Fritz Eckstein (* 7. September 1932 in Darmstadt; † 30. August 2026 in GöttingenTraueranzeige im Göttinger Tageblatt vom 12. September 2026, abgerufen am 12. September 2026) war ein deutscher Chemiker und Hochschullehrer.
Leben und Werk 1960 promovierte Eckstein bei Burckhardt Helferich in Bonn zum Dr. rer. nat. 1960 und 1961 war er Postdoktorand bei Erich Baer in Toronto und 1962 und 1963 bei Robert B. Woodward an der Harvard University. 1964 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter, später Leiter einer Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen. 1968 habilitierte er sich in Braunschweig. Seit 1975 war er außerplanmäßiger Professor am Institut für Organische Chemie der Universität Göttingen. 1997 wurde er emeritiert.
Ecksteins Fachgebiet war die Bioorganische Chemie, besonders die Nukleinsäurechemie. Er untersuchte DNA- und RNA-Polymerase und modifizierte Oligonukleotide. Sein größtes Verdienst war die Einführung der Phosphorothioat-Gruppe, die stereochemische Untersuchungen erlaubt und sich bei der DNA-Sequenzierung als hilfreich erwies. Auch für die Genstilllegung mittels Antisense-RNA wird die Phosphorothioatgruppe benutzt. Außerdem arbeitete Eckstein mit Ribozymen.
Die Ergebnisse seiner Arbeiten gelten als grundlegende Beiträge zur Erforschung der Ribonukleinsäuren und zu deren Nutzbarmachung als medizinische Therapeutika.
Veröffentlichungen Eckstein publizierte mehr als 450 Arbeiten, darunter:
F. Eckstein: Zur Kenntnis einer neuen Glykosidsynthese aus 1-Mesitoylaldosen. Dissertation, Bonn 1960. F. Eckstein: Nucleoside Phosphorothioates. Habilitationsschrift, Braunschweig, 1968.
Auszeichnungen 1972: Carl-Duisberg-Gedächtnispreis (der Gesellschaft Deutscher Chemiker) 1992: Gay-Lussac-Humboldt-Preis 2000: Richard-Kuhn-Medaille (Gesellschaft Deutscher Chemiker) Seit 2026 ist der Mid-Career Achievement Award der US-amerikanischen Oligonucleotide Therapeutics Society nach Fritz Eckstein benannt.
Literatur Kurt Begitt (Redaktion), Gesellschaft Deutscher Chemiker (Herausgeber): Chemie und Biochemie in Deutschland. 2. Auflage, VCH, Weinheim [u. a.] 1995, S. 301f., ISBN 3-527-29258-6.
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