mini|Gebäude nach dem Umbau mini|Museum Gunzenhauser, Luftaufnahme alternativtext=Museum Gunzenhauser 2021|mini|Museum Gunzenhauser 2021 Das Museum Gunzenhauser der Kunstsammlungen Chemnitz ist ein Kunstmuseum der Klassischen Moderne in Chemnitz. Es umfasst die aus 2459 Werken von 270 Künstlern des 20. Jahrhunderts bestehende Sammlung des Münchner Kunsthändlers Alfred Gunzenhauser. Hiervon befinden sich 300 Werke in der Dauerausstellung. Das Museum Gunzenhauser wurde am 1. Dezember 2007 im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler eröffnet und ist damit das erste Sammlermuseum in den neuen Bundesländern. Die Verwaltung liegt in der Hand der Kunstsammlungen Chemnitz. Das Museum befindet sich unweit des Falkeplatzes, an der Ecke zwischen Stollberger und Zwickauer Straße.

Baugeschichte mini|Museum bei Nacht Das Museumsgebäude wurde in den Jahren 1928 bis 1930 als ehemaliger Hauptsitz der Sparkasse Chemnitz im Stil der Neuen Sachlichkeit erbaut und war eines der ersten Hochhäuser in Chemnitz. Fred Otto (1883–1944), Stadtbaurat für Hochbau von 1925 bis 1944, verzichtete bewusst auf alles Schmückende und verwendete für die Fassaden hellen, beigefarbenen Travertin. So kamen die ausgewogenen Proportionen und die klare Gliederung des Gebäudes gut zur Wirkung. Ästhetisches Zentrum des Gebäudes ist die durch ein Glasdach belichtete ehemalige Kassenhalle. Beim Umbau zum Museum, der 9,5 Mio. Euro kostete, wurden die räumlichen Potentiale des bestehenden Gebäudes durch den Berliner Architekten Volker Staab optimal genutzt und bauliche Ergänzungen und Eingriffe so klein wie möglich gehalten.

Sammlung Der Münchner Galerist Alfred Gunzenhauser unterschrieb im Juli 2003 das Vertragswerk zur dauerhaften Präsentation seiner Sammlung in Chemnitz. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgte im Dezember 2007. Hauptbestandteil der privaten Sammlung ist ein umfassender Bestand von Werken des Expressionismus. Den lokalen Wurzeln der „Brücke“ entsprechend finden sich in der Ausstellung auch Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, die durch ihre gemeinsame Schulzeit in Chemnitz miteinander verbunden waren. Quantitativ stärker vertreten sind Werke von Alexej von Jawlensky – mit 76 Arbeiten die zweitgrößte Sammlung des russischen Künstlers weltweit – und Gabriele Münter vom „Blauen Reiter“ mit 55 Gemälden, Hinterglasmalereien und druckgraphischen Arbeiten. Die Jawlensky-Sammlung ist die zweitgrößte Deutschlands. Beide expressionistischen Künstlergruppen werden ergänzt von Werken verschiedener Künstler wie Christian Rohlfs, Paula Modersohn-Becker und Helmut Kolle. Max Beckmann ist mit interessanten Gemälden aus den 1930er- und 1940er-Jahren vertreten. Aus der Zeit der Weimarer Republik kommen Werke von Karl Hubbuch, Franz Radziwill, Alexander Kanoldt, Georg Schrimpf und Gustav Wunderwald. 114 Arbeiten stammen von Conrad Felixmüller.

Herzstück des Museums ist mit 290 Arbeiten eine der größten musealen Sammlungen von Otto Dix. Die gesamte 3. Etage des Museums ist ihm gewidmet. Das erste in Öl gemalte Selbstbildnis von 1912, frühe Gemälde aus der Zeit an der Dresdner Kunstgewerbeschule, wichtige Aquarelle und Gouachen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs sowie bedeutende Werke der 1920er-Jahre, Werke aus der Zeit der Inneren Emigration und repräsentative Beispiele aus dem Spätwerk sind in dieser Sammlung beinhaltet. Aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stammen Werke von Willi Baumeister, Fritz Winter, Ernst Wilhelm Nay, Bernard Schultze und Emil Schumacher sowie von Karl Hofer, Johannes Grützke, Horst Antes, Klaus Fußmann, Karl Horst Hödicke und Rainer Fetting. Erwähnenswert sind weiterhin die ausgestellten Werke von Lovis Corinth.

Sonderausstellungen 2008: Gabriele Münter - Gemälde, Hinterglasmalerei, Arbeiten auf Papier 2009: Uwe Lausen – Gemälde 2009: Gerhard Altenbourg, Horst Hussel – Werke im Museum Gunzenhauser 2010: Sommerausstellung – Blick in die Sammlung 2010: Guido Seeber – FilmKunst in der Weimarer Republik 2010: Helmut Kolle – Ein Deutscher in Paris 2011: Ich Dix bin das A und das O – Selbstporträts von Otto Dix im Museum Gunzenhauser 2011: Otto Dix in Chemnitz 2011: Orpheus und die Tiere – Ein Wandbild für Chemnitz von Otto Dix 2011: Trau deinen Augen, Otto Dix – Ein Fotoporträt 2012: Antes Grützke Hödicke Fetting 2012: Otto Dix – Die Sammlung Dr. Alfred Gunzenhauser 2012: Conrad Felixmüller – Zwischen Kunst und Politik 2013: Sezessionisten – Gemälde und Plastiken der Jahrhundertwende 1900 aus der Sammlung Dr. Alfred Gunzenhauser 2013: Jawlensky neu gesehen 2014: Fred Thieler – Malerei 2014: Paul Altmann – Konsequenz 2014: Ernst Ludwig Kirchner in den Kunstsammlungen Chemnitz 2015: Jens Schubert – Promethium 2015: Nora Mona BachNora Mona Bach. In: galerie-born.de, abgerufen am 23. März 2021. – Epilog 2015: POP - David Hockney, Uwe Lausen, Andy Warhol 2015: Ronny Szillo – Throw plenty of dirt and some will be sure to stick 2015: Konrad Henker – Radierungen 2016: Erich Heckel – 120 Werke 2016: Reza Derakshani 2016: 7. Ausstellung der Reihe Junge zeitgenössische Kunst aus Sachsen: Clemens Tremmel. ekstasis 2016: 8. Ausstellung der Reihe Junge zeitgenössische Kunst aus Sachsen: Triestram. Goldene Aue 2018: 300 X DIX. Werke von 1912 bis 1969.

Literatur Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 125. Thomas Friedrich: Ein gelungenes Gebäude für eine wundervolle Ausstellung. Das Museum Gunzenhauser in Chemnitz. In: Sächsische Heimatblätter. 54 (2008), Nr. 1, S. 2–11. Ingrid Mössinger (Hrsg.): Kunstsammlungen Chemnitz, Museum Gunzenhauser. Prestel, München u. a. 2007, ISBN 978-3-7913-3841-5.

Weblinks

Museum Gunzenhauser Museum Gunzenhauser in der Freien Presse

Einzelnachweise

Kategorie:Kunstmuseum in Sachsen Kategorie:Museum in Chemnitz Kategorie:Kunstsammlung Kategorie:Kulturdenkmal in Chemnitz Kategorie:Kunstsammlungen Chemnitz Kategorie:Museumsgründung 2007