Die Timorgrüntaube oder Grüne Timortaube (Treron psittaceus, auch Treron psittacea) ist eine baumbewohnende Taube aus der Gattung der Grüntauben. Aufgrund ihres öligen, sehr schmackhaften Fleisches ist die Timorgrüntaube durch illegale Jagd stark bedroht.

Aussehen Die Timorgrüntaube ist etwa 28 cm groß. Das Männchen ist graugrün; an der Brust, Bürzel und Oberschwanzdecken etwas heller und hat grau-schwarze Flügel mit gelb gesäumten Deckfedern. Der Schwanz ist in der Mitte grün, zu den Rändern hin grau mit einem dunklen Band, die Unterschwanzdecken sind weiß mit grünen Tupfen. Das Weibchen ist grauer mit hellerer gelber Linie zwischen Flügeldecken und Schwungfedern.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Timorgrüntaube erfolgte 1808 durch Coenraad Jacob Temminck unter dem wissenschaftlichen Namen Columba Psittacea. Temminck nannte als Verbreitungsgebiet Timor und Java.Coenraad Jacob Temminck (1816), S. 28, Tafel 4Zur Publikationsgeschichte des Werkes siehe René Ronsil (1957) & Edward Clive Dickinson u. a. (2010). 1816 führte Louis Pierre Vieillot die neue Gattung Treron für die Papageischnabel-Grüntaube (Treron curvirostra (, 1789)) ein.Louis Pierre Vieillot (1816), S. 49 Dieses Wort leitet sich vom griechischen »trērōn, trērōnos, treō « für Taube, in Angst fliehen ab.Treron in: The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname psittaceus leitet sich vom lateinischen psittaceus, psittacus für Papageien ähnlich, Papagei bzw. von »psittakos « für Papagei ab.psittaceus in: The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling

Vorkommen Die Timorgrüntaube kommt nur auf Timor und den benachbarten Inseln Semau und Roti vor. Ihr Lebensraum sind Monsunwäldern im Flachland.

Ihr Bestand gilt als stark gefährdet. Man geht davon aus, dass nur noch 100 bis 500 Exemplare in freier Wildbahn leben. In einer Langzeitstudie, die 2026 veröffentlicht wurde, konnte man im Verbreitungsgebiet nur noch 96 Timorgrüntauben finden. 74 davon in Osttimor, davon die meisten in der Gemeinde Lautém. Auf den dortigen Nationalpark Nino Konis Santana entfallen alleine 82 % der Sichtungen (2 davon auf der Insel Jaco), doch selbst hier ist ihr Bestand seit Anfang der 2000er Jahre durch illegale Jagd stark gesunken. In ihrem indonesischen Lebensraum ist die Taube nahezu ausgestorben. Am häufigsten wart sie noch im Bipolo Nature Recreation Park in Westtimor, aber die Schutzmaßnahmen kamen hier wohl zu spät. Auch auf Roti und Semau ist die Timorgrüntaube wahrscheinlich bis auf einzelne Exemplare verschwunden.

Trivia Der Kampfname vom Journalisten Virgílio da Silva Guterres lautet „Lamukan“, der Name der Timorgrüntaube auf Tetum Terik.

Siehe auch Timortaube (auch schwarze Timortaube, Turacoena modesta) Zebratäubchen (Geopelia maugei)

Quellen Factsheet auf BirdLife International

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Grüntauben Kategorie:Flora und Fauna Timors