Die Baugesellschaft Hanebeck mbH war eine deutsche Bauunternehmung. Sie ging zurück auf ein 1874 gegründetes Baugeschäft und existierte bis 1995. Hauptsitz des Unternehmens war Dortmund, Niederlassungen existierten zeitweise in Braunschweig und Frankfurt am Main. Als Spezialgebiet galten Industrie-, Wasser- und Brückenbau, Rammarbeiten sowie die Sicherung historischer Bauwerke.

Geschichte Der Zimmermeister Karl HanebeckDortmunder Adreß-Buch für das Jahr 1894. Dortmund 1894, S. 127. (mit Berufsangabe Zimmermeister und Vornamens-Schreibweise Karl) machte sich im September 1874 in Dortmund als Bauunternehmer selbstständig. Schon bald spezialisierte sich das Unternehmen auf Industrie-, Wasser- und Brückenbau sowie Rammarbeiten; es war in den 1890er Jahren maßgeblich am Bau des Dortmunder Hafens beteiligt. Als Karl Hanebeck 1910 im Alter von 59 Jahren starb, führten seine drei Söhne, Bauingenieur August Hanebeck, Diplom-Ingenieur Wilhelm Hanebeck und Diplom-Kaufmann Hugo Hanebeck, das Unternehmen fort. Neben den ingenieurtechnisch anspruchsvollen Bauaufgaben im Bereich des Tief- und Hochbaus pflegte das weiterhin unter der Firma Karl Hanebeck geführte Unternehmen aber auch die ursprünglichen Tätigkeitsbereiche im Zimmermannshandwerk und in der Holzbearbeitung.vgl. diverse Anzeigen in Dortmunder Adressbüchern der 1920er Jahre

Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren etwa 60 % des Geräteparks zerstört oder verloren, in der Zeit des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders erholte sich das Unternehmen jedoch bald von diesen Verlusten. Seit den 1950er Jahren gehörte zu den Arbeitsgebieten des nun als Baugesellschaft Hanebeck mbH firmierenden Unternehmens auch die Sicherung bzw. Sanierung historischer Bauwerke. Unter Geschäftsführung durch Bernhard von Glisczynski expandierte das Unternehmen stark, unter anderem mit den Niederlassungen in Braunschweig und Frankfurt am Main. Nach dem Tod von Hugo und August Hanebeck im Jahre 1956 trat Carl August Hanebeck, der Sohn von August Hanebeck, in das Unternehmen ein. Als Wilhelm Hanebeck 1966 verstarb, wurde Carl August Hanebeck Alleininhaber der Gesellschaft, die bis 1995 existierte.

Bauwerke Industriebauten 1951: Schachtanlage „Ernst Brandi“ der Zeche Minister Stein in Dortmund-Brechten 1953–1964: Neubauten der Dortmunder Ritter-Brauerei in Dortmund 1954–1960: Neubauten der Zeche Recklinghausen in Recklinghausen 1955: Versorgungstunnel der Dortmunder Union-Brauerei in Dortmund, Rheinische Straße 1964–1966: Neubauten der Schachtanlage Grimberg 3/4 der Zeche Monopol in Bergkamen 1968–1974: Hochofen 6 der Hoesch AG in Dortmund 1966–1977: Neubauten der Kronen-Brauerei in Dortmund 1973: Zementverladeanlage und Anlegeplatz für die Seibel Zementwerke im Dortmunder Hafen 1986: Neubauten für den Schacht „Romberg“ der Zeche Werne in Werne-Langern 1986: Erweiterungsbauten der Kokerei Zollverein in Essen

Brücken um 1927: Straßenbrücke über die Weser bei Vlotho 1954: Straßenbrücke Uentrop 1957–1958, 1961–1962: Autobahnbrücke über die Volme und die Bundesstraße 54 in Hagen 1972–1976: Kanalbrücke in Hamm-Schmehausen 1960: Brücke der Warendorfer Straße über den Dortmund-Ems-Kanal in Münster 1977–1984: Brücke der Altendorfer Straße in Marl 1978–1979: Eisenbahnbrücke über die Ruhr in Neheim 1983–1989: Brücke in Duisburg-Wedau

Wasserbau- und Rammarbeiten 1920–1921: Wasserkraftwerk Westhofen (Ruhr) 1951: Ruhrwehr Dahlhausen 1953: Wasser-Erdbehälter in Soest 1955–1956: Hafen der Zeche Haus Aden in Bergkamen 1955–1956: Lippewehr Heessen 1955–1956: Emswehr Hanekenfähr bei Lingen 1957–1958: Neubauten für das Kraftwerk Gemeinschaftswerk Hattingen der VEW 1958–1960: Verlegung der Volme 1958–1964: Pumpwerk Herringen 1960: neues Schiffshebewerk Henrichenburg 1963–1979: Erweiterungsbauten für den Hafen Dortmund 1963–1964: Vorflutkanal Westfaliastraße in Dortmund 1964–1967, 1987–1988: Wehranlage Wickede (Ruhr) 1970–1973: Pumpwerk Wickede (Ruhr) 1971–1972: Emswehr Warendorf 1972: Neubau Klärwerk Oelbachtal in Querenburg 1975–1981: Pumpwerke in Gelsenkirchen 1985–1988: Ruhr-Stauwehr Schwitten 1989–1992: Pumpwerk Hamm

Hochbauten 1952: Großmarkt-Anlage in Dortmund 1952–1955: Neubauten des Schlachthofs in Dortmund 1954–1955: Polizeipräsidium in Dortmund 1960–1961: Burgholzschule in Dortmund 1964–1965: katholische Kirche St. Nikolaus von Flüe in Brackel 1979–1982: Umbau der alten Sparkasse zum Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund

Sicherung historischer Bauwerke Kirchen in Bochold, Brockhagen, Bünde, Cappel, Cappenberg, Dortmund (Eichlinghofen, Kirchderne, Kirchlinde), Freckenhorst, Georgsmarienhütte, Gütersloh, Helpup, Herten-Westerholt, Höxter, Langenhorst, Lemgo, Lette, Lünern, Marienfeld, Meggen, Mesum, Münster, Neubeckum, Neuenkirchen, Niederwenigern, Oberaden, Opherdicke, Recklinghausen, Rheine, Vreden, Warendorf, Wattenscheid, Wöbbel u. a. (in den Jahren 1958–1986) Schlösser in Bodelschwingh, Herten, Lenhausen, Moyland, Oberwerries, Ravensberg, Tatenhausen (in den Jahren 1959–1988) sonstige Bauwerke: Torhaus Brünninghausen (1957–1959), Haus Wenge (1966–1969), Burg Lüdinghausen (1969–1972), Haus Martfeld in Schwelm (1971–1980), Schornstein der Zeche Nachtigall in Bommern (1976–1980), Haus Langendreer (1977–1980)

Weblinks Beschreibung zum Bestand F 135 - Baugesellschaft Hanebeck mbH im Westfälischen Wirtschaftsarchiv (Dortmund) auf www.archive.nrw.de, zuletzt abgerufen am 21. Dezember 2024

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Dortmund) Kategorie:Ehemaliges Bauunternehmen (Deutschland) Kategorie:Unternehmensgründung 1874 Kategorie:Aufgelöst 1995