mini|Dermatochalasis

Die Dermatochalasis (von „Haut“ und χαλασις chalasis „Nachlassen“. Synonym: = „schlaffe Haut“)' bezeichnet eine Gruppe von meist altersbedingten Bindegewebsveränderungen, nicht selten mit familiärer Häufung. Der Begriff wird oft in der Augenheilkunde, aber auch in der Dermatologie verwendet.Anselm Kampik, Franz Grehn: Augenärztliche Differenzialdiagnose. Georg Thieme, 2008, ISBN 978-3-13-156782-6.Peter Altmeyer, V. Paech: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer, 2005, ISBN 978-3-540-27648-7. Gemeinsames Kennzeichen ist eine schlaffe, unelastische und oft in großen Falten herunterhängende Haut an unterschiedlichen Körperpartien, die den Betroffenen älter aussehen lässt. Bekannte Manifestationen finden sich unter anderem an den Tränensäcken, den Augenlidern oder der Rückenhaut.

Ursachen Mögliche Ursachen sind: idiopathisch rezidivierende Schwellung der Oberlider (Blepharochalasis) vererbungsbedingte (hereditäre) Erkrankungen des Bindegewebes (Cutis-laxa-Syndrom) im Rahmen seltener Syndrome wie Ascher-Syndrom altersbedingt (Cutis laxa senilis) durch entzündliche Hautkrankheiten (Dermatitis) oder durch Einnahme von Penicillamin während der Schwangerschaft erworben (Cutis laxa acquisita)

Diagnose Die Abgrenzung der verschiedenen Formen basiert auf dem Manifestationsalter, eventuell vorhergegangenen Veränderungen wie Urtikaria, Quincke-Ödem, entzündlichen Hautveränderungen oder allergischer Reaktionen zum Beispiel auf Medikamente. Bei Verdacht auf eine erbliche Form muss eine ausführliche körperliche Untersuchung mit Familienanamnese, eventuell diagnostische Bildgebung und gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Differentialdiagnose Abzugrenzen sind ferner: Ehlers-Danlos-Syndrom Williams-Beuren-Syndrom Pseudoxanthoma elasticum Progerie (Hutchinson-Gilford-Syndrom) Barber-Say-Syndrom Costello-Syndrom Kardio-fazio-kutanes Syndrom Kabuki-Syndrom

Therapie In Abhängigkeit von der Ursache der Erkrankung gibt es unterschiedliche Behandlungsansätze, wie bspw. die Haut straffende, konservative Maßnahmen (Gymnastik, Kalt-Warm-Duschen, Bindegewebsmassagen etc.) oder auch operative Interventionen (bspw. Blepharoplastik). Bei erworbenen Formen steht die Therapie der Grunderkrankung im Vordergrund.

Literatur H. Mensing, T. Krieg, W. Meigel, O. Braun-Falco: Cutis laxa. Klassifikation, Klinische Aspekte und Molekulardefekte. In: Der Hautarzt; Zeitschrift für Dermatologie, Venerologie, und verwandte Gebiete. Band 35, Nr. 10, Oktober 1984, S. 506–511, PMID 6500933. M. Mohamed, M. Voet, T. Gardeitchik, E. Morava: Cutis Laxa. In: Advances in Experimental Medicine and Biology. Band 802, 2014, S. 161–184, , PMID 24443027 (Review). E. Makrantonaki, C. C. Zouboulis: Molekulare Ätiologie der Hautalterung. In: Der Hautarzt; Zeitschrift für Dermatologie, Venerologie, und verwandte Gebiete. Band 62, Nr. 8, August 2011, S. 582–587, doi:10.1007/s00105-011-2136-7, PMID 21681542 (Review).

Weblinks Definition der Dermatochalasis. DermIS P. Altmeyer: Cutis laxa. In: Enzyklopädie der Dermatologie, Allergologie, Umweltmedizin Stellungnahme der Sektion DOG-Ophthalmoplastische und rekonstruktive Chirurgie (SORC) zur Unterscheidung funktioneller Operationsindikationen von ästhetischen Indikationen bei der Blepharoplastik (PDF) Deutsche ophthalmologische Gesellschaft (DOG)

Einzelnachweise

Kategorie:Hautkrankheit Kategorie:Krankheitsbild in der Augenheilkunde