um ihre schwer kranke Tochter zu retten, in ein großes moralisches Dilemma gerät.
2020 war er in Johannes Kepler, der Himmelsstürmer von Christian Twente in der Rolle des Astronomen und Naturphilosophen Johannes Kepler zu sehen.
2022 verkörperte er im international vielbeachteten Kriegsdrama Narvik von Erik Skjoldbjaerg die Rolle des deutschen Konsuls Fritz Wussow.
Christoph Bach ist Mitglied der Deutschen Filmakademie. Er ist mit der Video-Künstlerin Rebecca Riedel verheiratet und lebt in Berlin.
Filmografie (Auswahl) 2001: Immer an der Wand lang (Kurzfilm) 2001: Stiller Sturm 2002: Einsatz in Hamburg – Rückkehr des Teufels (Fernsehreihe) 2002: Tatort: Undercover (Fernsehreihe) 2003: Tatort: Bienzle und der Taximord (Fernsehreihe) 2003: Narren 2003: Detroit (Fernsehfilm) 2003: SOKO Leipzig – Crash 2003: Donna Leon – Feine Freunde (Fernsehreihe) 2004: Tatort: Gefährliches Schweigen (Fernsehreihe) 2004: Close 2004: Sieben Himmel 2005: Weiße Stille 2005: Katze im Sack 2005: Mein Mörder 2005: Donna Leon – Beweise, dass es böse ist (Fernsehreihe) 2005: Zeppelin! 2006: Tatort: Revanche (Fernsehreihe) 2006: Der die Tollkirsche ausgräbt 2006: Allein gegen die Angst 2006: 15 Minuten Wahrheit 2006: Das Schneckenhaus 2007: Prager Botschaft (Fernsehfilm) 2007: SOKO Köln: Sondereinsatz (Serie) 2007: Hochzeit um jeden Preis 2007: Blindflug 2008: Tatort: Brandmal (Fernsehreihe) 2008: Tatort: Der oide Depp (Fernsehreihe) 2008: Finnischer Tango 2008: Schattenwelt 2009: Dutschke 2009: 66/67 – Fairplay war gestern 2010: Carlos – Der Schakal (Carlos) 2010: Das blaue Licht 2011: Das schlafende Mädchen 2011: Marie Brand und der Sündenfall (Fernsehreihe) 2011: Fenster zum Sommer 2012: Tatort: Kein Entkommen (Fernsehreihe) 2013: Dyslexie 2013: Shirley – Visionen der Realität (Shirley – Visions of Reality) 2013: Finsterworld 2013: Global Player – Wo wir sind isch vorne 2014: Kommissarin Lucas – Der nette Herr Wong 2015: Tatort: LU (Fernsehreihe) 2015: Harter Brocken (Fernsehfilm) 2015: Polder – Tokyo Heidi 2015: Saboteure im Eis – Operation Schweres Wasser (Kampen om tungtvannet) 2016: Kaltfront (Fernsehfilm) 2016: Emma nach Mitternacht – Frau Hölle 2017: Tatort: Dein Name sei Harbinger (Fernsehreihe) 2017: Charité (Fernsehserie) 2017: Das Milan-Protokoll 2017: Der Zauberlehrling 2018: Der Mordanschlag (Zweiteiler) 2018: Keiner schiebt uns weg 2018: Die ALDI-Brüder (Dokumentarfilm) 2019: Das Märchen von den zwölf Monaten (Fernsehfilm) 2019: Das Leben meiner Tochter 2019: Johannes Kepler, der Himmelsstürmer (Doku-Spielfilm) 2020: Letzte Spur Berlin (Fernsehserie) 2021: Allmen und das Geheimnis der Erotik 2021: Wilsberg: Einer von uns (Fernsehreihe) 2022: Riesending – Jede Stunde zählt (Fernsehfilm) 2022: Narvik 2023: De Facto 2023: Polizeiruf 110: Cottbus Kopflos 2025: Die drei ??? und der Karpatenhund 2025: Gar kein Geld macht auch nicht glücklich (Fernsehfilm) 2025: Die Heiland – Wir sind Anwalt – Egotrip (Fernsehserie) 2026: In Wahrheit: Verschwiegen (Fernsehreihe)
Auszeichnungen 2003: Förderpreis Deutscher Film als Bester Darsteller für Detroit 2010: Deutscher Fernsehpreis als Bester Schauspieler für Dutschke
Literatur Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 22 f.
Weblinks
Christoph Bach bei der Agentur Velvet Johanna Adorján: Der Undurchschaubare. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Mai 2005, Porträt Klaus-Peter Eichele: Lieber Dutschke als wie Robert De Niro. In: Schwäbisches Tagblatt, 12. Oktober 2007, Porträt
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1975 Kategorie:Mann