Fallout 3 ist ein Action-Rollenspiel des US-amerikanischen Spieleentwicklers Bethesda Game Studios in der postapokalyptischen Spielwelt der gleichnamigen Fallout-Spielereihe. Es ist die fünfte Veröffentlichung innerhalb der Serie und nach Fallout und Fallout 2 das dritte Spiel der Hauptserie. Schauplatz ist das durch einen Atomkrieg lebensfeindlich gewordene Stadtgebiet und Umland von Washington, D.C., das der Spielercharakter nach seinem Aufwachsen in einem Atomschutzbunker auf der Suche nach seinem Vater erstmals erkundet. Fallout 3 wurde am 28. Oktober 2008 in den USA und am 31. Oktober 2008 in Europa veröffentlicht. Es wurde über 4,7 Millionen Mal ausgeliefert (Stand: November 2008), in Folge wurden mehrere Download-Erweiterungen veröffentlicht. Zwei Jahre darauf erschien der von Fallout 3 losgelöste Ableger Fallout: New Vegas.

Handlung Hintergrund

Anders als die beiden Vorgänger spielt Fallout 3 nicht an der West-, sondern an der Ostküste der USA in der US-Hauptstadt Washington, D.C. Das Szenario basiert dabei auf einer postapokalyptischen Welt im Jahr 2277. Am 23. Oktober 2077 wurde die Welt durch den „Großen Krieg“, einem zweistündigen nuklearen Schlagabtausch zwischen den USA und China, größtenteils zerstört. Diesem Krieg entkamen nur diejenigen Menschen unbeschadet, die Zuflucht in gigantischen Atombunkern, sogenannten Vaults, fanden; alle anderen kamen entweder ums Leben oder wurden anderweitig in Mitleidenschaft gezogen.

Der Spieler selbst stammt aus der Vault 101, einer von mehreren Vaults im Großraum Washington. Zum Zeitpunkt des Spiels wird die Welt außerhalb der Vault, das sogenannte „Ödland der Hauptstadt“, eine von Ruinen geprägte atomare Wüste, von verschiedenen, häufig verfeindeten Fraktionen mit unterschiedlichen Zielen und einer teils grotesk mutierten Fauna bevölkert. Politische oder gesellschaftliche Strukturen sind praktisch nicht existent, es existiert auch keine offizielle US-Regierung. Menschliche Spuren beschränken sich auf kleine Siedlungen und Lager. Das Stadtgebiet von Washington, D.C. ist Kriegsgebiet.

Die Geschehnisse in Fallout 3 finden dabei in einem Alternativuniversum statt, in dem die menschliche Kultur in den Sicht- und Denkweisen der 1950er-Jahre stehen geblieben ist. Vor allem die Naivität der 50er-Jahre hinsichtlich eines möglichen Atomkrieges ist allgegenwärtig. Ein Großteil der Umgebung als auch das Aussehen der Nicht-Spieler-Charaktere erinnert stark an Mode und Geschmack der 50er. Lediglich im Bereich der Nukleartechnik und der Robotik wurden nennenswerte Fortschritte erzielt, was zu starken Kontrasten führt – auf der einen Seite Lasergewehre, Schwebebahnen und nukleargetriebene Autos, auf der anderen die Lockheed P-80 Shooting Star als Standard-Jagdflieger der U.S. Air Force des Jahres 2077.

Die Welt von Fallout basiert insgesamt stark auf den wirklichen Vorstellungen, welche die Menschen Mitte des 20. Jahrhunderts von der Zukunft hatten.

Das gesamte Spiel präsentiert sich dabei extrem sarkastisch, wenn nicht sogar makaber: Im Vorspann des Spiels sieht man zum Beispiel eine Diashow mit Werbung für die Vaults und Kriegsanleihen, während im Hintergrund I Don’t Want to Set the World on Fire von The Ink Spots zu hören ist. Die Siedler von Megaton siedeln um eine scharfe Atombombe, die jederzeit zünden kann, während der Wachroboter vor dem Tor behauptet, sie sei absolut sicher und man brauche sich keine Sorgen zu machen. Überall im Ödland verteilt stehen sogenannte „Pulowski-Erhaltungsbunker“ – Ein-Personen-„Schutzbunker“ für den atomaren Ernstfall, die eher einer belüfteten Litfaßsäule ähneln und Autos sind durchgängig mit Nuklearmotoren bestückt, die beim geringsten Schaden in spektakulären Explosionen detonieren (und somit jeden kleinen Unfall zu einer sehr ungesunden Sache machen). In der deutschen Version gibt es außerdem ein Nahrungsmittel namens „Steinhartes Falloubst“.

Hauptstory Anmerkung: Aufgrund unterschiedlicher Handlungsmöglichkeiten des Spielers kann der Ablauf bestimmter Schlüsselsituationen im Detail variieren. Daher werden hier nur die gleichbleibenden Ergebnisse wiedergegeben.

mini|110px|Logo des fiktiven Atom­schutz­bunker­herstellers VaultTec Fallout 3 beginnt mit der Geburt des Spielercharakters. Das Spiel führt in drei kurzen Abschnitten durch die Schlüsselszenen der Kindheit, in denen der Spieler seine Spielfigur generiert. Im 19. Lebensjahr des Spielercharakters flieht dessen Vater James ohne sichtlichen Anlass aus der abgeriegelten Vault. In der Vault bricht daraufhin Chaos aus, weil zum einen gefährliche Riesenkakerlaken die Vault heimsuchen, zum anderen weil der vor Wut rasende Aufseher in dieser Flucht eine Gefahr für den Fortbestand der Vault sieht und zu drakonischen Gegenmaßnahmen greift. Diese Gegenmaßnahmen zwingen den Spieler ebenfalls zur Flucht aus der angeblich hermetisch abgeriegelten Vault. In Folge macht er sich auf die Suche nach dem Verbleib seines Vaters.

Ausgehend von der nahegelegenen Stadt Megaton, die um eine im Ortskern befindliche, nicht detonierte Atombombe entstand, erkundet der Spieler das Ödland im Umfeld der ehemaligen Hauptstadt Washington und stößt im Verlauf seiner Suche auf das sogenannte „Project Purity“. Dahinter verbirgt sich ein ehemals ehrgeiziges Vorhaben, einen gigantischen Trinkwasserreiniger zu konstruieren, der das gesamte Ödland mit sauberem Wasser aus einem Wasserbehälter im Jefferson Memorial versorgen sollte. Es wurde maßgeblich von den Eltern des Spielercharakters vorangetrieben, bis mit dem Tod der Mutter und dem Rückzug des Vaters in Vault 101 die Arbeiten zum Erliegen kamen. Seit seiner Flucht aus der Vault versucht der Vater des Spielercharakters, das Projekt wieder aufleben zu lassen und zu Ende zu führen. Aufzeichnungen seines Vaters geben dem Spielercharakter den Hinweis, dass es für eine erfolgreiche Durchführung eines „G.E.E.K.-Moduls“ („Garten-Eden-Erstellungs-Kit“, s. a. die Handlung zu Fallout 2) bedarf, von dem er eines im nahegelegenen Vault 112 vermutet. Deren Bewohner stellen sich als Gefangene einer virtuellen Welt namens Tranquillity Lane heraus, in deren Bann sich auch der Vater des Spielercharakters mittlerweile befindet.

110px|mini|Emblem der Enklave Nach der erfolgreichen Befreiung gelingt es Vater und Kind auch ohne G.E.E.K.-Modul mit Unterstützung von Wissenschaftlern aus Rivet City erste Reparaturarbeiten an Project Purity durchzuführen. Die Wiederaufnahme der Arbeiten ruft jedoch die Truppen der Enklave, der Nachfolgeorganisation der ehemaligen US-Regierung, auf den Plan. Ein Kommandotrupp überfällt die Einrichtung im Jefferson Memorial und die Enklave übernimmt die Kontrolle. Der Vater des Spielercharakters findet im Verlauf des Überfalls den Tod. Die Flucht des Hauptcharakters führt ihn zum Hauptquartier der Stählernen Bruderschaft, einer Gegenfraktion der Enklave. Hier erhält er einen entscheidenden Hinweis auf das gesuchte G.E.E.K.-Modul. Der Spielercharakter kann es schließlich aus der von Supermutanten schwer bewachten Vault 87 bergen, gerät dabei jedoch in die Gefangenschaft der Enklave. In deren Hauptquartier, dem ehemaligen Regierungsbunker Raven Rock, trifft der Spieler auf Enklave-Präsident John Henry Eden, der sich als sogenannter Z.A.X.-Supercomputer entpuppt. Von ihm erfährt er von den Plänen der Enklave, durch Project Purity und mithilfe einer modifizierten Form des FE-Virus (Forced Evolutionary Virus) jegliche Form von Mutation im Ödland auszulöschen. Die K.I. übergibt dem Spieler eine Dosis des Virus und gestattet ihm aus Raven Rock zu fliehen.

Der Spieler informiert die Stählerne Bruderschaft über die Pläne der Enklave, worauf diese mit dem Versuch einer Rückeroberung von Project Purity beginnt. Der Angriff gelingt mithilfe eines riesigen Kampfroboters namens Liberty Prime und der Spieler gelangt zusammen mit der weiblichen Wächterin Sarah Lyons in den Kontrollraum des Project Purity, wo es zur finalen Konfrontation mit dem militärischen Oberbefehlshaber der Enklave, Colonel Autumn kommt.

Da der Strahlungswert innerhalb der Kontrollzelle rund um den Wasserbehälter des Jefferson Memorials tödlich ist und die drohende Explosion des Aufbereiters aufgrund einer Überlastung nur durch eine Aktivierung verhindert werden kann, muss der Spieler eine schwerwiegende Entscheidung treffen, die gleichzeitig das Ende des Spiels markiert.

Der Spieler schickt die anwesende Sarah Lyons in die Kontrollzelle um den Einschaltcode einzugeben. Sarah kommt bei der Aktivierung ums Leben. Der Spieler tut nichts, um die Überlastung aufzuhalten und stirbt bei der Explosion des Aufbereiters. Der Spieler tritt in die Kontrollzelle, speist den FE-Virus in das Netzwerk ein, gibt den Startcode ein und stirbt an akuter Strahlenvergiftung. Durch das Virus stirbt ein Großteil der Bewohner des Ödlandes. Der Spieler tritt in die Kontrollzelle, gibt den Code ein ohne zuvor das Virus einzuspeisen und stirbt ebenfalls an akuter Strahlenvergiftung. Der Spieler schickt, falls vorhanden, den Begleiter Charon oder Fawkes in die Kontrollzelle, damit diese den Code eingeben. Sowohl Charon als auch Fawkes sind gegen Strahlung immun. Dieses Ende existiert nur bei vorheriger Installation des Add-ons Broken Steel.

In allen Fällen sieht man einen Abspann, der je nach Entscheidung leicht verändert ausfällt. Mit der Installation des Add-ons Broken Steel stirbt der Spieler in keinem der Fälle, sondern wird von der Bruderschaft in letzter Sekunde gerettet, erwacht in der Zitadelle und kann das Spiel nach Abspann fortsetzen, um eventuell verbliebene Nebenquests zu beenden. Bei dieser Änderung handelt es sich in erster Linie um eine nachträgliche Reaktion auf Kundenbeschwerden.

Nebenquests Neben der Hauptstory existieren zahlreiche Nebenquests, die dem Spieler Geld, Ausrüstung oder Kontakte einbringen und sich in ihrer Komplexität und ihrem Umfang stark unterscheiden. Die größten Nebenquests im Hauptspiel sind „Das Ödland-Überlebenshandbuch“ und die Big-Town-Questreihe.

Spielprinzip Allgemeines Der als Tutorial angelegte Spieleinstieg ermöglicht dem Spieler, einen individuellen Spielcharakter zu erstellen. Unter anderem legt er hier sein Geschlecht, sein Aussehen, seine Charakterwerte gemäß dem serientypischen S.P.E.C.I.A.L.-System (Stärke, Wahrnehmung, Ausdauer, Charisma, Intelligenz, Beweglichkeit und Glück) sowie seine anfänglichen Fertigkeiten in verschiedenen Bereichen (Waffen, Computer etc.) fest.

Fallout 3 unterstützt sowohl die Ego-Perspektive als auch die Third-Person-Perspektive. Das Spiel ist in einer frei begehbaren Welt angesiedelt und enthält viele rollenspieltypische Eigenschaften. Mit jeder erfüllten Aufgabe oder gewonnenem Kampf erhält der Spieler Erfahrungspunkte, welche zum Stufenaufstieg benötigt werden. Ist ein solcher Stufenaufstieg (maximal 20 Stufen, durch das Add-on Broken Steel auf 30 erhöht) erreicht, bekommt der Spieler die Möglichkeit, mit einer begrenzten Anzahl von Fertigkeitspunkten insgesamt 13 verschiedene Fertigkeiten wie Medizin, Schleichen, Sprache oder verschiedene Waffenfertigkeiten zu verbessern und kann zusätzlich sogenannte „Perks“ freischalten, welche dem Spieler noch zusätzliche Möglichkeiten zur Gestaltung seines Charakters geben. Zudem kann der Charakter nur ein bestimmtes Gewicht an Gegenständen mitführen. Mithilfe des sogenannten Pip-Boy 3000 ist der Spieler in der Lage, bereits entdeckte Orte im Spiel per Schnellreisefunktion erneut zu besuchen. Der Pip-Boy dient außerdem als Questlog und Informationsquelle zu Erfahrungspunkten, mitgeführten Gegenständen und dem Schweregrad der ionisierenden Strahlendosis.