mini|hochkant|Magazin II beim „Tag des offenen Magazins“ 2013 Die Lippische Landesbibliothek / Theologische Bibliothek und Mediothek in Detmold ist eine wissenschaftliche Universal- und Regionalbibliothek für Ostwestfalen-Lippe. Der Träger dieser öffentlichen Einrichtung ist der Landesverband Lippe.

Untergebracht ist die Bibliothek in einem klassizistischen Palais, das als Privathaus und Residenz von dem Detmolder Großkaufmann Johann Wilhelm Ebert von 1842 bis 1843 gebaut wurde. Seit 1886, nach Erwerb durch den Fürsten Woldemar, ist die Bibliothek dort ansässig.

Bestände Ausgerichtet ist die Bibliothek auf die Unterstützung der regionalen Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Lehre und Studium mit gut 700.000 BüchernLippische Landesbibliothek: Jahresbericht 2022, S. 18. und 1.200 Zeitschriften aus allen Fachgebieten. Darüber hinaus dient sie auch der allgemeinen Fortbildung in Schule und Beruf. Über 100.000 Bände sind systematisch geordnet in Freihandaufstellung zugänglich. Die Bibliothek verfügt über mehrere Sondersammlungen. Bedeutend für den lippischen Raum sind die „Lippische Regionaldokumentation“, das „Lippische Literaturarchiv“ und der Historische Bestand des Detmolder Hoftheaters.Die Lippische Landesbibliothek ist Partnerin eines

Die Lippische Landesbibliothek kooperiert sehr eng mit der Musikbibliothek Detmold, die den ehemaligen Landesbibliotheksbestand mit musikbezogener Literatur, die Musikbibliothek der Hochschule für Musik sowie den musikwissenschaftlichen Bestand des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Paderborn als großen ausleihbaren Bestand an Noten und Musikliteratur vereint.

Geschichte Die Geschichte der Lippischen Landesbibliothek geht bis auf die Büchersammlung des vielseitig gebildeten und kultivierten Lippischen Landesherrn Graf Simon VI. (1554–1613) zurück. 1614 stiftete Graf Simon VII. diesen Grundbestand an Literatur der Lateinschule, dem heutigen Gymnasium Leopoldinum, als „Gräflich Öffentliche Bibliothek“ zu Detmold. Diese Sammlung war auch unter den Bezeichnungen Bibliothek auf dem Schulhofe oder Schulbibliothek bekannt.Hellfaier, 1993, zitiert nach: Jessica Rita Smithen: Schulschriften in der Lippischen Landesbibliothek zu Detmold – Umfang und Profil der Sammlung – Möglichkeiten der Erschließung. In: Kölner Arbeitspapiere zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft, Band 69, März 2013, S. 42. (PDF; 2,8 MB).

Die eigentliche Gründerin der Lippischen Landesbibliothek war die von den Bildungsidealen der Aufklärung geprägte Regentin Fürstin Pauline; sie führte die gräfliche Bibliothek mit anderen im Fürstentum Lippe entstandenen Büchersammlungen zur „Fürstlich Öffentlichen Bibliothek“ zusammen. Den heutigen Namen erhielt die Bibliothek im Jahre 1919, als das ehemalige landesherrliche Eigentum nach dem Ersten Weltkrieg auf den Freistaat Lippe übertragen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der folgenden Vereinigung des Freistaates mit Nordrhein-Westfalen ging die Eigentümerschaft auf den neu gegründeten Landesverband Lippe über.

Wegen Kapazitätsproblemen und Schimmelbefall des aus den 1980er Jahren stammenden Magazins II wurde 2007 mit der Planung eines neuen Magazins begonnen. Die Bauarbeiten dauerten 2011 bis 2013, am 8. März 2013 wurde das neugebaute Magazin II eingeweiht. Damit verfügt die Bibliothek nun über eine Lagerkapazität von rund 1 Million Titeln.

Seit September 2013 sind die Bestände aus der ehemaligen Theologischen Bibliothek und Mediothek der Lippischen Landeskirche in der Lippischen Landesbibliothek ausleihbar. Gleichzeitig änderte die Bibliothek ihren Namen und das Logo. Statt bisher Lippische Landesbibliothek heißt sie nun Lippische Landesbibliothek / Theologische Bibliothek und Mediothek. Seit August 2015 ist die Landesbibliothek über ein gemeinsames Foyer sowie ein gemeinsames Katalog- und Verbuchungssystem mit der Musikbibliothek der Hochschule für Musik Detmold verbunden, die auf dem Nachbargrundstück des ehemaligen Kreiswehrersatzamtes einen Neubau errichtet hat. Gemeinsam mit dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen (Abteilung Ostwestfalen-Lippe), der Hochschule für Musik, dem Netzwerk Musikhochschulen für Qualitätsmanagement und Lehrentwicklung sowie dem Musikwissenschaftlichen Seminar bildet die Lippische Landesbibliothek seitdem das Forum Wissenschaft-Bibliothek-Musik.

Direktoren 1600/1614–1634: Caspar Pezel 1665–1715: Franz Caspar Barkhausen 1715–1741: Otto Friedrich Kellner 1741–1762: Emil Florus Theodor Kellner 1762–1771: Johann Ludwig Knoch 1771–1778: Franz Wilhelm Wellner 1778: Johann Phil. Ludolf Finke 1778–1783: August Johann Gottfried Röderer 1783–1818: Georg David Koeler 1818–1819/22: Anton Möbius 1819–1823: Christian Gottlieb Clostermeier 1824–1838: Friedrich August Peter Wasserfall 1838–1890: Otto Preuß 1891–1924: Ernst Anemüller 1924–1933: Hans Kiewning 1933–1945: Eduard Wiegand 1945–1946: Alfred Bergmann (kommissarisch) 1946–1950: Erich Kittel 1950–1966: Heinrich Haxel 1966–1983: Karl-Alexander Hellfaier 1983–2013: Detlev Hellfaier seit 2014: Joachim Eberhardt

Literatur Heinrich Haxel: Die Lippische Landesbibliothek. Ein geschichtlicher Rückblick. In: ders. (Hrsg.): Lippe vor 100 Jahren. Lippischer Heimatbund, Detmold 1961, S. 4–27 (Digitalisat der Lippischen Landesbibliothek Detmold). Detlev Hellfaier: Die Lippische Landesbibliothek Detmold. Lippischer Heimatbund, Detmold 2014, ISBN 978-3-941726-38-3. Joachim Eberhardt, Detlev Hellfaier (Hrsg.): 1614–2014. 400 Jahre Lippische Landesbibliothek (= Auswahl- und Ausstellungskataloge der Lippischen Landesbibliothek Detmold, Bd. 38). Lippische Landesbibliothek, Detmold 2014, ISBN 978-3-9806297-6-8 (Digitalisat der Lippischen Landesbibliothek Detmold).

Weblinks

www.llb-detmold.de Eintrag aus dem Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland

Einzelnachweise

Detmold Detmold Kategorie:Bauwerk in Detmold Kategorie:Bildung und Forschung in Detmold Kategorie:Baudenkmal in Detmold Kategorie:Landesverband Lippe Kategorie:Kultur (Kreis Lippe) Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1614 Kategorie:Erbaut in den 1840er Jahren Kategorie:Klassizistisches Bauwerk in Nordrhein-Westfalen