Der Rotbrustfischer (Megaceryle torquata) ist der größte Eisvogel auf dem amerikanischen Kontinent; von der in ihrem Ursprungsgebiet unverwechselbaren Art werden drei Unterarten beschrieben. Gelegentlich wird als wissenschaftlicher Name auch Ceryle torquatus genannt.

Merkmale mini|links|Rotbrustfischer (Männchen) mini|Rotbrustfischer (Weibchen) mini|Juveniler weiblicher Rotbrustfischer mit unvollständiger Ausfärbung im Brustbereich Der Rotbrustfischer gehört zu den größeren Eisvögeln und erreicht eine Größe von 40 cm. Seine Kopfoberseite und seine Flügel sind grau. Er trägt ein weißes Halsband. Seine Brust ist rötlich-orange. Das Männchen ist an seinem gezackten Kamm zu erkennen. Das Weibchen trägt im Gegensatz zum Männchen ein graues Brustband, das bauchseitig von einem schmalen weißen Ring begrenzt ist. Davon leitet sich sowohl das lateinische Artepitheton torquata als auch die englischsprachige Bezeichnung Ringed Kingfisher ab.

Eine geringfügige Verwechslungsmöglichkeit besteht mit dem Gürtelfischer (Megaceryle alcyon), der im Winter in den nördlichen Brutgebieten des Rotbrustfischers erscheint, doch ist dieser bedeutend kleiner und bis auf kleine rötlich-braune Gefiederabschnitte des Weibchens ventral nicht dominant rötlich-orange gefärbt.

Bis auf die ganz südlich brütenden Populationen, die im Winter nach Norden ausweichen, hält sich die Art während des gesamten Jahres im Brutgebiet auf.

Vorkommen miniatur|links|Verbreitungsgebiet (grün) des Rotbrustfischers blau: Ausweichgebiete der südlichsten Populationen Das Verbreitungsgebiet der Art reicht vom südlichen Patagonien und dem nördlichen Feuerland über weite Teile des südamerikanischen Kontinents bis in die südlichen Grenzbereiche der USA. In Südamerika sind nur der Andenhauptkamm, die Atacamawüste sowie Nordwestargentinien nicht von dieser Art besiedelt. Rotbrustfischer besiedeln unterschiedliche Lebensräume bis in Höhen von 1500 Metern.C. Hilary Fry, Kathie Fry: Kingfishers, Bee-Eaters, & Rollers. Princeton, New Jersey 1992, ISBN 0-691-04879-7, S. 233. Bevorzugt werden bewaldete Flussufer an langsam fließenden Flüssen, ebenso solche an Seen; häufig ist die Art auch in Mangrovenwäldern, Flussmündungen, in den südlichen Verbreitungsgebieten auch an Fjorden zu finden. Sie scheut die Nähe des Menschen nicht und wird auch auf Reisfeldern, entlang von Bewässerungsgräben und Kanälen, gelegentlich sogar an Wasserflächen großer Parks beobachtet.

Nahrung Der Rotbrustfischer ernährt sich vorwiegend von Fisch; daneben spielen Amphibien und Reptilien eine geringere Rolle. Die meist recht großen Beutetiere (20 Zentimeter) werden von relativ hoch liegenden Ansitzen (5–10 Meter hoch) erjagt.

Brutbiologie Beide Partner graben eine bis zu 2,5 Meter lange Bruthöhle meist in Sandabbrüche entlang von Flüssen, gelegentlich aber auch in Erosionshalden oder Straßenböschungen, recht weit vom nächsten Flusslauf entfernt. Am Ende verbreitert sich die Niströhre zu einer Nisthöhle; die 3–6 Eier werden von beiden Eltern gebrütet. Beide Eltern versorgen die nach durchschnittlich 22 Tagen schlüpfenden Küken während der etwa 35 Tage währenden Nestlingszeit.C. Hilary Fry, Kathie Fry: Kingfishers, Bee-Eaters, & Rollers. Princeton, New Jersey 1992, ISBN 0-691-04879-7, S. 234.

Unterarten Bisher sind folgende Unterarten bekannt:IOC World Bird List Rollers, ground rollers & kingfishers Megaceryle torquata stictipennis (, 1885)George Newbold Lawrence (1885), S. 623. kommt auf den Kleinen Antillen vor. Megaceryle torquata torquata (, 1766)Carl von Linné (1766), S. 180. ist vom südlichen Texas bis ins nördliche Argentinien verbreitet. Außerdem kommt sie auf Isla Margarita und auf Trinidad vor Megaceryle torquata stellata (, 1834)Franz Julius Ferdinand Meyen (1834), S. 280. ist in Chile und Argentinien verbreitet.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Rotbrustfischers erfolgte 1817 durch Carl von Linné unter dem wissenschaftlichen Namen Alcedo torquata. Als Verbreitungsgebiet gab er Martinique und Mexiko an. 1848 führte Johann Jakob Kaup die für die Wissenschaft neue Gattung Megaceryle für den Rotbrustfischer ein.Johann Jakob Kaup (1848), S. 68 Dieser Begriff leitet sich aus und ab.Megaceryle The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname torquata hat seinen Ursprung in .torquata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Stellata leitet sich von abstellata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, stictipennis von und .stictipennis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay elf Bälge, gesammelt von Hans Krieg (1888–1970), Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) in Puerto Casado und Santa Casilda im Gran Chaco, zur Verfügung. Laubmann führte die Art unter dem Namen Streptoceryle torquata torquata. In der Literatur betrachtete er in einem von Richard Otto Rohde (1855–1912) gesammelten Exemplar aus Lambaré, welches durch Hans Hermann Carl Ludwig von BerlepschHans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1887), S. 22. beschrieben wurde, in einem von Alfredo Borelli (1858–1943) gesammelten und von Tommaso Salvadori beschriebenes ExemplarTommaso Salvadori (1895), S. 16 aus der Colonia von Pedro Risso sowie Luque, am Río PilcomayoJohn Graham Kerr (1892), S. 138 sowie in Concepción und WaikthlatingmayalwaJohn Graham Kerr (1901), S. 228. durch John Graham Kerr, in Tayru und Fuerte Olimpo durch Claude Henry Baxter GrantClaude Henry Baxter Grant (1911), S. 323., im Departamento Alto ParanáArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 45. und am Río ConfusoArnaldo de Winkelried Bertoni (1930), S. 258. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni und in Puerto PinascoAlexander Wetmore (1926), S. 206. im Departamento Presidente Hayes durch Alexander Wetmore viele weitere Nachweise für das Land. Des Weiteren sah er in Martin pescadore del celesteFélix de Azara (1805), S. 383–385. (Männchen) und Martin pescadore del celeste onscuroFélix de Azara (1805), S. 385–386. (Weibchen) von Félix de Azara weitere Nachweise.Alfred Laubmann (1939), S. 207–208.

Bestandssituation Detaillierte Angaben zur Bestandssituation der Art fehlen. Hinweise auf überregional signifikante Bestandsveränderungen liegen nicht vor, sodass die Art nach IUCN mit LC = least concern / nicht bedroht eingestuft wird. Sehr grobe Schätzungen beziffern den Gesamtbestand mit 5–50 Millionen Individuen.Factsheet auf BirdLife International

Literatur

Weblinks

Walz Naturfoto - Rotbrustfischer

Einzelnachweise

Kategorie:Eisvögel