mini|hochkant=2|Demokratieindex 2025 Vollständige Demokratien Unvollständige Demokratien Hybridregime (Mischformen) Autoritäre Regime Der Demokratieindex (englisch Democracy Index) ist ein von der britischen Zeitschrift The Economist berechneter Index, der den Grad der Demokratie in 167 Staaten misst (siehe auch Demokratiemessung). Er wurde erstmals im Jahre 2006 und seit 2010 jährlich veröffentlicht. Der aktuelle Demokratieindex 2025 wurde im April 2026 veröffentlicht.
Jedes Land wird anhand fünf verschiedener Faktoren (Wahlprozess und Pluralismus, Funktionsweise der Regierung, Politische Teilhabe, Politische Kultur, Bürgerrechte) bewertet und anhand der errechneten Punktzahl in eine von vier Kategorien einsortiert: Vollständige Demokratien, unvollständige Demokratien, Hybridregime (Mischformen aus Demokratie und autoritärem Regime) und autoritäre Regime (ugs. „Diktatur“).
Laut dem Demokratieindex 2024 hat sich die weltweite Lage im Vergleich zum Vorjahr mit einem Minus von 0,06 auf 5,17 verschlechtert. Demnach leben derzeit 42,5 % (−1,8 %) der Weltbevölkerung in einer Demokratie, in einer vollständigen Demokratie lebten jedoch nur 15 %. Hingegen lebten 35,9 % (+0,5 %) in einer Diktatur.EIU-Report 2024, abgerufen am 10. April 2025 Unter den ersten sechs Plätzen befanden sich 2025 alle fünf Staaten Skandinaviens (Plätze 1, 3, 4, 5 und 6) sowie Neuseeland (Platz 2). Auf den letzten drei Plätzen liegen wie 2023 und 2024 Nordkorea, Myanmar und Afghanistan.
Deutschland, Österreich und die Schweiz zählen zu den „vollständigen Demokratien“, die Vereinigten Staaten, Indien und Brasilien sind „unvollständige Demokratien“. „Hybridregime“ sind unter anderem Mexiko, die Türkei und die Ukraine. China, Russland und Iran hingegen gelten als „autoritäre Regime“, und belegen damit einige der letzten Plätze. Einige Staaten sind nicht im Index aufgeführt. Das kann drei unterschiedliche Gründe haben: Der Staat ist klein (z. B. Liechtenstein), gescheitert (z. B. Somalia), oder ein De-facto-Staat, aber kein Mitglied bei den Vereinten Nationen (z. B. Kosovo).
Vergleichbare Demokratieskalen sind die V-Dem Demokratieindizes, der Bertelsmann Transformation Index sowie der jährliche Bericht von Freedom House.
Methodik Der Demokratieindex basiert auf 60 Fragen, jede mit drei, mitunter auch nur zwei Antwortmöglichkeiten. The Economist Intelligence Unit 2013 (PDF-Datei) Antworten erhalten keinen oder 1 Punkt, bei drei Möglichkeiten erhält eine der Antworten einen halben Punkt. Die meisten Antworten sind Expertenurteile, wobei nicht dargelegt wird, wie viele und welche Experten herangezogen wurden. Einige Antworten basieren auf öffentlichen Umfragen in den einzelnen Ländern. Bei fehlenden Umfragedaten für ein Land wird die Lücke durch Ergebnisse aus vergleichbaren Ländern und Expertenurteilen gefüllt.
Faktoren bei der Erstellung des Demokratie-Indexes sind: Wahlprozess und Pluralismus. Beispiel: „Sind die Wahlen frei und gerecht?“ – a) sie sind frei und gerecht (1 Punkt), b) sie sind frei, aber nicht gerecht (0,5 Punkte), c) sie sind weder frei noch gerecht (0 Punkte). Funktionsweise der Regierung. Beispiel: „Bestimmen frei gewählte Abgeordnete über die Politik der Regierung?“ – a) ja (1 Punkt), b) sie üben einen bedeutsamen Einfluss aus (0,5 Punkte), c) nein (0 Punkte). Politische Teilhabe. Beispiel: Anteil der Staatsbürger, die laut der Umfrage World Health Survey Politik in den Medien (Radio, Fernsehen, Zeitungen) verfolgen. – a) über 50 % (1 Punkt), b) 30 % bis 50 % (0,5 Punkte), c) unter 30 % (0 Punkte). Politische Kultur. Beispiel: „Gibt es einen ausreichenden gesellschaftlichen Konsens, der eine stabile und funktionierende Demokratie stützt?“ – a) ja (1 Punkt), b) ja, aber es gibt ernste Zweifel und Risiken (0,5 Punkte), c) nein (0 Punkte). Bürgerrechte. Beispiel: „Wird vom Staat Folter angewandt?“ – a) nein (1 Punkt), b) ja (0 Punkte).
Die Punkte eines Landes innerhalb eines Bereiches werden addiert, mit 10 multipliziert und durch die Zahl der Fragen geteilt. Der Gesamt-Index ergibt sich aus dem Durchschnitt der 5 Bereiche. Anhand dieses Wertes wird das Land daraufhin in eine der vier Kategorien einsortiert:
Vollständige Demokratie: 8,01 bis 10,00 Punkte Unvollständige Demokratie: 6,01 bis 8,00 Punkte Hybridregime: 4,01 bis 6,00 Punkte Autoritäres Regime: 0,00 bis 4,00 Punkte
Die Regierungssysteme der untersuchten Staaten werden in vollständige Demokratien, unvollständige Demokratien, Hybridregime und autoritäre Regime aufgeteilt, und zwar unabhängig von der genaueren Ausgestaltung (Konstitution), also auf Basis einer linearen Skala von „sehr demokratisch“ bis „sehr undemokratisch“ oder von „kaum diktatorisch“ bis „sehr diktatorisch“.
In den aktuellen Demokratieindexen schneiden parlamentarische Monarchien ungewöhnlich gut ab, obwohl deren Monarchen nicht vom Volk gewählt werden und auf Lebenszeit eine wichtige Rolle in der Staatsrepräsentation oder der Exekutive spielen können. Demokratische Republiken, die die fünf untersuchten Kriterien gut erfüllen, schneiden etwas schlechter ab.
In gefährlichen Staaten, wo die politischen Beobachter von The Economist nur sehr begrenzte Informationen haben, sind die Demokratiewerte besonders ungenau.The Economist: The Economist Intelligence Unit’s index of democracy
Im Allgemeinen korrelieren die Werte des beschriebenen Demokratieindex gut mit den ungenaueren Werten frei, teilweise frei und nicht frei des Demokratieindex von Freedom House.Freedom House: Freedom in the World 2018
Index nach Ländern im Zeitverlauf