Max Obal, gebürtig Max David Gotthelf Sroke, (* 4. September 1881 in Brieg, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk BreslauLandkreis Brieg siehe Seite territorial.de; † 18. Mai 1949 in Berlin) war ein deutscher Sänger, Schauspieler, Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmmusikkomponist.
Leben Max Sroke ließ sich in Optik und Feinmechanik ausbilden, danach besuchte er die Schauspielschule des Großen Schauspielhauses in Hamburg. Bei seinem Debüt im Jahr 1901 als Chorsänger am Hamburger Carl-Schultze-Theater trug er bereits den Künstlernamen „Max Obal“.
Danach trat er unter anderem in Bremen, Leipzig, Köln und erneut Hamburg auf. 1907 kam er nach Berlin, wo er am Theater des Westens ein Engagement erhielt. Mit Fred Carlo eines der Pseudonyme, unter denen der ubiquitäre Tenor Max Kuttner arbeitete. und Fritz Wallner im Terzett besang er im Dezember 1907 die Homokord-Schallplatte Nr. 1893 mit dem Weiber-Marsch aus Lehárs Operette “Die lustige Witwe”. Ebenso sang er in der Gesamtaufnahme dieser Operette mit, welche die Gramophone Company im selben Jahre unternahm. vgl. operadis org.uk
Seine erste Filmrolle erhielt Obal 1905; zwischen 1911 und 1912 wirkte er als Schauspieler in mehreren Filmen von Urban Gad mit ; 1911 war Obal als Varietékomiker Goldmann in dem Tanzfilm Nachtfalter Partner von Asta Nielsen. 1913 spielte er die Titelrolle in Alfred Linds Abenteuerfilm Turi, der Wanderlappe. In dem Action-Drama Sein Rekordflug von 1914 führte Obal Regie und schrieb auch das Drehbuch.
Max Obal wandte sich von da an ganz der Filmregie zu und inszenierte besonders Kriminal- und Abenteuerfilme (so 1921 Das Rattenloch und 1927 den romantischen Abenteuerfilm Der größte Gauner des Jahrhunderts), Filmdramen und Melodramen (so 1930 seinen ersten Tonfilm Die lustigen Musikanten), seltener Komödien. Einige Male war er dabei auch Co-Drehbuchautor. Mit Anbruch des Tonfilmzeitalters erhielt Obal immer weniger Regieaufträge und beendete seine Arbeit für den Film 1937/38 mit zwei Kurzfilmen.
Max Obal beging im Mai 1949 SelbstmordLandesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Berlin-Wilmersdorf, Nr. 986/1949, seine Tochter, die Cutterin Munni Obal, hatte sich zweieinhalb Jahre zuvor das Leben genommen.
Filmografie (als Regisseur) 1911: Die Verräterin (nur Darsteller) 1911: Der Sieg des Hosenrocks (auch Darsteller) 1911: Nachtfalter (nur Darsteller) 1911: Im großen Augenblick (nur Darsteller) 1911: Der Höflichkeitsabend 1912: Die arme Jenny (nur Darsteller) 1912: Das Komödiantenkind 1912: Die Wildkatze 1912: Auf Leben und Tod 1912: Der Kampf um das Erbe 1912: Der Todessturz 1912: Die Bajadere 1913: Turi, der Wanderlappe (nur Darsteller) 1913: Das ist der Krieg 1913: Auf dem Felde der Ehre 1913: Der Verführte 1913: Der Herr des Todes 1914: Die Launen einer Weltdame 1914: Der Flug zur Westgrenze 1914: Die Löwenbraut 1915: Die Flammen des Mars 1920: George Bully 1921: Der große Chef 1921: Camera obscura 1924: Die malayische Dschonke 1925: Der Schuß im Pavillon 1925: Das Geheimnis einer Stunde 1927: Der Abgrund des Todes 1927: Der größte Gauner des Jahrhunderts (auch Drehbuch) 1927: Die Frauen von Folies Bergères (auch Drehbuch) 1927: Rinaldo Rinaldini 1927: Der Unüberwindliche (auch Drehbuch) 1927: Mein Freund Harry 1927: Tempo! Tempo! (auch Drehbuch) 1928: Liebe im Schnee 1928: Der moderne Casanova 1929: Die Konkurrenz platzt! 1930: Die lustigen Musikanten (auch Drehbuch) 1930: Die Jagd nach der Million 1931: Reserve hat Ruh 1932: Abenteuer im Engadin 1933: Die Fahrt ins Grüne 1933: Zwei gute Kameraden 1933: Die vom Niederrhein 1934: Annette im Paradies 1934: Jede Frau hat ein Geheimnis 1935: Der Klosterjäger 1936: Schloß Vogelöd 1938: Kriminalfall Erich Lemke (Kurzfilm) 1938: Ich sehe hell, ich sehe dunkel (Kurzfilm)
Tondokumente Gramophone Concert Record, aufgen. 1907:
mit Louise Obermaier, Marie Ottmann, Max Kuttner (als „Fred Carlo“) und Gustav Matzner und Orchester, Dirigent Bruno Seidler-Winkler: 2-44 243 (mx. 3087 r) “Die lustige Witwe” (Lehár) Finale 1.Akt, 1. Teil 2-44 244 (mx. 3088 r) “Die lustige Witwe” (Lehár) Finale 1.Akt, 2. Teil 2-44 246 (mx. 3090 r) “Die lustige Witwe” (Lehár) Weiber-Marsch 2. Akt 2-44 263 (mx. 3246 r) “Die lustige Witwe” (Lehár) Introduktion 41 983 (mx. 3075 r) “Die lustige Witwe” (Lehár) Ensemble-Dialog 1. Akt 41 987 (mx. 3089 r) “Die lustige Witwe” (Lehár) Ensemble-Dialog 2. Akt 41 998 (mx. 3247 r) “Die lustige Witwe” (Lehár) Dialog 1. Akt
Homokord Nr. 1893 [17 12 7 A] Weiber-Marsch aus „Die lustige Witwe“ (Lehár) mit Max Kuttner (als Fred Carlo) und Fritz Wallner
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