Niederlauken ist ein Ortsteil der Gemeinde Weilrod im hessischen Hochtaunuskreis.

Geographie Niederlauken liegt im östlichen Hintertaunus im Sattelbachtal. Direkter Nachbarort ist das einen Kilometer entfernte Oberlauken. Mit einem Abstand von jeweils drei km sind Merzhausen und Neuweilnau Nachbarorte. Höchste Erhebungen bei Niederlauken sind der Hohlberg mit 345 Metern über NN und der Hühnerküppel mit 400 Meter über NN.

Nächste Städte sind Usingen, Bad Camberg und Limburg an der Lahn.

Geschichte Ortsgeschichte mini|hochkant|Kirche von Niederlauken

Erste Spuren der menschlichen Besiedelung waren Jungsteinzeitliche Funde auf dem Gemeindegebiet. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Niederlauken erfolgte unter dem Namen Lukere im Jahr 1213. Die nächste Erwähnung Niederlakens findet sich in einer Urkunde von 1249. Das damalige Lauken war Besitz des Grafen Gerhard von Diez. Mit der Trennung der beiden Linien der Grafschaft Diez 1326 wurde Niederlauken nassauisch. Im 16. Jahrhundert gehörte Niederlauken zum Stockheimer Gericht und kam 1659 zu Nassau-Usingen.

Seit etwa 1500 besaß das Dorf eine Kapelle. Bis 1669 gehörte Niederlauken kirchlich zu Altweilnau. Heute bilden die Kirchen in Niederlauken und Oberlauken zusammen die Evangelische Kirchengemeinde Lauken. Die Kirche des Ortes wurde Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet.

Hessische Gebietsreform (1970–1977) Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständigen Gemeinden Niederlauken im Landkreis Usingen zum 1. August 1972 kraft Landesgesetz mit weiteren Gemeinden zur Gemeinde Weilrod zusammengeschlossen. Damit verbunden war der Wechsel in den neu gegründeten Hochtaunuskreis. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Weilrod wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Niederlauken angehört(e):

vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Usingen, Amt Usingen ab 1806: Herzogtum Nassau,Infolge der Rheinbundakte. Amt Usingen ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt IdsteinAbtrennung der Justiz Justizamt Usingen bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Usingen ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, ObertaunuskreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Usingen) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis ab 1886: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Usingen ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis ab 1932: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis ab 1933: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Usingen ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Landkreis Usingen ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Usingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Usingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Usingen ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Usingen ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Hochtaunuskreis, Gemeinde WeilrodAm 1. August 1972 als Ortsbezirk zur Gemeinde Weilrod.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Neuweilnau 432 Einwohner. Darunter waren 21 (4,9 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 72 Einwohner unter 18 Jahren, 171 zwischen 18 und 49, 105 zwischen 50 und 64 und 81 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 180 Haushalten. Davon waren 45 Singlehaushalte, 63 Paare ohne Kinder und 54 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 39 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 126 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Im Jahre 1628 wurden 38 Häuser gezählt. Bedingt durch die Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges sank die Zahl der Häuser bis 1640 auf 4 Häuser. Danach stieg die Einwohnerzahl bis 1696 auf 135 an.

Historische Religionszugehörigkeit

1830: 226 evangelische (= 100,00 %) Einwohner 1961: 292 v(= 91,25 %), 26 katholische (= 8,12 %) Einwohner

Persönlichkeiten Conrad Schreiner (1829–1895), Bürgermeister und Mitglied des Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Jugendzeltplatz Kammerforst direkt neben dem Sportgelände der SG Niederlauken mini|Sportlerheim der SG Niederlauken

Das Laubmännchen wird zu Pfingsten als Frühlings- und Fruchtbarkeitsfest gefeiert. Es handelt sich um einen vorchristlichen Brauch.

Wirtschaft und Infrastruktur Die Wirtschaft des Ortes war früher sehr landwirtschaftlich geprägt. Heute pendeln viele Einwohner in den Vordertaunus oder das Rhein-Main-Gebiet zur Arbeit. Größter Arbeitgeber vor Ort ist die Firma Canton. Die Spar- und Darlehenskasse Niederlauken fusionierte im Jahr 1972 mit der Raiffeisenbank Grävenwiesbach.

Das Dorf verfügt über ein Dorfgemeinschaftshaus und ein Jugendzentrum. Um die Nahversorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs sicherzustellen, betreibt der Verein „Unser Laden Niederlauken“ einen Nachbarschaftsladen, der jedoch ohne Zuschüsse nicht am Leben erhalten werden kann. FAZ vom 12. Juli 2007

Im Rahmen der Dorferneuerung wurde auch das alte Backhaus saniert. Einige restaurierte Fachwerkhäuser sind Schmuckstücke des Ortes.

Weblinks

Ortsteil Niederlauken In: Webauftritt der Gemeinde Weilrod.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise Einwohnerzahlen aus Webarchiv: 2007, 2015, 2020

Kategorie:Geographie (Weilrod) Kategorie:Ort im Hochtaunuskreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Hochtaunuskreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ersterwähnung 1249