Bei dem Zeise-Salz handelt es sich um einen Platinkomplex mit der Formel K[PtCl3(C2H4)]·H2O. Er wurde 1825 oder 1827Christoph Elschenbroich: Organometallchemie. 6. Auflage, Teubner, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-8351-0167-8, S. 367 (). von dem dänischen Chemiker William Christopher Zeise entdeckt und gilt als eine der ersten synthetisierten metallorganischen Verbindungen.

Darstellung und Gewinnung Zeise erhielt den Komplex durch Kochen von Kaliumtetrachloridoplatinat(II) (K2[PtCl4]) in Ethanol. Hierbei spaltet sich aus Ethanol Wasser ab unter der Bildung von Ethen. Dieses koordiniert dann an das Platinzentrum und bildet das Zeise-Salz. rahmenlos|hochkant=2.3|zentriert|Synthese nach Zeise

Zeise postulierte damals, dass das entstandene Salz Ethen enthielte. Dies konnte jedoch erst Jahrzehnte später bestätigt werden, als Kaliumtetrachloridoplatinat(II) mit Ethen zur Reaktion gebracht wurde und das gleiche Salz erhalten wurde.

Struktur Im Zeise-Salz ist das zentrale Platinion quadratisch-planar koordiniert. Im Festkörper steht der Ethylenligand senkrecht zu dieser Ebene, in Lösung jedoch rotiert er um die σ-Bindung zum Metallion.Christoph Elschenbroich: Organometallchemie 2002 Teubner Verlag. Die Wasserstoffatome liegen nicht wie beim Ethen in einer Ebene mit den Kohlenstoffatomen, sondern sind etwas weiter vom Platin entfernt. Die C–C-Bindung ist etwas länger als die im Ethen. Durch Eliminierung von Kaliumchlorid kann das Dimer des Zeise-Salzes erhalten werden. rahmenlos|hochkant=1.3|zentriert|Dimer des Zeise-Salzes

Einzelnachweise

Kategorie:Kaliumverbindung Kategorie:Chloridokomplex Kategorie:Platinverbindung Kategorie:Metallorganische Verbindung