mini|Stadtteil Haßloch, Max-Beckmann-Weg mini|Spazier- und Radweg an der Horlache (nördliche Grenze des Stadtteils Haßloch) Haßloch ist ein Stadtteil von Rüsselsheim am Main östlich des Stadtzentrums im südhessischen Kreis Groß-Gerau.

Geographische Lage Der Stadtteil Haßloch liegt östlich der Kernstadt Rüsselsheim und ist als einziger mit dieser baulich so gut wie zusammengewachsen, räumlich getrennt einzig durch den Ostpark. Die beiden alten Siedlungskerne sind knapp 3400 Meter voneinander entfernt. Die Gemarkungsfläche von 3,81 Quadratkilometer ist seit den 1950er Jahren in großem Stil bebaut worden. Drei neue Stadtbezirke sind entstanden: Haßloch Nord, Dicker Busch I und Dicker Busch II.

Im Norden folgt die Gemarkungsgrenze gegen Rüsselsheim dem Horlachgraben, jenseits dessen der Rüsselsheimer Stadtbezirk Horlache sowie das Waldschwimmbad liegen. Während die Horlache sich mit ihren Wasser- und Grünflächen wie eine Schleife von Norden, Osten und Süden um die bebaute Ortslage und die neuen Stadtbezirke legt, reicht die Gemarkungsgrenze im Osten und Süden gegen die Gemarkung Rüsselsheimer Wald und den Stadtteil Königstädten entlang des Grenzwegs noch etwas weiter über die Horlache hinaus und schließt mit einigen Waldparzellen auch die Anschlussstelle Rüsselsheim Ost der Bundesautobahn 67 samt Autobahnmeisterei sowie die Verteilanlage Druckerhöhung Haßloch der Fernwasserversorgung aus dem Hessischen Ried mit ein. Im Südwesten reicht die Gemarkung bis zur Adam-Opel-Straße und der Anschlussstelle Königstädten der Bundesautobahn 60. Damit liegen auch die ursprünglich nach dem im Amt verstorbenen Bürgermeister Walter Köbel benannte Großsporthalle und die Immanuel-Kant-Schule am EvreuxringDie französische Stadt Évreux ist seit 1961 Partnerstadt von Rüsselsheim. in Haßloch.Gemarkung Haßloch auf dem Im Weiteren geht die Gemarkungsgrenze im Westen und Nordwesten der Länge nach durch den Ostpark und trennt Haßloch von den Rüsselsheimer Stadtbezirken Kolonie Rübgrund und Eichgrund.

Geschichte Ortsgeschichte Haßloch wird ab Mitte des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. 1155 erwarb der Abt des Mainzer Stiftes Sankt Alban einen abseits des Dorfes gelegenen Hof und ließ ihn bewirtschaften. Das Dorf, in dem der Hof lag, wurde bald aufgegeben. 1330 erwarben die Herren von Falkenstein im Tausch gegen den Zehnten zu Ober-Eschbach und Dorf-Güll den Besitz. Von ihnen wurde in unmittelbarer Nähe des Klosterhofes eine Wasserburg eingerichtet. Diese Wasserburg entwickelte sich zum Schaden vorbeiziehender Kaufleute zu einem Raubritternest, das vor allem kurmainzerische Interessen verletzte.

Im Verlauf einer Fehde mit Kuno II. von Falkenstein wurde 1356 die Burg Haßloch von dem Mainzer Erzbischof Gerlach von Nassau besetzt; der Erzbischof erhielt 1356 von Kaiser Karl IV. das Recht zu einer Stadtgründung. Zu dieser kam es zwar nie, aber die Erzbischöfe blieben die unangefochtenen Besitzer des Orts. Im Jahr 1805 wurden die Überreste der Burg von der Gemeinde erworben.

Das kurmainzische Dorf Haßloch war lange Zeit in die Kirche von Seilfurt und nach der Zerstörung dieses Ortes durch eine Brandkatastrophe im Jahr 1476 in die von Rüsselsheim eingepfarrt. Während der Reformation wurde Haßloch vorübergehend evangelisch, um 1617 jedoch rekatholisiert und der Kirche in Flörsheim am Main unterstellt zu werden. 1828 wurde die im Jahre 1686 erbaute Kapelle zu einer Pfarrkirche erhoben, die lange Zeit auch die katholische Minderheit Rüsselsheims bis zur Errichtung der dortigen Pfarrkirche St. Georg geistlich betreute.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Haßloch:

Das räumliche Zusammenwachsen mit der benachbarten Stadt und die wirtschaftliche Orientierung nach Rüsselsheim führte dazu, dass das zu dieser Zeit etwas über 700 Einwohner zählende Dorf im Jahr 1951 eingemeindet wurde.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Haßloch angehört(e):

vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Amtsvogtei Kastel ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt,Durch den Reichsdeputationshauptschluss. Fürstentum Starkenburg, Amt Rüsselsheim ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Starkenburg, Amt Rüsselsheim ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Rüsselsheim ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk DornbergTrennung zwischen Justiz (Landgericht Großgerau) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Groß-Gerau ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Groß-Gerau ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Groß-Gerau ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Groß-Gerau ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Groß-GerauIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Groß-Gerau ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Groß-Gerau ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Groß-Gerau ab 1951: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Groß-Gerau, Stadt RüsselsheimAm 1. April 1951: Eingliederung von Haßloch in die Stadt Rüsselsheim.

Einwohnerentwicklung • 1806: 141 Einwohner, 23 Häuser • 1829: 229 Einwohner, 28 Häuser • 1867: 227 Einwohner, 36 Häuser

Beim Zensus 2011 wurden im „Gemeindeteil“ Haßloch 15.090 Einwohner gezählt., Haßloch Seite 22 der PDF-Datei 1,9 MB Ende 2017 lebten in Haßloch (Alt-Haßloch und Haßloch-Nord) 6719 Einwohner und in Dicker Busch I und II 9557 Einwohner, zusammen 16.276 Einwohner. (Zwar wird der Stadtbezirk Horlache von der Stadtverwaltung für statistische Zwecke mit seinen 1174 Einwohnern immer zusammen mit Haßloch betrachtet, liegt aber in der Gemarkung der Kernstadt Rüsselsheim und wurde deshalb hier aus der Einwohnerzahl der Gemarkung Haßloch herausgerechnet.)

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Horlache und ihr Umfeld werden als Freizeit- und Erholungsgebiet genutzt. Sie umspannt den Ortsteil Haßloch und reicht bis nach Königstädten und zum Ostpark. Durch das Naherholungsgebiet sind das Waldschwimmbad und der Sinnespfad am Naturfreundehaus zu erreichen. Auf dem Sinnespfad, der mit einem Sonderpreis des Hessischen Umweltministeriums ausgezeichnet wurde, kann man Natur hören, riechen und fühlen. Im Nordosten grenzt Haßloch an den 40 Hektar großen Ostpark, in dem sich neben Wildgehege und Spielwiesen auch ein Biergarten mit Minigolfanlage und weiteren Freizeitmöglichkeiten befindet.

Vereinsleben In der Nähe des Naherholungsgebiets an der Horlache befinden sich mehrere Gaststätten. Haßlocher Apfelwein gibt es beim Ebbelwoifest, und der Verein Mir Haßlischer sorgt für Abwechslung im kulturellen Leben.

Der Verein Kämpfer für ein freies Haßloch ist friedlicher Natur, organisiert das alljährliche Ebbelwoifest und setzt sich für die Bewahrung alter Haßlischer Traditionen ein.

Haßloch hat einen Männergesangsverein, den MGV Liederkranz Haßloch, und einen Schützenverein, den SV Tell Haßloch 1910, der von der Schüler- bis zur Altersklasse an Wettkämpfen im Sportschießen teilnimmt. Der Sportverein TV 1890 Haßloch umfasst mehrere Sportarten.

Regelmäßige Veranstaltungen Haßlocher Kerb (Ende August) mit Kerweumzug (Kerwesonntag), Kerwedreikampf der Haßlocher Vereine (Kerwesamstag) und Kerwebeerdigung (Kerwemontag) Haßlocher Ebbelwoifest Haßlocher Oktoberfest Haßlocher Weihnachtsmarkt

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Haßloch hat über die Autobahnausfahrt Rüsselsheim-Ost eine direkte Anbindung zur A 67 in Richtung Frankfurt oder Darmstadt. Außerdem verkehren mehrere Buslinien der Stadtwerke Rüsselsheim.

Bildung Kindergarten „Im Apfelgarten“, Kindergarten „Am Borngraben“, Borngrabenschule, Albrecht-Dürer-Schule (Haßloch-Nord)

Persönlichkeiten Jedes Jahr wird ein nicht in Haßloch geborener Einwohner „oigeplackt“ und durch diesen Brauch als „echter Haßlicher“ anerkannt.

Literatur

Weblinks

Stadtteil Haßloch. In: Webauftritt der Stadt Rüsselsheim.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Groß-Gerau Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Groß-Gerau) Kategorie:Gemeindeauflösung 1951 Kategorie:Geographie (Rüsselsheim am Main)