Karl Attenberger (* 28. Oktober 1885 in München; † 19. November 1951 ebenda) war ein deutscher Kameramann.

Leben Der Bruder des Regisseurs und Produzenten Toni Attenberger erhielt seine fotografische Ausbildung an der Technischen Hochschule München. Ab 1906 arbeitete er als Kameraassistent beim Film, und 1917 war er erstmals selbst für die Aufnahmen verantwortlich.

Attenberger kam vor allem bei Heimatfilmen der bayerischen Filmfirma Emelka mit Regisseur Franz Seitz zum Einsatz, hin und wieder drehte er aber auch in Berlin, zum Beispiel für die Prometheus Film. In den 1930er Jahren stand er bei den Adaptionen der Romane von Ludwig Ganghofer für den Münchner Produzenten Peter Ostermayr hinter der Kamera. Er gehörte auch zu den Kameraleuten, die an Leni Riefenstahls Reichsparteitagsfilm Triumph des Willens beteiligt waren.

1940 äußerte er sich in einem Café kritisch über die deutsche Führung und das nationalsozialistische System, woraufhin er von zwei Soldaten auf Heimaturlaub denunziert wurde. Attenberger wurde im Juni 1940 wegen Wehrkraftzersetzung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt und am 6. März 1941Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Mit einem Geleitwort von Paul Spiegel. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 44. aus der Fachschaft Film der Reichsfilmkammer ausgeschlossen.

Erst im November 1942 wurde er wieder aufgenommen, durfte aber nur noch sechs Werbekurzfilme und zwei Märchenverfilmungen drehen. In der Nachkriegszeit lieferte der krebskranke Kameramann noch die Bilder zu Dokumentationen über die kriegszerstörten Städte Nürnberg und München sowie zu einigen Puppenfilmen.

Filmografie 1917: Der Rubin des Maharadscha 1919: Dr. Steffens seltsamster Fall 1919: Die Ehe einer Achtzehnjährigen 1920: Das ausgeschnittene Gesicht 1920: Der letzte Schuß 1920: Durch alle Höllen 1920: Das Ende des Abenteuers Paolo de Gaspardo 1921: Der rote Schatten 1921: Tom Mürger, der Bankräuber 1921: Die Flucht ins Jenseits 1921: Der Christus von Oberammergau 1922: Marcco, der Todeskandidat 1922: Marcco kennt keine Furcht 1922: Marccos schwerer Sieg 1922: Der Favorit der Königin 1922: Marcco, der Ringer des Mikado 1922: Christoph Columbus 1924: Das blonde Hannele 1924: Um eines Weibes Ehre 1925: Das Geheimnis einer Stunde 1925: Marcco, der Bezwinger des Todes 1926: Das Lebenslied 1926: Überflüssige Menschen 1926: Heimliche Sünder 1926: Schenk mir das Leben 1926: Die Villa im Tiergarten 1927: Klettermaxe 1927: Was die Kinder ihren Eltern verschweigen 1927: Männer vor der Ehe 1927: Die raffinierteste Frau Berlins 1928: Kindertragödie 1928: Wo die Alpenrosen blüh’n 1928: Die Dame in Schwarz 1929: Der Grenzjäger 1929: Wildschütz Jennerwein 1929: Andreas Hofer 1930: Der Herrgottschnitzer von Oberammergau 1930: Der Mönch von St. Bartholomä 1930: Wildschütz Jennerwein. Herzen in Not 1930: Das heilige Schweigen 1930: Wenn die Abendglocken läuten 1930: Glühende Berge – Flammendes Herz 1931: Der bebende Berg 1931: Im Banne der Berge 1933: Gipfelstürmer 1934: Schloß Hubertus 1935: In einem kühlen Grunde 1935: Der Klosterjäger 1935: Triumph des Willens 1936: Schloß Vogelöd 1936: Standschütze Bruggler 1936: Der Jäger von Fall 1937: Der Antennendraht 1937: Das Schweigen im Walde 1938: Pitty (Kurzfilm) 1938: Um Kopf und Kragen (Kurzfilm) 1938: Männer soll man nicht alleine lassen 1938: Gewitter im Mai 1940: Beates Flitterwoche 1944: Der kleine Muck 1944: Frau Holle 1948: Ein Faß voll Spaß (Puppenkurzfilm) 1948: Das Glücksschwein (Puppenkurzfilm) 1948: Das verzauberte Tüchlein (Puppenkurzfilm)

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Erster Band A – C. Erik Aaes – Jack Carson, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 173 f.

Weblinks

Anmerkung

Kategorie:Kameramann Kategorie:Darstellender Künstler (München) Kategorie:Person (Stummfilm) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1885 Kategorie:Gestorben 1951 Kategorie:Mann