Die Thur [], La Thur, ist ein gut 53 km langer linker Nebenfluss der Ill, der im Elsass in der französische Region Grand Est verläuft.

Name Das Gewässer wurde 1250 als tur erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom keltischen *durā oder *duriā mit der Bedeutung „Flusslauf“ ab. Die Thur in der Ostschweiz ist mehr als doppelt so lang.

Geographie Verlauf Die Thur entspringt in den Vogesen an der Südwestflanke des Rainkopfs nördlich von Wildenstein und entwässert mit einem Bogen über Süd generell Richtung Südost. mini|links|Die Thur in Kruth Bei Kruth wurde in den Jahren 1959 bis 1963 ein Staudamm errichtet, um den Abfluss – vor allem nach der Schneeschmelze – zu regulieren. Dadurch entstand der Stausee Lac de Kruth-Wildenstein.

Die Thur fließt dann durch das Thurtal, früher öfter St. Amariner Tal genannt (Vallée de la Thur), an Saint-Amarin, Thann und Alt-Thann vorbei, bevor sie in die Oberrheinebene eintritt und bei Cernay nach Nordosten abbiegt. Unterhalb von Ensisheim mündet sie nach 53,3 Kilometern als linker Nebenfluss in die Ill. Der Lauf der Thur endet ungefähr 980 Höhenmeter unterhalb ihrer Quelle, sie hat somit ein mittleres Sohlgefälle von etwa 18 ‰.

Ein vor der Mündung abzweigender Arm fließt als Vieille Thur (: Alte Thur) weiter nach Norden, an Rouffach vorbei und mündet unterhalb von Pfaffenheim in die Lauch. Dies ist der Hauptgrund dafür, dass die Thur an der Mündung im Mittel rund ein Sechstel weniger Wasser führt als am Pegel Pulversheim (gut 6 m³/s).

Einzugsgebiet Das 261,7 km² große Einzugsgebiet der Thur erstreckt sich von den Vogesen bis in das Südliche Oberrheintiefland und wird durch sie über die Ill und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es grenzt im Norden an das Einzugsgebiet der Lauch, die in die Ill mündet; im Süden an das der Doller, ebenfalls ein Zufluss der Ill und im Westen an das der Mosel, die in den Rhein mündet.

Zuflüsse (Reihenfolge in Fließrichtung) Lawinenrunz – Herzrunz – (links) 1,1 km (A1400320) Hinteres Bockloch (rechts) 2,6 km (A1400450) Vorderes Bockloch (rechts) 1,6 km (A1400520) Tieferunz (rechts) 1,4 km (A1400610) Heidelbeerenloch (rechts) 2,0 km (A1400630) Frenzlochrunz (rechts) 1,7 km (A1400660) Runscherunz – Steinlerunz – (links) 4,8 km (A1400780) Gottrunz – Gottbach – (links) 3,1 km (A1410490) Rammersbach (rechts) 5,3 km (A1410650) Langmattrunz – Seebach – (rechts) 7,6 km (A1410770) Rimbachrunz (rechts) 5,8 km (A1420350) Bruscherrunz (links) 5,6 km (A1420570) Rothrunz – Dorfbach – (rechts) 4,4 km (A1420760) Mordfeldfoch – Altvogelbachrunz – (links) 5,3 km (A1420890) Waldrunz (rechts) 5,2 km (A1430340) Bachmattrunz – Grand Ballon – (links) 3,9 km (A1430500) Altrainrunz (rechts) 3,4 km (A1430610) Wissbach (links) 7,6 km (A1430690) Busen (links) 2,9 km (A1440340) Erzenbach (1) (links) 1,4 km (A1440460) Kerlenbach (rechts) 5,2 km (A1440590) Grumbach – Krummbach – (links) 1,2 km (A1440550) Finsterbach (links) 2,8 km (A1440830) Steinbyrunz (rechts) 4,7 km (A1440940) Erzenbach (2) (links) 6,4 km (A1450460) Veidrunz (rechts) 2,9 km (A1460740)

Hydrologie An der Mündung der Thur in die Ill beträgt die mittlere Abflussmenge (MQ) 5,18 m³/s; das Einzugsgebiet umfasst hier 261,7 km².

Am Pegel Pulversheim wurde über einen Zeitraum von 35 Jahren (1974–2009) die durchschnittliche jährliche Abflussmenge der Thur berechnet.Banque Hydro - A1462050 La Thur à Pulversheim (Menüpunkt: Synthèse) Das Einzugsgebiet entspricht an dieser Stelle mit 250 km² etwa 95,5 % des vollständigen Einzugsgebietes des Flusses.

Die Abflussmenge schwankt im Lauf des Jahres recht stark. Die höchsten Wasserstände werden in den Monaten Dezember – März gemessen. Ihren Höchststand erreicht die Abflussmenge mit 11,40 m³/s im Januar. Von April an geht die Schüttung Monat für Monat zurück und erreicht ihren niedrigsten Stand im August mit 2,04 m³/s, um danach wieder von Monat zu Monat anzusteigen. Der jahresdurchschnittliche Wert beträgt hier 6,19 m³/s.

Der monatliche mittlere Abfluss (MQ) der Thur in m³/s, gemessen an der hydrologischen Station PulversheimDaten aus den Werten der Jahre 1974–2009 berechnet

Einzelnachweise

Weblinks

Débits caractéristiques de la Thur (französisch; PDF; 23 kB)

Kategorie:Gewässer in den Vogesen