Die Beratende Landesversammlung für Württemberg-Hohenzollern war ein nach dem Zweiten Weltkrieg bestehendes Gremium zur Ausarbeitung einer Landesverfassung. Als Vorgänger des Landtages für Württemberg-Hohenzollern entsprach sie den Beratenden Landesversammlungen in den beiden anderen Ländern der französischen Besatzungszone Rheinland-Pfalz und Baden sowie den Ernannten Landtagen der Länder in der amerikanischen und britischen Besatzungszone. Die von ihr ausgearbeitete Verfassung für Württemberg-Hohenzollern wurde am 18. Mai 1947 in einer Volksabstimmung angenommen.

Geschichte Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Länder Baden und Württemberg zwischen der amerikanischen Besatzungszone im Norden und der französischen im Süden aufgeteilt. Innerhalb der französischen Zone wurden die Länder Württemberg-Hohenzollern und Baden gegründet, in der amerikanischen Zone das Land Württemberg-Baden.

Am 16. Oktober 1945 gründete die französische Besatzungsmacht eine als „Staatssekretariat“ bezeichnete provisorische Regierung in Württemberg-Hohenzollern. Als Beratungsgremium für diese Regierung wurde eine Konferenz der Landräte und Oberbürgermeister eingerichtet, die erstmals am 3. November 1945 in Tübingen zusammenkam und danach regelmäßig an verschiedenen Orten des Landes tagte.

Die französische Militärverwaltung ordnete am 8. Oktober 1946Verordnung Nr. 6 des französischen Oberkommandos in Deutschland die Konstituierung der „Beratenden Landesversammlung für Württemberg-Hohenzollern“ an, deren Hauptaufgabe die Ausarbeitung eines Verfassungsentwurfs sein sollte. Nachdem am 15. September 1946 Wahlen für die GemeinderäteGrundlage war die und am 13. Oktober 1946 Wahlen für die KreisversammlungenGrundlage war die durchgeführt worden waren, erfolgte die Wahl der Mitglieder der Beratenden Landesversammlung am 17. November 1946. Die Wahl erfolgte nach dem VerhältniswahlsystemArtikel 2 und 9 der über die Listen der zugelassenen ParteienArtikel 6 der durch zwei Wahlgremien. Das erste Wahlgremium bestand aus den Delegierten der KreisversammlungenArtikel 3 der , dem zweiten Gremium gehörten die Gemeinderäte der Städte über 7.000 EinwohnerArtikel 4 der an. Wählbar waren nur Bürgermeister, Mitglieder der Gemeinderäte und Mitglieder der Kreisversammlungen.Artikel 8 der

Die Beratende Landesversammlung trat am 22. November 1946 zu ihrer konstituierenden Sitzung unter dem Alterspräsidenten Emil Niethammer im Schloss Bebenhausen zusammen. Sie verabschiedete den von ihr ausgearbeiteten Verfassungsentwurf am 22. April 1947. Die letzte Sitzung der Versammlung fand am 9. Mai 1947 statt. Nachdem die französische Militärregierung dem Text der Verfassung zugestimmt hatte, wurde die Verfassung der Bevölkerung gleichzeitig mit der Wahl zum ersten Landtag am 18. Mai 1947 zur Abstimmung vorgelegt. Sie erhielt 268.701 Ja-Stimmen bei 116.045 Nein-Stimmen.

Präsident Auf der konstituierenden Sitzung der Beratenden Landesversammlung am 22. November 1946 wurde Karl Gengler (CDU) zu ihrem Präsidenten gewählt. Erster Stellvertreter war Fritz Fleck (SPD), Zweiter Stellvertreter Karl Kübler (DVP).

Direktor bei der Beratenden Landesversammlung war Friedrich Seethaler.

Zusammensetzung Die Beratende Landesversammlung setzte sich einschließlich drei Abgeordneten aus dem bayerischen Kreis Lindau wie folgt zusammenLandtag von Baden-Württemberg (Hrsg.): MdL, die Abgeordneten der Landtage in Baden-Württemberg 1946–1978. Stuttgart 1978, ISBN 3-12-911930-2, Seite 200:

FraktionAbgeordnete CDU 42 SPD 14 DVP 8 KPD 4 gesamt 68

Mitglieder

Name Lebens-daten Fraktion Anmerkung 1892–1968 CDU 1908–1979 KPD 1878–1975 CDU 1900–1985 CDU 1902–1981 CDU 1889–1959 CDU 1883–1948 CDU 1887–1971 CDU 1899–1981 CDU 1892–1953 CDU 1898–1977 CDU 1884–1965 DVP 1913–1967 SPD 1890–1974 CDU 1891–1958 CDU 1890–1966 SPD 1886–1974 CDU 1878–1964 DVP Vertreter des Landkreises Lindau 1890–1953 CDU Vertreter des Landkreises Lindau 1907–1980 CDU 1894–1958 CDU 1880–1957 CDU 1874–1959 CDU 1899–1991 CDU 1886–1953 SPD 1887–1966 DVP 1872–1952 CDU 1893–1951 CDU 1906–1987 SPD 1897–1979 SPD 1916–1991 DVP 1893–1962 DVP 1880–1955 DVP 1903–1966 SPD 1903–1993 CDU 1906–1973 DVP 1894–1978 CDU 1897–1972 CDU 1908–1993 SPD 1877–1949 CDU 1869–1956 CDU 1876–1951 CDU 1911–1975 SPD 1884–1960 SPD 1907–1989 SPD 1902–1981 CDU 1896–1965 CDU 1890–1969 CDU 1896–1979 SPD 1888–1979 CDU Vertreter des Landkreises Lindau 1880–1956 CDU 1893–1978 CDU 1891–1971 SPD 1893–1972 CDU 1885–1955 CDU 1903–1974 CDU 1889–1951 DVP 1893–1977 SPD 1911–1966 CDU 1908–1961 CDU 1883–1964 CDU 1885–1961 CDU 1889–1959 SPD 1894–1962 KPD 1901–1988 KPD 1891–1983 CDU 1914–1974 CDU 1894–1954 KPD

Einzelnachweise und Anmerkungen

Literatur Landtag von Baden-Württemberg (Hrsg.): MdL, die Abgeordneten der Landtage in Baden-Württemberg 1946–1978. Stuttgart 1978, ISBN 3-12-911930-2, Seite 37–38

WurttembergHohenzollern, Beratende Versammlung Kategorie:Landtag für Württemberg-Hohenzollern Kategorie:Französische Besatzungszone WurttembergHohenzollern WurttembergHohenzollern Wurttemberg-Hohenzollern Kategorie:Geschichte Baden-Württembergs (20. Jahrhundert)